Plaquenil

Plaquenil (Hydroxychloroquin) ist ein Antimalariamittel und Immunmodulator, das in Deutschland vorrangig zur Behandlung von Lupus erythematodes und rheumatoider Arthritis eingesetzt wird.

Es wirkt durch Hemmung lysosomaler Enzyme und Modulation der Immunantwort. Plaquenil ist verschreibungspflichtig und wird unter regelmaessiger ophthalmologischer Kontrolle eingenommen.

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Plaquenil, Hydroxychloroquin fuer rheumatische Erkrankungen und Lupus

Plaquenil ist der Handelsname fuer Hydroxychloroquinsulfat 200 mg, einen synthetischen 4-Aminochinolin-Wirkstoff, der urspruenglich als Malariamittel entwickelt wurde und heute in der Rheumatologie und Dermatologie unverzichtbar ist.

In Deutschland ist Plaquenil verschreibungspflichtig und wird vom BfArM fuer die Behandlung von systemischem Lupus erythematodes (SLE), diskoidem Lupus erythematodes, rheumatoider Arthritis (RA) und bestimmten Formen von Malaria zugelassen.

Das Praeparat gehoert zur Gruppe der krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARD) und wird haeufig als Basistherapeutikum bei milder bis moderater Erkrankungsaktivitaet eingesetzt.

Die GKV erstattet Plaquenil bei den genannten Indikationen in voller Hoehe, sofern es von einem Vertragsarzt, typischerweise einem Rheumatologen oder Dermatologen, verordnet wird.

Wirkungsmechanismus von Plaquenil

Der Wirkungsmechanismus von Hydroxychloroquin ist vielschichtig und erklaert sowohl den antiparasitaeren als auch den immunmodulatorischen Effekt. Zentral ist die Akkumulation des Wirkstoffs in sauren intrazellularen Kompartimenten (Lysosomen, Phagolysosomen, Endosomen), wo er den pH-Wert erhoeht und dadurch lysosomale Enzyme hemmt.

In Immunzellen stoert Hydroxychloroquin die Antigen-Prozessierung und -Praesentierung, indem es die MHC-Klasse-II-Molekuel-Beladung mit Peptiden beeintraechtigt.

Darueber hinaus hemmt es die Toll-like-Rezeptoren TLR7 und TLR9, die normalerweise auf einzelstraengige RNA bzw.

doppelstraengige DNA reagieren und bei Autoimmunerkrankungen wie SLE eine zentrale Rolle bei der ueberschiessenden Typ-I-Interferon-Produktion spielen.

Durch Hemmung dieser Signalwege werden proinflammatorische Zytokine wie TNF-alpha, IL-1 und IL-6 reduziert.

In der Malariaprophylaxe und -therapie wirkt Hydroxychloroquin durch Akkumulation in der Nahrungsvakuole des Malariaparasiten Plasmodium, wo es die Hamozoin-Kristallisation hemmt und das frei zirkulierende, toxische Ferriprotoporphyrin IX anreichert, was fuer den Parasiten lethal ist.

Indikationen und Anwendungsgebiete

Plaquenil ist in Deutschland fuer folgende Indikationen zugelassen:

  • Systemischer Lupus erythematodes (SLE): Plaquenil ist ein Cornerstone der SLE-Therapie. Es reduziert Schuebe, senkt die Mortalitaet, verbessert die Nierenfunktion bei Lupusnephritis und hat guenstige Effekte auf Lipide und Glukosemetabolismus.
  • Diskoider Lupus erythematodes (DLE): Behandlung der Hautmanifestation.
  • Rheumatoide Arthritis (RA): Als Teil der DMARD-Therapie, haeufig in Kombination mit Methotrexat und Sulfasalazin (Triple-Therapie).
  • Malariaprophylaxe und -therapie: Fuer chloroquin-sensitive Plasmodium-Staemme.

Der G-BA und das IQWiG haben Hydroxychloroquin im Rahmen des AMNOG-Verfahrens nicht bewertet, da das Praeparat vor Einfuehrung der fruehen Nutzenbewertung zugelassen wurde.

Die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft fuer Rheumatologie (DGRh) empfehlen Plaquenil als Erstlinien-DMARD bei RA mit niedriger bis moderater Aktivitaet sowie bei SLE als Dauertherapie unabhaengig von der Krankheitsaktivitaet.

Dosierung und Anwendung

Die Dosierung von Plaquenil wird koerpergewichtsadaptiert festgelegt, da die Retinaxizitaet eng mit der kumulativen und der tagesgewichtsbezogenen Dosis korreliert.

Empfohlene Tagesdosis: Hoechstens 5 mg pro kg tatsaechlichem Koerpergewicht pro Tag. Die uebliche Erwachsenendosis betraegt 200 bis 400 mg taeglich, aufgeteilt auf eine oder zwei Einnahmen.

