Betnesol
Betnesol enthält den Wirkstoff Betamethason, ein hochpotentes synthetisches Glukokortikoid, das bei schweren entzündlichen und allergischen Erkrankungen sowie zur Lungenreifungsinduktion bei drohender Frühgeburt eingesetzt wird.
Die Therapie erfordert eine sorgfältige ärztliche Indikationsstellung, da systemische Kortikosteroide bei Langzeitanwendung zahlreiche Nebenwirkungen verursachen können. Das Arzneimittel ist verschreibungspflichtig und wird von der GKV erstattet.
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Betnesol, Umfassende Patienteninformation
Betnesol ist ein Kortikosteroidpräparat mit dem Wirkstoff Betamethason, das in Deutschland für verschiedene Indikationen zugelassen ist.
Betamethason gehört zur Gruppe der synthetischen Glukokortikoide und weist eine hohe entzündungshemmende und immunsuppressive Wirkung auf.
Im Vergleich zu Kortisol, dem körpereigenen Glukokortikoid, ist Betamethason etwa 25-30 Mal potenter.
Betnesol ist in verschiedenen Darreichungsformen verfügbar, darunter Tabletten, Tropfen und Injektionslösungen.
Die systemische Anwendung von Betnesol ist zahlreichen ernsthaften Erkrankungen vorbehalten, bei denen entzündungshemmende oder immunsuppressive Wirkungen erforderlich sind.
Die Entscheidung zur Therapie mit Betnesol und die Festlegung der Dosierung obliegen ausschliesslich dem behandelnden Arzt.
Wirkmechanismus von Betamethason
Betamethason wirkt durch Bindung an intrazellulare Glukokortikoidrezeptoren, die in nahezu allen Körperzellen vorhanden sind.
Nach der Bindung wandert der Wirkstoff-Rezeptor-Komplex in den Zellkern, wo er die Transkription zahlreicher Gene beeinflusst.
Dies führt zur Hemmung der Synthese von Entzündungsmediatoren wie Prostaglandinen, Leukotrienen und Zytokinen, zur Stabilisierung von Zellmembranen und zur Hemmung der Migration von Entzündungszellen in das betroffene Gewebe.
Die immunsuppressive Wirkung beruht auf einer Hemmung der T-Zell-Proliferation und -Aktivierung sowie einer Verminderung der Antikörperproduktion durch B-Zellen.
Diese Effekte machen Betamethason zu einem wirksamen Mittel bei Autoimmunerkrankungen und allergischen Reaktionen, gehen jedoch auch mit dem Risiko einer erhöhten Infektionsanfälligkeit einher.
Zugelassene Anwendungsgebiete
Betnesol ist in Deutschland zur Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen zugelassen.
Dazu gehören schwere allergische Reaktionen und anaphylaktische Zustände, entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparates wie rheumatoide Arthritis und Polymyalgia rheumatica, sowie entzündliche Darm- und Lebererkrankungen.
Auch Hauterkrankungen, Atemwegserkrankungen und neurologische Erkrankungen mit entzündlicher Komponente können eine Indikation darstellen.
In der Neonatologie wird Betamethason der Mutter vor einer Frühgeburt verabreicht, um die Lungenreifung des Fötus zu fördern und das Risiko des Atemnotsyndroms des Neugeborenen zu reduzieren. Dies ist eine der wichtigsten Indikationen für Betnesol in der Geburtshilfe und Perinatologie.
Darreichungsformen und Dosisstärken
Betnesol ist in mehreren Darreichungsformen erhältlich: Tabletten (0,5 mg Betamethason), Tropfen (zur oralen Einnahme), und Injektionslösungen für die systemische oder lokale (intraartikuläre, intralesionale) Anwendung. Jede Darreichungsform hat ihre spezifischen Anwendungsgebiete und Dosierungsempfehlungen.
Die Tabletten sind ideal für die orale Langzeittherapie, während Injektionslösungen bei akuten Zuständen oder wenn eine schnellere Wirkung erforderlich ist, bevorzugt werden. Die Tropfen eignen sich für Kinder und Patienten, die Schwierigkeiten beim Schlucken von Tabletten haben.
Dosierungsrichtlinien
Die Dosierung von Betnesol ist streng individuell und richtet sich nach der Indikation, der Schwere der Erkrankung und dem Ansprechen auf die Therapie.
