Moxonidin

Moxonidin ist ein zentraler Imidazolin-I1-Rezeptoragonist, der zur Behandlung der essentiellen Hypertonie (Bluthochdruck) eingesetzt wird.

Das Präparat senkt den Blutdruck durch eine Reduktion der sympathischen Aktivität im Zentralnervensystem und wird in Deutschland als Tablette einmal bis zweimal täglich eingenommen.

Moxonidin ist verschreibungspflichtig und wird nach ärztlicher Diagnosestellung durch den Haus- oder Facharzt verordnet.

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Einleitung

Moxonidin ist ein Antihypertensivum der zweiten Generation, das als selektiver Agonist an Imidazolin-I1-Rezeptoren im Hirnstamm wirkt.

Diese Rezeptoren wurden in den 1990er Jahren als eigenständige Klasse von Bindungsstellen entdeckt und sind im Nucleus reticularis lateralis der Medulla oblongata lokalisiert.

Die Aktivierung dieser Rezeptoren führt zu einer Hemmung des sympathischen Nervensystems, was wiederum eine Reduktion der Herzfrequenz und des peripheren Gefässwiderstands bewirkt, der Blutdruck sinkt.

Moxonidin unterscheidet sich von älteren zentralen Antihypertensiva wie Clonidin durch eine deutlich grössere Selektivität für Imidazolin-Rezeptoren gegenüber Alpha-2-adrenergen Rezeptoren, was mit einem günstigeren Nebenwirkungsprofil, insbesondere weniger Sedierung und Mundtrockenheit, assoziiert ist.

In Deutschland ist Moxonidin als Generikum und unter dem Markennamen Physiotens erhältlich und von der GKV grundsätzlich erstattungsfähig. Das BfArM hat die entsprechenden Zulassungsdokumente veröffentlicht.

Moxonidin wird häufig bei Patienten eingesetzt, die mehrere blutdrucksenkende Medikamente benötigen und bei denen eine Ergänzung des Therapieregimes mit einem zentral wirksamen Präparat erwogen wird.

Wirkungsmechanismus

Moxonidin entfaltet seine blutdrucksenkende Wirkung primär durch die Aktivierung von Imidazolin-I1-Rezeptoren im Hirnstamm, insbesondere im Nucleus reticularis lateralis.

Diese Aktivierung führt zu einer Hemmung der sympathischen Aktivität, was sich in einer Reduktion der Noradrenalinfreisetzung aus sympathischen Nervenendigungen niederschlägt.

Als Folge sinken Herzfrequenz, Schlagvolumen und peripherer Gefässwiderstand, was zu einer anhaltenden Blutdrucksenkung führt.

Moxonidin besitzt eine gewisse Affinität zu Alpha-2-adrenergen Rezeptoren (etwa zehn Prozent der Bindungsaffinität zu Imidazolin-I1-Rezeptoren), was erklärt, warum sedative Effekte nicht vollständig fehlen, aber deutlich geringer ausgeprägt sind als bei Clonidin.

Die orale Bioverfügbarkeit von Moxonidin beträgt etwa 88 Prozent. Der Wirkstoff wird hauptsächlich renal eliminiert, weshalb bei eingeschränkter Nierenfunktion eine Dosisanpassung erforderlich ist.

Die maximale blutdrucksenkende Wirkung tritt etwa ein bis drei Stunden nach der Einnahme auf und hält bei einmal täglicher Dosierung über 24 Stunden an.

Indikationen

Moxonidin ist in Deutschland zur Behandlung der milden bis moderaten essentiellen Hypertonie zugelassen.

Die essentielle Hypertonie (Bluthochdruck ohne erkennbare Grunderkrankung) ist die häufigste Kreislauferkrankung in Deutschland und betrifft etwa 20 bis 30 Millionen Erwachsene.

Moxonidin wird in deutschen und europäischen Hypertonieleitlinien als Reservemittel oder Kombinationspartner eingestuft, wenn erstlinige Antihypertensiva (ACE-Hemmer, Sartane, Kalziumkanalblocker, Thiaziddiuretika) nicht ausreichend wirksam oder nicht verträglich sind.

Insbesondere bei Patienten mit metabolischem Syndrom oder Insulinresistenz wird Moxonidin diskutiert, da Studien auf positive Effekte auf die Insulinsensitivität hindeuteten, wenngleich die Evidenzlage hier begrenzt bleibt.

Die Behandlung der Hypertonie dient der langfristigen Prävention kardiovaskulärer Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall sowie der Reduktion von Endorganschäden an Herz, Niere und Gehirn.

