Propranolol
Propranolol ist ein nicht-selektiver Betablocker, der in Deutschland zur Behandlung von Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, koronarer Herzkrankheit, Migraeneprophylaxe und essentiellem Tremor eingesetzt wird.
Als verschreibungspflichtiges Arzneimittel wird es vom BfArM reguliert und ist bei gegebener Indikation als GKV-Leistung erstattungsfaehig.
Die Anwendung erfordert aerztliche Ueberwachung wegen der Auswirkungen auf Herzfrequenz und Bronchien.
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Propranolol – nicht-selektiver Betablocker mit breitem Indikationsspektrum
Propranolol ist ein nicht-kardioselektiver Betaadrenozeptorblocker der ersten Generation, der seit ueber 60 Jahren in der klinischen Praxis eingesetzt wird.
In Deutschland unterliegt Propranolol der Verschreibungspflicht und wird vom Bundesinstitut fuer Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) reguliert.
Es zaehlt zu den aeltesten und am gruendlichsten untersuchten Betablockern und ist in vielen Indikationen ein Mittel der Wahl.
Gesetzlich Krankenversicherte koennen Propranolol bei entsprechender Indikation auf Kassenrezept erhalten, da es als wirtschaftliche und medizinisch notwendige Therapie vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) anerkannt wird.
Das IQWiG bestaetigt den Zusatznutzen von Betablockern in spezifischen kardialen und neurologischen Indikationen. Die Verordnung erfolgt durch den Hausarzt, Kardiologen, Neurologen oder weiteren Fachaerzten je nach Indikation.
Wirkungsmechanismus von Propranolol
Propranolol blockiert kompetitiv und nicht-selektiv sowohl Beta-1- als auch Beta-2-Adrenozeptoren.
Durch die Blockade der Beta-1-Rezeptoren im Herzen werden die Herzfrequenz (negativ chronotrop), die Kontraktionskraft (negativ inotrop) und die atrioventrikulaere Ueberleitung (negativ dromotrop) vermindert.
Dies fuehrt zu einer Reduktion des Herzminutenvolumens und des myokardialen Sauerstoffbedarfs.
Die Blockade der Beta-2-Rezeptoren in der Bronchialmuskulatur kann zur Bronchokonstriktion fuehren, was Propranolol bei Asthma und COPD kontraindiziert.
Propranolol hemmt ausserdem die Reninausschuettung durch die Niere, was zur antihypertensiven Wirkung beitraegt.
Im ZNS vermindert Propranolol die sympathisch vermittelte Tremorkomponente und beeinflusst die serotonerge Modulation, was die Wirksamkeit bei Migrane und essentiellem Tremor erklaert.
Indikationen und Anwendungsgebiete
Propranolol ist in Deutschland fuer folgende Indikationen zugelassen:
- Arterielle Hypertonie: Bluthochdruck, ggf. in Kombination mit anderen Antihypertensiva
- Koronare Herzkrankheit: Stabile Angina pectoris, Sekundaerpraevention nach Herzinfarkt
- Herzrhythmusstörungen: Supraventrikulaere Tachykardien, Vorhofflimmern (Frequenzkontrolle), ventrikulaere Arrhythmien
- Herzinsuffizienz: In Kombination mit anderen Herzinsuffizienzmedikamenten nach Stabilisierung (niedrig dosiert beginnen)
- Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie (HOCM)
- Phaeochromozytom: Als Ergaenzung zu Alphablocker zur perioperativen Kontrolle
- Migraeneprophylaxe: Zur Vorbeugung von Migraneanfaellen
- Essentieller Tremor: Zur symptomatischen Behandlung
- Thyreotoxikose / Hyperthyreose: Zur Kontrolle tachykarder Symptome
- Situative Angst / Leistungsangst: Off-label, aber haeufig in der Praxis eingesetzt
Dosierung und Anwendung
Die Dosierung von Propranolol haengt stark von der Indikation ab:
- Hypertonie: Initial 40 mg zweimal taeglich, Steigerung auf 80-160 mg zweimal taeglich
- Angina pectoris: 40-80 mg zweimal oder dreimal taeglich
- Arrhythmien: 10-40 mg dreimal taeglich
- Migraeneprophylaxe: 40-80 mg zweimal taeglich, Zieldosis 160-240 mg/Tag
- Essentieller Tremor: 40 mg zweimal taeglich, ggf. bis 120 mg/Tag
- Thyreotoxikose: 10-40 mg dreimal bis viermal taeglich
Propranolol-Tabletten werden zu oder nach den Mahlzeiten mit ausreichend Fluessigkeit eingenommen, vorzugsweise zur gleichen Tageszeit. Abruptes Absetzen von Propranolol ist bei KHK-Patienten absolut zu vermeiden (Rebound-Effekt mit erhoehtem Herzinfarktrisiko); die Dosis muss schrittweise ueber 1-2 Wochen reduziert werden.