Bei der Einleitung einer Therapie werden häufig höhere Dosen verwendet, die dann schrittweise reduziert werden, sobald die Erkrankung kontrolliert ist.
Eine zu rasche Dosisreduktion kann zu einem Rückfall der Erkrankung führen.
Für Erwachsene liegt die übliche Initialdosis bei 0,5 bis 9 mg Betamethason pro Tag, die in ein bis vier Einzeldosen aufgeteilt werden kann.
Die Erhaltungsdosis ist individuell und liegt in der Regel deutlich niedriger.
Eine Einmalgabe morgens ist aus physiologischen Gründen bevorzugt, da sie dem natürlichen Kortisolprofil entspricht und die Nebenwirkungen auf den Schlaf-Wach-Rhythmus minimiert.
Langzeittherapie und Ausschleichen
Bei einer Langzeittherapie mit Betnesol von mehr als drei Wochen sollte die Dosierung nicht abrupt, sondern schrittweise reduziert werden, um eine Nebenniereninsuffizienz zu vermeiden.
Die Nebennieren, die bei chronischer Kortikosteroidgabe ihre eigene Kortisproduktion reduzieren, benötigen Zeit, um sich zu erholen.
Ein abruptes Absetzen kann zu einer Addison-Krise führen, die sich als schwere Schwäche, Blutdruckabfall, Übelkeit, Erbrechen und Bewusstseinstrübung manifestiert.
Das Ausschleichen der Dosis sollte unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Die Dosis wird typischerweise alle ein bis zwei Wochen um etwa 10 Prozent der aktuellen Dosis reduziert.
Bei Stress (Infekte, Operationen) kann eine vorübergehende Dosissteigerung erforderlich sein, um den erhöhten Kortikosteroidbedarf in Stresssituationen zu decken.
Gegenanzeigen
Betnesol ist kontraindiziert bei systemischen Infektionen, sofern keine gleichzeitige gezielte antimikrobielle Therapie erfolgt, sowie bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Betamethason oder andere Inhaltsstoffe. Impfungen mit Lebendimpfstoffen sollten während einer hochdosierten Kortikosteroidtherapie nicht durchgeführt werden.
Relative Kontraindikationen umfassen Magenulzera (Magengeschwüre), unkontrollierten Diabetes mellitus, schwere Osteoporose, unkontrollierten Bluthochdruck, psychische Erkrankungen und Herzinsuffizienz. In diesen Situationen muss der Arzt sorgfältig Nutzen und Risiken abwägen und ggf. protektive Massnahmen einleiten.
Nebenwirkungen bei Langzeitanwendung
Die systemische Langzeitanwendung von Kortikosteroiden kann zu einer Vielzahl von Nebenwirkungen führen.
Metabolische Nebenwirkungen umfassen die Entstehung oder Verschlechterung eines Diabetes mellitus (steroidinduzierter Diabetes), Gewichtszunahme mit Umverteilung des Körperfetts (Cushing-Syndrom-ähnliches Bild mit Stammfettsucht, Mondgesicht und Büffelnacken) sowie Elektrolytverschiebungen mit Hypokaliämie und Natriumretention.
Knochenstoffwechsel: Kortikosteroide hemmen die Knochenneubildung und fördern den Knochenabbau, was zu Osteoporose führen kann. Alle Patienten unter Langzeitkortisontherapie sollten zur Prophylaxe Kalzium und Vitamin D erhalten. Bei höherem Frakturrisiko sind Bisphosphonate zu erwägen. Regelmässige Knochendichtemessungen (DXA-Scans) sind empfohlen.
Weitere Nebenwirkungen
Augen: Kortikosteroide erhöhen das Risiko eines Glaukoms (grüner Star) und grauem Star (Katarakt), besonders bei Langzeitanwendung. Regelmässige augenärztliche Kontrollen sind bei Patienten unter Dauertherapie empfohlen. Bei Sehverschlechterung oder Druckgefühl im Auge sofort einen Augenarzt aufsuchen.
Infektionen: Durch die immunsuppressive Wirkung erhöht sich die Anfälligkeit für Infektionen. Besonders gefürchtet sind opportunistische Infektionen durch Pilze, Parasiten und atypische Bakterien. Patienten unter hochdosierter Kortikosteroidtherapie sollten bei Zeichen einer Infektion (Fieber, Schüttelfrost, ungewöhnliche Beschwerden) umgehend einen Arzt aufsuchen.
