Torasemid
Torasemid ist ein Schleifendiuretikum, das zur Behandlung von Odemen bei Herzinsuffizienz, Leber- oder Nierenerkrankungen sowie bei Bluthochdruck eingesetzt wird.
Es fordert die Ausscheidung von Natrium und Wasser uber die Niere und entlastet damit das Herz-Kreislauf-System.
In Deutschland ist Torasemid von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) erstattungsfahig und wird haufig durch den Hausarzt verschrieben.
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Einleitung: Torasemid als Schleifendiuretikum
Torasemid ist ein potentes Schleifendiuretikum, das in Deutschland weit verbreitet zur Behandlung von Flussigkeitsansammlungen im Korper (Odemen) und zur Blutdrucksenkung eingesetzt wird.
Als Wirkstoff aus der Gruppe der Sulfonylurea-Derivate ist Torasemid in verschiedenen Dosierungen erhaltlich und durch das BfArM zugelassen.
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) erstattet Torasemid in der Regel vollstandig, da es auf der Liste der bevorzugten Arzneimittel (Rabattvertrage) zahlreicher Krankenkassen steht.
Die wichtigste Anwendung von Torasemid liegt in der Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz, wo es zusammen mit anderen Herzmedikamenten wie ACE-Hemmern, Betablockern und Aldosteron-Antagonisten den Goldstandard der medikamentosen Therapie bildet.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) und die Deutsche Gesellschaft fur Kardiologie haben Schleifendiuretika in ihre Leitlinien zur Herzinsuffizienz aufgenommen.
Das IQWiG hat die Wirksamkeit von Torasemid im Vergleich zu Furosemid bewertet und dabei vergleichbare klinische Effekte bei moglicherweise besserer Vertraglichkeit festgestellt.
Wirkungsmechanismus von Torasemid
Torasemid wirkt als Hemmstoff des Natrium-Kalium-Chlorid-Cotransporters (NKCC2) im aufsteigenden dicken Teil der Henle-Schleife der Niere.
Dieser Transporter ist fur die Reabsorption von Natrium, Kalium und Chlorid aus dem Tubuluslumen zustandig.
Durch die Hemmung dieses Transporters verhindert Torasemid die Ruckresorption dieser Ionen, was zu einer stark erhohten Ausscheidung von Natrium, Chlorid und Wasser im Urin fuhrt.
Dieser Effekt ist ausgepragter als bei anderen Diuretikaklassen wie Thiaziddiuretika.
Im Vergleich zu dem anderen wichtigen Schleifendiuretikum Furosemid weist Torasemid eine hohere orale Bioverfugbarkeit von etwa 80 bis 90 Prozent auf (Furosemid: 50 bis 60 Prozent), was die intraindividuelle Variabilitat der Wirkung reduziert.
Torasemid hat zudem eine langere Wirkdauer von etwa 6 bis 8 Stunden (Furosemid: 4 bis 6 Stunden), was eine einmal tagliche Gabe ermoglicht und die Therapietreue (Compliance) verbessert.
Zusatzlich hemmt Torasemid den Aldosteron-Rezeptor partiell, was zu einer verringerten Kaliumausscheidung im Vergleich zu anderen Schleifendiuretika fuhrt.
Zugelassene Indikationen in Deutschland
In Deutschland ist Torasemid fur folgende Indikationen zugelassen: Erstens zur Behandlung von Odemen bei chronischer Herzinsuffizienz (Herzodeme), einschliesslich akuter Dekompensation.
Zweitens zur Behandlung von Odemen bei chronischen Nierenerkrankungen (renale Odeme), auch bei eingeschrankter Nierenfunktion, da Torasemid, anders als Thiazide, auch bei einer glomerularen Filtrationsrate (GFR) unter 30 ml/min wirksam bleibt.
Drittens zur Behandlung von Odemen bei Lebererkrankungen (hepatische Odeme, Aszites), meist in Kombination mit einem Aldosteron-Antagonisten wie Spironolacton.
Viertens zur Behandlung der arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck), wo es als alternatives oder erganzendes Diuretikum eingesetzt wird.
Die Entscheidung fur Torasemid gegenuber anderen Diuretika trifft der behandelnde Arzt unter Berucksichtigung der individuellen Patientensituation, der Nierenfunktion, der Komorbiditat und der aktuellen Leitlinien.
Im klinischen Alltag wird Torasemid aufgrund seiner besseren Bioverfugbarkeit und Wirkungskonstanz von vielen Kardiologen und Hausarzten bevorzugt.
Dosierung und Anwendung von Torasemid
Die Dosierung von Torasemid variiert je nach Indikation und individueller Patientensituation erheblich. Grundsatzlich wird die niedrigste wirksame Dosis angestrebt, um Nebenwirkungen zu minimieren.
Bei der chronischen Herzinsuffizienz beginnt die Therapie haufig mit 5 bis 10 mg Torasemid einmal taglich oral.