Nebenwirkungen von Propranolol
Haeufige Nebenwirkungen sind Bradykardie (verlangsamter Herzschlag), Muedigkeit, kalte Extremitaeten, Schwindel, Schlafstörungen und Albtraeume. Gastrointestinale Beschwerden (Uebelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall) kommen ebenfalls vor.
Sexuelle Dysfunktion (erektile Dysfunktion) ist bei Maennern haeufig. Bronchokonstriktion kann bei Asthmatikern und COPD-Patienten lebensbedrohlich sein.
Stoffwechselwirkungen umfassen Maskierung von Hypoglykamiesymptomen bei Diabetikern (ausser Schwitzen), Erhoehung der Triglyzeride und Senkung von HDL-Cholesterin. Seltene schwere Nebenwirkungen: AV-Block, Herzinsuffizienz-Dekompensation, schwere Bronchospasmen, Raynaud-Syndrom, psoriasiforme Hautveraenderungen, Depression, Halluzinationen.
Bei Bradykardie unter 50 bpm, Atemnot oder Bewusstlosigkeit sofort Notruf 112 waehlen.
Kontraindikationen
Propranolol ist kontraindiziert bei:
- Bronchialasthma und schwerer COPD (Risiko fataler Bronchospasmen)
- AV-Block Grad II und III (ohne Schrittmacher)
- Sinusknotensyndrom
- Schwerer Herzinsuffizienz (NYHA IV) im dekompensierten Stadium
- Kardiogenem Schock
- Schwerer peripherer arterieller Verschlusskrankheit
- Metabolischer Azidose
- Unkontrolliertem Phaeochromozytom (ohne vorherige Alphablocker-Gabe)
- Ueberempfindlichkeit gegenueber Propranolol oder Hilfsstoffen
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Propranolol weist zahlreiche klinisch relevante Wechselwirkungen auf:
- Calciumkanalblocker (Verapamil, Diltiazem): Additive AV-Blockade und Bradykardie; Kombination in der Regel kontraindiziert
- Antiarrhythmika (Amiodaron, Chinidin): Erhoehtes Bradykardie- und AV-Blockrisiko
- Clonidin: Abruptes Absetzen von Clonidin bei gleichzeitiger Betablocker-Therapie kann hypertensive Krisen ausloesen
- Antidiabetika: Maskierung von Hypoglykamiesymptomen; bei Insulin und oralen Antidiabetika erhoehte Vorsicht geboten
- NSAIDs: Abschwaechung der antihypertensiven Wirkung
- Sympathomimetika (z. B. Adrenalin): Paradoxe Hypertonie moeglich
- CYP2D6-Hemmer (Chinidin, Fluoxetin): Erhoeht Propranolol-Plasmaspiegel
Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit
Propranolol wird in der Schwangerschaft gelegentlich eingesetzt (z. B. bei Hypertonie oder maternaler Hyperthyreose), jedoch nur unter strenger Indikationsstellung und aerztlicher Ueberwachung.
Es kann die Plazentaschranke passieren und beim Neugeborenen Bradykardie, Hypoglykamie, Atemstörungen und intrauterine Wachstumsretardierung verursachen.
In der Stillzeit geht Propranolol in geringen Mengen in die Muttermilch ueber; eine Ueberwachung des Neugeborenen auf Bradykardie und Hypoglykamie ist empfohlen.
Die Anwendung sollte nur erfolgen, wenn der Nutzen fuer die Mutter das Risiko fuer das Kind ueberwiegt.
Aufbewahrungshinweise
Propranolol-Tabletten sind bei Raumtemperatur (15-25 Grad Celsius) trocken und lichtgeschuetzt in der Originalverpackung aufzubewahren. Ausserhalb der Sicht- und Reichweite von Kindern lagern. Verfallsdatum beachten. Nicht verwendete Arzneimittel gemaess lokalen Vorschriften entsorgen, nicht ueber die Kanalisation oder den Hausmuell.
Haeufig gestellte Fragen (FAQ)
Darf ich Propranolol abrupt absetzen?
Nein. Propranolol darf bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit oder Herzinsuffizienz niemals abrupt abgesetzt werden.