Psychiatrische Nebenwirkungen
Kortikosteroide können psychiatrische Nebenwirkungen wie Euphorie, Schlaflosigkeit, Stimmungsschwankungen, Angstzustände und in seltenen Fällen schwere Depressionen oder Psychosen verursachen.
Diese Nebenwirkungen können bereits bei therapeutischen Dosen auftreten und treten in der Regel kurz nach Therapiebeginn auf.
Patienten und Angehörige sollten auf Zeichen dieser Nebenwirkungen achten und den Arzt informieren.
Wechselwirkungen
Nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAR) erhöhen in Kombination mit Kortikosteroiden das Risiko gastrointestinaler Ulzera. Eine prophylaktische Einnahme von Protonenpumpenhemmern wird bei Kombination empfohlen. Antidiabetika: Kortikosteroide können den Blutzucker erhöhen und damit den Insulinbedarf bei Diabetikern steigern. Engmaschige Blutzuckerkontrollen sind erforderlich.
CYP3A4-Induktoren wie Rifampicin, Phenytoin und Phenobarbital beschleunigen den Abbau von Betamethason und können die Wirksamkeit vermindern. CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Ketoconazol, Itraconazol) können die Betamethason-Spiegel erhöhen und das Risiko von Nebenwirkungen steigern. Diese Wechselwirkungen sind klinisch relevant und erfordern ggf. eine Dosisanpassung.
Besondere Patientengruppen
Kinder und Jugendliche: Bei Kindern können Kortikosteroide das Wachstum hemmen. Eine Verlaufskontrolle der Körpergrösse ist bei Kindern unter Dauertherapie wichtig.
Die Dosis sollte so niedrig wie möglich gehalten werden, und eine alternierende Gabe (jeden zweiten Tag) kann zur Minimierung von Wachstumsbeeinträchtigungen erwogen werden.
Ältere Patienten: Ältere Patienten haben ein erhöhtes Risiko für Osteoporose, Diabetes und Hypertonie unter Kortikosteroidtherapie. Eine sorgfältige Risikostratifizierung und engmaschige Überwachung sind wichtig. Die Dosis sollte so niedrig wie therapeutisch möglich gehalten werden.
Schwangerschaft und Stillzeit
Die Anwendung von Betnesol in der Schwangerschaft ist streng zu indizieren. Kortikosteroide können die Plazenta passieren und beim Fötus zu intrauteriner Wachstumsretardierung führen.
In der Frühschwangerschaft ist ein möglicher teratogener Effekt nicht vollständig auszuschliessen. Die Therapie sollte auf das absolute Minimum beschränkt werden.
Die Lungenreifungstherapie mit Betamethason bei drohender Frühgeburt (zwischen der 24. und 34.
Schwangerschaftswoche) ist ein etabliertes und durch klinische Studien gut belegtes Verfahren, das das Risiko des Atemnotsyndroms, intraventrikulärer Hirnblutungen und der nekrotisierenden Enterokolitis beim Frühgeborenen signifikant reduziert.
Der Nutzen überwiegt in dieser Situation eindeutig die Risiken.
Regelungen der Zulassungsbehörden und Quellen
Betnesol ist in Deutschland durch das BfArM zugelassen und verschreibungspflichtig. Die GKV erstattet die Kosten bei entsprechender ärztlicher Verordnung. Detaillierte Informationen zur Anwendung finden Sie in der aktuellen Fachinformation und Packungsbeilage sowie unter:
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): www.bfarm.de
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): www.g-ba.de
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.iqwig.de
- Gelbe Liste Pharmindex: www.gelbe-liste.de
Im Notfall wählen Sie in Deutschland den Notruf 112.
Begleittherapie und Prophylaxe von Nebenwirkungen
Bei einer geplanten Langzeittherapie mit Betnesol sollten prophylaktische Massnahmen zur Minimierung von Nebenwirkungen ergriffen werden.
Zur Osteoporoseprophylaxe wird die tägliche Supplementation von Kalzium (1000-1200 mg) und Vitamin D (800-1000 IE) empfohlen.
Bei Patienten mit zusätzlichen Risikofaktoren für Osteoporose (weibliches Geschlecht, postmenopausaler Status, familiäre Belastung, Rauchen, niedrige Knochendichte) sollte die Indikation für Bisphosphonate geprüft werden.