Dosierung und Anwendung

Moxonidin wird oral als Tablette eingenommen. Die übliche Anfangsdosis beträgt 0,2 mg einmal täglich, vorzugsweise morgens.

Bei unzureichendem Ansprechen kann die Dosis nach drei bis vier Wochen auf 0,4 mg einmal täglich erhöht werden.

Die Maximaldosis beträgt 0,6 mg pro Tag, aufgeteilt auf zwei Einzeldosen. Moxonidin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Tabletten sollten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit geschluckt werden.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (glomeruläre Filtrationsrate unter 30 ml/min/1,73 m2) ist eine deutliche Dosisreduktion erforderlich; Moxonidin ist bei schwerer Niereninsuffizienz kontraindiziert.

Das Absetzen von Moxonidin sollte ausschliesslich unter ärztlicher Aufsicht und schrittweise erfolgen, da ein abruptes Absetzen zu einem Rebound-Anstieg des Blutdrucks führen kann.

Nebenwirkungen

Moxonidin wird im Vergleich zu älteren zentralen Antihypertensiva wie Clonidin gut vertragen. Sehr häufige Nebenwirkungen (mehr als 1 von 10 Patienten): Mundtrockenheit.

Häufige Nebenwirkungen (1 bis 10 von 100 Patienten): Kopfschmerzen, Schwindel, Schwäche und Müdigkeit, Schlafstörungen, Übelkeit, Verdauungsbeschwerden sowie Hautreaktionen wie Ausschlag und Juckreiz.

Gelegentliche Nebenwirkungen (1 bis 10 von 1000 Patienten): Bradykardie, Hypotonie (besonders bei Lagewechsel), Oedeme sowie ein Raynaud-artiges Phänomen mit Kältegefühl in den Extremitäten.

Die Sedierung, die bei Clonidin ein häufiges Problem darstellt, ist unter Moxonidin deutlich geringer ausgeprägt, tritt aber gelegentlich auf.

Patienten sollten bei Auftreten von starken Schwindel- oder Ohnmachtsgefühlen, ungewöhnlich langsamem Herzschlag oder ausgeprägter Schwäche sofort ärztliche Hilfe suchen. Im Notfall: 112 anrufen.

Kontraindikationen

Moxonidin ist kontraindiziert bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, bei schwerer Niereninsuffizienz (GFR unter 30 ml/min/1,73 m2), schwerer Herzinsuffizienz (NYHA III-IV), AV-Block zweiten oder dritten Grades, Sinusknotensyndrom sowie schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen.

Auch bei einer Kombination mit Tricyclischen Antidepressiva ist Moxonidin kontraindiziert, da diese die zentrale antihypertensive Wirkung abschwächen können.

Patienten mit Morbus Parkinson oder schwerer Depression sollten Moxonidin ebenfalls nicht erhalten. Die Entscheidung über eine Kontraindikation im Einzelfall trifft der behandelnde Arzt nach vollständiger Anamnese.

Wechselwirkungen

Moxonidin kann die Wirkung anderer blutdrucksenkender Medikamente verstärken.

Bei Kombination mit anderen Antihypertensiva (ACE-Hemmer, Sartane, Betablocker, Diuretika, Kalziumkanalblocker) sollte der Blutdruck engmaschig kontrolliert werden, um eine übermässige Blutdrucksenkung zu vermeiden. Tricyclische Antidepressiva (z. B.

Amitriptylin) können die blutdrucksenkende Wirkung von Moxonidin abschwächen; die Kombination ist kontraindiziert. Sedativa, Alkohol und andere zentral dämpfende Substanzen können die sedativen Effekte von Moxonidin verstärken.

Betablocker und Moxonidin sollten bei Beendigung der Therapie nicht gleichzeitig abgesetzt werden; der Betablocker sollte zuerst ausgeschlichen werden.

Patienten sollten ihren Arzt und Apotheker über alle eingenommenen Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzlichen Präparate informieren.

Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit

Die Datenlage zur Anwendung von Moxonidin in der Schwangerschaft beim Menschen ist sehr begrenzt.

Tierexperimentelle Studien zeigen keine teratogenen Effekte, jedoch deuten einige Befunde auf eine embryotoxische Wirkung bei hohen Dosen hin.

Moxonidin sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden; bei einer geplanten Schwangerschaft sollte die Therapie unter ärztlicher Aufsicht auf ein geeigneteres Antihypertensivum umgestellt werden, da für etablierte Alternativen wie Methyldopa und Labetalol eine bessere Datenlage in der Schwangerschaft existiert.

Moxonidin geht in die Muttermilch über und darf daher in der Stillzeit nicht angewendet werden. Stillende Mütter mit Hypertonie sollten mit dem Arzt alternative Behandlungsoptionen besprechen.