Bei Patienten und Patientinnen unter 35 kg oder ueber 155 cm sollte die ideale Koerpergroesse als Referenz herangezogen werden.

Einnahme: Die Tabletten werden mit Wasser zu den Mahlzeiten eingenommen, um die gastrointestinale Vertraeglichkeit zu verbessern. Eine Tablette Plaquenil enthaelt 200 mg Hydroxychloroquinsulfat, entsprechend 155 mg Hydroxychloroquin-Base.

Therapiebeginn: Der Wirkungseintritt ist verzoegert und tritt bei RA und SLE typischerweise nach 6 bis 12 Wochen ein. Die vollstaendige Wirkung kann erst nach 3 bis 6 Monaten beurteilt werden.

Niereninsuffizienz: Bei eingeschraenkter Nierenfunktion (eGFR kleiner als 30 ml/min/1,73m2) Dosisreduktion und engmaschige Kontrolle empfohlen, da die Elimination verzoegert ist.

Nebenwirkungen

Plaquenil ist insgesamt gut vertraeglich. Die haeufigsten Nebenwirkungen betreffen den Gastrointestinaltrakt und treten vorwiegend zu Beginn der Therapie auf.

Sehr haeufig:

  • Uebelkeit, Bauchschmerzen, Diarrhoe (besonders zu Therapiebeginn)

Haeufig:

  • Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit
  • Hautausschlag, Pruritus
  • Stimmungsschwankungen, emotionale Labilitat

Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen:

  • Retinopathie: Die wichtigste langfristige Nebenwirkung. Bei hohen Dosen oder langer Therapiedauer (mehr als 5 Jahre) kann es zu irreversibler Makulopathie kommen. Regelmaessige augenarztliche Kontrollen sind zwingend erforderlich.
  • Kardiomyopathie und Rhythmusstorungen: Sehr selten, aber potenziell lebensbedrohlich. Plaquenil kann das QT-Intervall verlaengern.
  • Hamatotoxizitat: Agranulozyose, aplastische Anaemie (sehr selten).
  • Neuropathie und Myopathie: Periphere Neuropathie wurde berichtet.

Bei plotzlichen Sehstoerungen sofort einen Ophthalmologen aufsuchen. Bei Herzrhythmusstorungen oder Bewusstlosigkeit Notruf 112 anrufen.

Kontraindikationen

  • Bekannte Ueberempfindlichkeit gegenueber Hydroxychloroquin, Chloroquin oder anderen 4-Aminochinolinen
  • Vorbestehende Makulaerkrankungen oder Retinopathie
  • Porphyrie
  • Myasthenia gravis (kann Symptome verschlechtern)
  • Psoriasis (kann Schuebe ausloesen)
  • Schwere Leberinsuffizienz
  • G6PD-Mangel (Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel), erhoehtes Hamolyserisiko

Wechselwirkungen

Plaquenil weist mehrere klinisch relevante Wechselwirkungen auf:

  • QT-Zeit-verlaengernde Arzneimittel: Antiarrhythmika (Amiodaron, Sotalol), Antipsychotika, Makrolid-Antibiotika, Fluorchinolon-Antibiotika, erhoehtes Risiko fuer Torsade de pointes. Kombination vermeiden.
  • Antazida und Kaolin: Reduktion der Resorption von Hydroxychloroquin um bis zu 50 Prozent. Einnahmeabstand von mindestens 4 Stunden einhalten.
  • Digoxin: Plaquenil kann die Digoxin-Plasmakonzentration erhoehen, Digoxin-Spiegel ueberwachen.
  • Ciclosporin: Erhoehte Ciclosporin-Spiegel moeglich.
  • Insulinpraeparate und orale Antidiabetika: Hydroxychloroquin verbessert die Glukosekontrolle und kann das Hypoglykaemierisiko erhoehen, Blutzucker engmaschig kontrollieren.
  • Mefloquin: Erhoehtes Risiko fuer Krampfanfaelle.

Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit

Die Anwendung von Plaquenil in der Schwangerschaft wird bei Patientinnen mit SLE in der Regel fortgefuehrt und ist nach aktueller Datenlage bei sorgfaeltiger Nutzen-Risiko-Abwaegung vertretbar.

Hydroxychloroquin ueberquert die Plazenta, aber bisher wurden keine wesentlich erhoehten Raten kongenitaler Fehlbildungen in gut konzipierten Studien beobachtet.

Die Leitlinien der European League Against Rheumatism (EULAR) empfehlen, Hydroxychloroquin waehrend der Schwangerschaft bei SLE beizubehalten, da das Absetzen das Schubrisiko erhoht und Lupus-Schuebe in der Schwangerschaft mit schwerwiegenden Komplikationen assoziiert sind.