Zum Schutz der Magenschleimhaut bei gleichzeitiger Einnahme von NSAR oder bei Patienten mit anamnestischen Ulzera empfehlen sich Protonenpumpeninhibitoren (PPI). Regelmässige Blutdruckkontrollen, Nüchternblutzuckermessungen und ophthalmologische Untersuchungen gehören zur Routineüberwachung bei Langzeitkortisontherapie.
Kortikosteroid-Notfallausweis und Stressdosierung
Patienten, die länger als drei Wochen systemische Kortikosteroide erhalten oder erhalten haben, sollten einen Kortikosteroid-Notfallausweis (erhältlich beim Arzt oder über die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie) bei sich tragen.
Dieser informiert medizinisches Personal im Notfall darüber, dass der Patient möglicherweise keine ausreichende Eigenproduktion von Kortisol hat und in Stresssituationen eine Stressdosierung benötigt.
Das Schema der Stressdosierung (Sick-Day-Rules) sieht vor: Bei leichten Infekten die normale Kortikosteroiddosis verdoppeln oder verdreifachen.
Bei schwerer Erkrankung, Erbrechen oder vor grösseren Operationen umgehend den Arzt oder in schwerwiegenden Fällen den Notruf 112 kontaktieren. Eine parenterale Hydrokortison-Gabe kann in solchen Situationen lebensrettend sein.
Patienten und Angehörige sollten diese Regeln kennen und beim Arzt regelmässig besprechen.
Rehabilitation und Lebensqualität
Chronische Erkrankungen, die eine Langzeittherapie mit Betnesol erfordern, können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken.
Rehabilitationsmassnahmen, Physiotherapie, Ergotherapie und psychologische Unterstützung können helfen, mit den Auswirkungen der Grunderkrankung und der Medikamententherapie umzugehen.
Informieren Sie sich bei Ihrem Arzt oder Ihrer Krankenkasse über verfügbare Rehabilitationsangebote. Selbsthilfegruppen bieten Betroffenen und Angehörigen wichtige Unterstützung und Austauschmöglichkeiten.
Medizinische Informationen
Betnesol enthält Betamethason, ein fluoriertes synthetisches Glukokortikoid mit starker entzündungshemmender und immunsuppressiver Wirkung.
Je nach Formulierung (Creme, Salbe, Lösung, Tropfen) wird Betnesol bei entzündlichen Hauterkrankungen, Augen- und Ohrenerkrankungen eingesetzt.
Betamethason bindet an intrazelluläre Glukokortikoidrezeptoren und hemmt die Synthese von Entzündungsmediatoren wie Prostaglandinen, Leukotrienen und Zytokinen, was Rötung, Schwellung, Juckreiz und Schmerz rasch lindert.
Der Arzt muss die Formulierung der Erkrankung und Körperregion anpassen.
Starke Kortikosteroide wie Betamethason sollten nicht ohne ärztliche Kontrolle im Gesicht, in Intertrigines oder im Genitalbereich angewendet werden — das Risiko für Hautatrophie ist dort besonders hoch.
Die Behandlungsdauer sollte so kurz wie möglich gehalten werden. Bei Verdacht auf bakterielle, virale oder mykotische Superinfektion ist eine zusätzliche antimikrobielle Behandlung notwendig.
Bei Augenformulierungen muss ein Glaukom und eine Herpesinfektion ausgeschlossen werden.
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Dosierung
Dosierungsempfehlungen fur Betnesol
Die Dosierung von Betnesol ist streng individuell und muss vom behandelnden Arzt festgelegt werden. Die folgenden Angaben sind Richtwerte und ersetzen nicht die ärztliche Verordnung.
Orale Therapie (Tabletten/Tropfen)
Erwachsene: Initialdosis typischerweise 0,5 bis 9 mg Betamethason pro Tag, verteilt auf eine bis vier Einzeldosen. Die Erhaltungsdosis liegt gewöhnlich bei 0,5 bis 2 mg täglich. Eine Einmalgabe morgens ist physiologisch bevorzugt und minimiert die Suppression der Hypothalamus-Hypophysen-Achse.
Kinder: Die Dosis richtet sich nach Körpergewicht und Indikation, liegt jedoch in der Regel bei 0,01 bis 0,1 mg/kg Körpergewicht täglich. Die Therapiedauer sollte so kurz wie möglich gehalten werden.
Lungenreifungstherapie bei drohender Frühgeburt
Das Standardschema ist: 12 mg Betamethason intramuskulär, wiederholt nach 24 Stunden.
