Behandlungsleitfaden für Gicht
Verfügbare Behandlungsoptionen
Auf Prescriptsy vergleichen wir verschiedene bewährte Medikamente, die wir in zwei Kategorien einteilen: Akutbehandlung und Langzeitprävention. Für den akuten Anfall verschreibe ich häufig Naproxen , ein starkes entzündungshemmendes Schmerzmittel, oder Colchicin .
Mein klinischer Tipp zu Colchicin: Früher wurde es in sehr hohen Dosen verschrieben, was oft zu starken Magen-Darm-Beschwerden führte. Heute wissen wir aus Studien, dass eine niedrigere Dosis genauso effektiv ist, aber deutlich besser vertragen wird.
Zur langfristigen Vorbeugung setzen wir Harnsäuresenker ein. Hier ist Allopurinol (oft auch als Markenprodukt Zyloric bekannt) der absolute Goldstandard. Wenn Patienten Allopurinol nicht vertragen oder spezifische Nierenprobleme haben, ist Adenuric (Febuxostat) eine exzellente, hochwirksame Alternative.
Hinweis: Auf der Plattform finden Sie auch Adartrel . Dieses Medikament wird primär für das Restless-Legs-Syndrom eingesetzt. Ich erwähne es hier der Vollständigkeit halber, da viele meiner Gicht-Patienten nachts unter unruhigen Beinen leiden und diese beiden nächtlichen Störfaktoren oft verwechselt oder parallel behandelt werden müssen.
Was Sie von der Behandlung erwarten können
Hier ist eine Tatsache, die in vielen Beipackzetteln untergeht und meine Patienten oft überrascht: Wenn Sie mit einem vorbeugenden Medikament wie Allopurinol beginnen, können Sie in den ersten Wochen bis Monaten paradoxerweise mehr Gichtanfälle bekommen.
Das liegt daran, dass sich alte Harnsäureablagerungen in den Gelenken aufzulösen beginnen. Diese Mobilisierung der Kristalle kann eine vorübergehende Entzündung auslösen. Viele Patienten setzen das Medikament dann frustriert ab, weil sie denken, es mache alles schlimmer.
Bitte tun Sie das auf keinen Fall! Es ist ein klares Zeichen dafür, dass das Medikament wirkt und Ihren Körper von den Altlasten befreit. Wir Ärzte kombinieren den Start der Therapie oft mit einer täglichen, niedrigen Dosis Colchicin oder Naproxen, um genau diese Übergangsphase von etwa drei bis sechs Monaten schmerzfrei abzufedern.
Selbstfürsorge und Prävention
Neben der offensichtlichen Reduktion von Alkohol (insbesondere Bier) und purinreichen Lebensmitteln wie rotem Fleisch gibt es einen Auslöser, den kaum jemand auf dem Schirm hat: Mikrotraumata. Selbst ein winziges Trauma am Gelenk, wie das Tragen von zu engen Schuhen bei einem langen Spaziergang oder das leichte Anstoßen des Zehs an einer Türschwelle, kann eine lokale Entzündungsreaktion auslösen, die den Harnsäurekristallen als Katalysator dient.
Achten Sie daher stets auf gutes, ausreichend weites Schuhwerk! Zudem empfehle ich oft ungesüßten Sauerkirschsaft. Kirschen enthalten spezielle Anthocyane und Vitamin C, welche die Ausscheidung von Harnsäure über die Nieren auf natürliche Weise leicht unterstützen – eine wunderbare, evidenzbasierte Ergänzung zu Ihrer medikamentösen Therapie, die viele meiner Patienten sehr schätzen.