Aufbewahrung

Moxonidin-Tabletten sollten bei Raumtemperatur (unter 25 Grad Celsius), trocken und vor Licht geschützt gelagert werden.

Die Tabletten dürfen nicht im Badezimmer aufbewahrt werden, da Feuchtigkeit die Qualität beeinträchtigen kann. Das Arzneimittel ist ausser Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Nach Ablauf des Verfallsdatums darf das Präparat nicht mehr verwendet werden.

Abgelaufene oder nicht mehr benötigte Tabletten sind über die Apotheke zu entsorgen und dürfen nicht im Hausmüll oder Abwasser entsorgt werden.

Häufig gestellte Fragen

Wie schnell senkt Moxonidin den Blutdruck? . Die maximale blutdrucksenkende Wirkung von Moxonidin tritt etwa ein bis drei Stunden nach der Einnahme ein.

Eine spürbare Wirkung kann bereits am ersten Behandlungstag festgestellt werden. Die volle antihypertensive Wirkung entfaltet sich in der Regel innerhalb von zwei bis vier Wochen kontinuierlicher Einnahme.

Kann ich Moxonidin einfach absetzen, wenn ich den Blutdruck nicht mehr messen will? . Nein.

Moxonidin darf nicht abrupt abgesetzt werden, da ein plötzliches Absetzen zu einem Rebound-Anstieg des Blutdrucks führen kann, der mitunter über den Ausgangswert hinausgeht.

Das Absetzen sollte stets schrittweise und unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Wenn Sie erwägen, Moxonidin abzusetzen, sprechen Sie zuerst mit Ihrem Hausarzt.

Wie unterscheidet sich Moxonidin von Clonidin? . Clonidin wirkt sowohl auf Alpha-2-adrenerge Rezeptoren als auch auf Imidazolin-Rezeptoren und hat ausgeprägte sedierende Effekte sowie eine höhere Rate an Mundtrockenheit.

Moxonidin ist selektiver für Imidazolin-I1-Rezeptoren, was mit weniger Sedierung und einem günstiger bewertetem Verträglichkeitsprofil einhergeht. Dennoch sind beide Präparate Reservemittel in der Hypertoniebehandlung.

Kann Moxonidin mit Metformin kombiniert werden? . Ja, Moxonidin und Metformin können bei Patienten mit Hypertonie und Typ-2-Diabetes gleichzeitig eingesetzt werden.

Manche Studien deuten auf eine positive Wechselwirkung im Hinblick auf die Insulinsensitivität hin.

Diese Kombination sollte jedoch stets unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, und Blutdruck sowie Blutzucker sollten regelmässig kontrolliert werden.

Ist Moxonidin bei Herzinsuffizienz geeignet? . Bei schwerer Herzinsuffizienz (NYHA III-IV) ist Moxonidin kontraindiziert.

Eine klinische Studie (MOXCON) wurde vorzeitig abgebrochen, weil bei Herzinsuffizienzpatienten unter hohen Dosen eine erhöhte Mortalität beobachtet wurde.

Bei Patienten mit leichter bis moderater Herzinsuffizienz ist grösste Vorsicht und eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Kardiologen erforderlich.

Wird Moxonidin von der GKV erstattet? . Ja, Moxonidin ist als verschreibungspflichtiges Arzneimittel bei der Behandlung der essentiellen Hypertonie grundsätzlich GKV-erstattungsfähig.

Da Moxonidin in der Regel als Reservemittel oder Zusatztherapie eingesetzt wird, wird es nach ärztlicher Verordnung von der Krankenkasse übernommen. Patienten zahlen die gesetzliche Zuzahlung.

Genaue Informationen liefert die Krankenkasse.

Was soll ich tun, wenn ich eine Tablette vergessen habe? .

Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, holen Sie diese so bald wie möglich nach, sofern es noch nicht fast Zeit für die nächste Dosis ist.

In diesem Fall lassen Sie die vergessene Dosis aus und setzen die Behandlung wie gewohnt fort. Nehmen Sie nie zwei Dosen gleichzeitig ein, um eine vergessene Dosis nachzuholen.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie regelmässig Dosen vergessen.

Quellen

  • Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): www.bfarm.de
  • Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): www.g-ba.de
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.iqwig.de
  • Gelbe Liste Pharmindex: www.gelbe-liste.de
  • Deutsche Hochdruckliga: Leitlinien zur arteriellen Hypertonie, aktuelle Fassung
  • European Society of Hypertension (ESH) / European Society of Cardiology (ESC): Hypertonie-Leitlinien

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