Der optimale Zeitraum zwischen Gabe und Entbindung beträgt 24 bis 48 Stunden, der Nutzen besteht aber auch bei einem kür-zeren Intervall.
Routinemässige Wiederholungsgaben werden nach aktuellen Leitlinien nicht mehr generell empfohlen.
Ausschleichen der Therapie
Nach Langzeittherapie (mehr als drei Wochen) muss die Dosis schrittweise reduziert werden. Eine zu rasche Dosisreduktion kann eine Nebenniereninsuffizienz auslösen. Die Reduktionsschritte sollten alle ein bis zwei Wochen erfolgen und betragen jeweils etwa 10 Prozent der aktuellen Dosis.
Nebenwirkungen und Warnhinweise
Nebenwirkungen von Betnesol
Systemische Kortikosteroide wie Betnesol können bei Langzeitanwendung oder hochdosierter Therapie zahlreiche Nebenwirkungen verursachen. Die folgenden Nebenwirkungen sind nach Häufigkeit und Organsystem geordnet.
Metabolische und endokrine Nebenwirkungen
Cushing-Syndrom-ähnliches Bild mit Stammfettsucht, Mondgesicht und Büffelnacken bei Langzeittherapie. Steroidinduzierter Diabetes mellitus oder Verschlechterung eines bestehenden Diabetes. Natriumretention und Hypokaliämie (Kaliummangel). Osteoporose und erhöhtes Frakturrisiko bei Langzeittherapie.
Immunologische Nebenwirkungen
Erhöhte Infektionsanfälligkeit, insbesondere für opportunistische Infektionen durch Pilze (Candida, Aspergillus), atypische Mykobakterien und Parasiten (z.B. Strongyloides). Reaktivierung latenter Tuberkulose ist möglich, vor Therapiebeginn sollte ein Tuberkulosescreening erfolgen.
Psychiatrische Nebenwirkungen
Euphorie, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Angst, Depressionen und in seltenen Fällen Psychosen. Diese Nebenwirkungen können bereits bei Therapiebeginn auftreten. Patienten mit psychiatrischer Vorgeschichte haben ein erhöhtes Risiko.
Weitere Nebenwirkungen
Augenprobleme: Erhöhtes Risiko für Glaukom und Katarakt. Gastrointestinale Beschwerden: erhöhtes Ulkusrisiko, besonders in Kombination mit NSAR. Haut: Wundheilungsstörungen, Hautatrophie, Petechien (kleine Hautblutungen). Muskel-Skelett: Muskelschwäche (Steroidmyopathie), Hüftkopfnekrose (seltene aber schwere Komplikation).
Wichtige Warnhinweise fur Betnesol
Die Anwendung von Betnesol erfordert besondere Vorsicht. Bitte beachten Sie folgende Warnhinweise sorgfältig.
Kein abruptes Absetzen
Nach einer Behandlungsdauer von mehr als drei Wochen darf Betnesol nicht abrupt abgesetzt werden. Ein plötzliches Absetzen kann eine Nebenniereninsuffizienz (Addison-Krise) auslösen mit Symptomen wie extremer Schwäche, starkem Blutdruckabfall, Übelkeit, Erbrechen und Bewusstlosigkeit. Im Notfall sofort den Notruf 112 wählen.
Infektionen
Kortikosteroide unterdrücken die Immunabwehr und können Infektionen maskieren. Bei Fieber oder Zeichen einer Infektion unter Kortikosteroidtherapie sofort den Arzt aufsuchen. Eine prophylaktische antimykotische Therapie kann bei hochdosierter Dauertherapie sinnvoll sein.
Stresssituationen
Patienten, die über längere Zeit Kortikosteroide eingenommen haben, können unter Stresssituationen (schwere Infekte, Operationen, Verletzungen) eine relative Nebenniereninsuffizienz entwickeln. In solchen Situationen ist möglicherweise eine vorübergehende Dosissteigerung erforderlich.
Informieren Sie jeden Arzt und Zahnarzt über Ihre Kortikosteroidtherapie, und tragen Sie einen Corticosteroid-Notfallausweis bei sich.
Überwachungsparameter
Regelmässige Kontrollen von Blutdruck, Blutzucker, Knochendichte, Körpergewicht, Augeninnendruck und Elektrolyten sind bei Langzeittherapie empfohlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über ein individuelles Monitoring-Programm.
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