Hydroxychloroquin tritt in die Muttermilch ueber, jedoch in geringen Konzentrationen. Das Stillen gilt als vereinbar mit der Einnahme von Plaquenil, sofern keine weiteren Risikofaktoren beim Kind vorliegen.

Die Fachgesellschaften (DGRh, EULAR) betrachten Hydroxychloroquin als ein der am besten untersuchten und vertraeglichsten Medikamente in Schwangerschaft und Stillzeit in der Rheumatologie.

Ophthalmologische Ueberwachung

Aufgrund des Retinopathierisikos ist eine regelmaessige augenarztliche Ueberwachung zwingend vorgeschrieben:

  • Baseline-Untersuchung: Vor Therapiebeginn oder innerhalb des ersten Jahres.
  • Jahrliche Kontrolluntersuchungen: Ab dem 5. Therapiejahr (oder frueher bei Risikofaktoren wie Niereninsuffizienz, hoher Tagesdosis, bestehender Makulaerkrankung).
  • Untersuchungsmethoden: Automatisiertes Gesichtsfeld (10-2-Perimetrie), optische Kohaerenztomographie (OCT), multifokales Elektroretinogramm (mfERG).

Aufbewahrung

Plaquenil bei Raumtemperatur (15 bis 25 Grad Celsius), vor Licht und Feuchtigkeit geschuetzt lagern. Nicht im Badezimmer aufbewahren. Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Bei versehentlicher Einnahme durch Kinder sofort den Giftnotruf kontaktieren (Berlin: 030 19240, Muenchen: 089 19240) oder den Notruf 112 anrufen.

Haeufig gestellte Fragen zu Plaquenil

Wie lange dauert es, bis Plaquenil wirkt? . Bei rheumatoider Arthritis und Lupus tritt die volle Wirkung erst nach 6 bis 12 Wochen ein.

Eine abschliessende Beurteilung sollte nach 3 bis 6 Monaten erfolgen. Setzen Sie Plaquenil nicht fruehzeitig ab, wenn Sie noch keine Verbesserung sehen.

Kann ich Plaquenil dauerhaft einnehmen?
Ja, Plaquenil ist als Langzeittherapie konzipiert. Bei SLE wird es oft als Dauertherapie empfohlen, auch wenn die Krankheit remittiert. Bei Langzeitanwendung sind die ophthalmologischen Kontrolluntersuchungen besonders wichtig.

Muss ich waehrend der Plaquenil-Therapie regelmaessig zum Augenarzt?
Ja, das ist obligatorisch. Vor Therapiebeginn und ab dem 5. Jahr jaehrlich. Bei Risikofaktoren (Niereninsuffizienz, hohe Dosis) frueher beginnen. Eine Retinopathie kann irreversibel sein und im schlimmsten Fall zur Erblindung fuehren.

Welche Wechselwirkungen mit anderen Rheumamitteln sind zu beachten? . Plaquenil wird haeufig mit Methotrexat kombiniert (Triple-Therapie mit Sulfasalazin). Diese Kombination gilt als sicher und effektiv.

Biologika koennen ebenfalls kombiniert werden. Sprechen Sie alle Medikamente mit Ihrem Rheumatologen oder Ihrer Rheumatoloigin durch.

Erstattet die GKV Plaquenil?
Ja, bei den zugelassenen Indikationen (SLE, RA, Malaria) erstattet die GKV die Kosten vollstaendig, sofern ein Vertragsarzt das Praeparat verschreibt.

Was soll ich bei Magenbeschwetden durch Plaquenil tun? . Nehmen Sie Plaquenil stets zu den Mahlzeiten ein. Teilen Sie die Tagesdosis auf zwei Einnahmen auf.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Aerztin, wenn Beschwerden anhalten, in manchen Faellen ist eine voruebergehende Dosisreduktion sinnvoll.

Ist Plaquenil ein Kortison?
Nein. Plaquenil ist kein Kortikosteroid. Es ist ein Antimalariamittel mit immunmodulatorischen Eigenschaften und gehoert zur Klasse der DMARDs (disease-modifying antirheumatic drugs).

Quellen

  • Bundesinstitut fuer Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Fachinformation Plaquenil. www.bfarm.de
  • Deutsche Gesellschaft fuer Rheumatologie (DGRh): S2e-Leitlinie Rheumatoide Arthritis.
  • EULAR: Recommendations for the Management of SLE, 2023.
  • Gelbe Liste Pharmindex: Plaquenil Produktmonographie. www.gelbe-liste.de
  • IQWiG, Institut fuer Qualitaet und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. www.iqwig.de

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