Ein abruptes Absetzen kann einen Rebound-Effekt mit Anstieg der Herzfrequenz, Blutdruckanstieg und sogar Herzinfarkt ausloesen. Die Dosis muss immer unter aerztlicher Aufsicht schrittweise ueber 1-2 Wochen reduziert werden.
Kann ich Propranolol bei Asthma anwenden?
Nein. Propranolol ist bei Bronchialasthma und schwerer COPD absolut kontraindiziert, da es durch die Beta-2-Blockade schwere, lebensbedrohliche Bronchospasmen ausloesen kann. Bei diesen Patienten muessen, wenn Betablocker notwendig sind, kardioselektive Betablocker (z. B. Bisoprolol, Metoprolol) bevorzugt werden.
Wie lange dauert es, bis Propranolol bei Bluthochdruck wirkt?
Eine Senkung der Herzfrequenz tritt rasch (innerhalb von Stunden) ein. Die volle antihypertensive Wirkung entwickelt sich ueber 1-2 Wochen. Regelmaessige Blutdruckkontrollen zu Beginn der Therapie sind wichtig, um die Dosis anpassen zu koennen.
Beeinflusst Propranolol den Blutzucker?
Ja. Propranolol kann die Warnsignale einer Hypoglykamie (ausser Schwitzen) bei Diabetikern maskieren. Ausserdem kann es die Glukoneogenese verlangsamen, was das Hypoglykamierisiko verlaengert. Diabetiker unter Propranolol sollten engmaschige Blutzuckerkontrollen durchfuehren.
Kann ich bei der Einnahme von Propranolol Sport treiben?
Sport ist in der Regel erlaubt, aber die Herzfrequenzreaktion auf Belastung wird gedaempft. Maximale Herzfrequenz im Sport ist niedriger als ohne Propranolol.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt ueber die fuer Sie geeignete Belastungsintensitaet. Leistungssportler sollten beachten, dass Propranolol in bestimmten Sportarten als Dopingmittel gilt.
Kann Propranolol bei Angst oder Buehnenangst eingesetzt werden?
Off-label wird Propranolol zur Behandlung von situativer Angst, Rednerangst und Buehnenangst eingesetzt. Es reduziert koerperliche Angstsymptome (Zittern, Herzklopfen, Schwitzen), ohne stark zu sedieren. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt ueber die Eignung in Ihrem individuellen Fall.
Kann Propranolol Gewichtszunahme verursachen?
Gewichtszunahme ist eine moegliche Nebenwirkung von Betablockern, einschliesslich Propranolol. Sie ist haeufig auf vermindertes Kalorienverbrauchsniveau durch reduzierte Herzfrequenz und koerperliche Aktivitaetsreduktion zurueckzufuehren. Eine gewichtsbewusste Ernaehrung und regelmaessige aerztliche Kontrolle sind empfohlen.
Propranolol im klinischen Alltag: Praktische Empfehlungen
In der deutschen ambulanten Versorgung wird Propranolol am haeufigsten bei Bluthochdruck, Vorhofflimmern und Migraeneprophylaxe eingesetzt. Es ist als Generikum verfuegbar und daher kostenguenstig.
Patienten sollten ihren Hausarzt oder Kardiologen regelmaessig aufsuchen (alle 3-6 Monate) und die Herzfrequenz und den Blutdruck regelmaessig selbst kontrollieren.
Handelsübliche Blutdruckmessgeraete fuer den Heimgebrauch (zertifiziert gemaess ESH-Standard) sind hierfuer geeignet.
Eine Herzfrequenz von dauerhaft unter 50 bpm in Ruhe oder unter 40 bpm unter Belastung sollte umgehend aerztlich abgeklaert werden.
Propranolol wird im Rahmen der GKV-Versorgung erstattet, sofern eine anerkannte Indikation vorliegt und die Verordnung durch einen Vertragsarzt erfolgt.
Patienten sollten einen Notfallausweis oder eine Medikamentenliste mitfuehren, auf der Propranolol vermerkt ist, damit medizinisches Personal im Notfall ueber die Betablocker-Therapie informiert ist.
Dies ist besonders wichtig bei Allergieeinsaetzen: Adrenalin-Autoinjektoren koennen bei Betablocker-Einnahme weniger wirksam sein; Notfallaerzte muessen darueber informiert werden.
Quellen und weiterfuehrende Informationen
- Bundesinstitut fuer Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): www.bfarm.de
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): www.g-ba.de
- Institut fuer Qualitaet und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.iqwig.de
- Gelbe Liste Online: www.gelbe-liste.de
- Deutsche Herzstiftung: www.herzstiftung.de
- Deutsche Gesellschaft fuer Kardiologie (DGK) – Leitlinien: www.dgk.org
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