Abhangig vom klinischen Ansprechen, beurteilt anhand von Odemen, Korpergewicht und Symptomen, kann die Dosis auf 20 bis 40 mg erhoht werden.
In schweren Fallen oder bei akuter Dekompensation konnen bis zu 200 mg taglich notwendig sein, wobei dann haufig auf intravenose Gabe umgestellt wird.
Bei renalen Odemen betragt die ubliche orale Dosis 20 mg einmal taglich, die auf bis zu 200 mg gesteigert werden kann.
Bei hepatischen Odemen beginnt man mit 5 bis 10 mg, eine gleichzeitige Gabe von Spironolacton ist in der Regel erforderlich.
Zur Blutdruckbehandlung genugt meist eine Dosis von 2,5 mg einmal taglich. Torasemid-Tabletten sollten morgens eingenommen werden, um nachtliche Harndrangepisoden zu vermeiden.
Die Tabletten konnen mit oder ohne Mahlzeiten eingenommen werden. Bei intravenaser Gabe in der Klinik gelten gesonderte Richtlinien.
Wichtig: Kontrollieren Sie Ihr Korpergewicht taglich und informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie innerhalb von zwei Tagen mehr als zwei Kilogramm zunehmen, dies kann auf eine Verschlechterung der Herzinsuffizienz hinweisen.
Ihr Arzt wird regelmasige Blutkontrollen zur Uberwachung von Elektrolyten (besonders Natrium und Kalium), Nierenfunktion und Blutzucker durchfuhren.
Nebenwirkungen von Torasemid
Die haufigste klinisch relevante Nebenwirkung von Torasemid ist die Elektrolytentgleisung, insbesondere Hypokaliamie (zu niedriger Kaliumspiegel im Blut). Niedrige Kaliumspiegel konnen zu Muskelkrampfen, Herzrhythmusstorungen und allgemeiner Muskelschwache fuhren.
Regelmassige Blutkontrollen sind daher unerlasslich. Ihr Arzt kann Kaliumsubstitutionsprasparate oder kaliumsparende Diuretika (z.B. Spironolacton) verordnen, um dem Kaliummangel entgegenzuwirken.
Weitere elektrolytbedingte Nebenwirkungen umfassen Hyponatriamie (Natriumarmut), Hypomagnesiamie und metabolische Alkalose.
Eine ubermassige Diurese kann zu Dehydratation, Blutdruckabfall (besonders beim Aufstehen: orthostatische Hypotension) und Verminderung des Blutvolumens fuhren, was die Nierenfunktion verschlechtern kann (renale Azotamie).
Hyperurikamie (erhohter Harnsaurespiegel) mit moglicher Verschlechterung einer bestehenden Gichterkrankung ist ebenfalls bekannt.
Haufige, aber weniger schwerwiegende Nebenwirkungen umfassen Durst, Mundtrockenheit, Schwindel, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden. Bei zu hoher Dosierung kann Ototoxizitat (Horschadigung) auftreten, die bei Torasemid jedoch seltener ist als bei Furosemid. Selten wurden allergische Reaktionen, Haut ausschlage und Photosensibilisierung berichtet.
Kontraindikationen
Torasemid ist kontraindiziert bei Uberempfindlichkeit gegenuber dem Wirkstoff oder Sulfonamiden, bei Nierenversagen mit Anurie (kein Urinfluss), bei hepatischem Koma und Prakom a sowie bei schwerer Hypokaliamie oder Hyponatriamie.
Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Prostatavergroserung (Harnabflussstorung), bei Gicht, bei Diabetes mellitus (Torasemid kann den Blutzucker erhohen) und bei Hypotonie.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Torasemid kann mit zahlreichen Arzneimitteln interagieren. ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten konnen den blutdrucksenkenden Effekt von Torasemid verstarken und bei Kombination zu einem starken Blutdruckabfall fuhren.
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs) wie Ibuprofen und Diclofenac konnen die diuretische und antihypertensive Wirkung abschwachen und das Risiko einer akuten Nierenschadigung erhohen.
Herzglykoside (Digoxin) konnen durch eine Torasemid-induzierte Hypokaliamie toxisch werden, regelmassige Kaliumkontrollen sind zwingend.
Aminoglykosid-Antibiotika (z.B. Gentamicin) und Cisplatin in Kombination mit Torasemid erhohen das Ototoxizitatsrisiko erheblich. Lithium-Spiegel konnen durch Torasemid-bedingte Natriumverarmung ansteigen und toxisch werden.
Antidiabetika konnen in ihrer Wirkung abgeschwacht werden, da Torasemid den Blutzucker erhohen kann. Kortikosteroide und Laxantien verstarken den Kaliumverlust.
Teilen Sie Ihrem Arzt und Apotheker immer alle eingenommenen Medikamente mit.
Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit
Torasemid sollte in der Schwangerschaft moglichst nicht eingesetzt werden, da Diuretika das Plasmavolumen der Mutter reduzieren und damit die uteroplazentare Perfusion beeintrachtigen konnen.
Im ersten Trimester ist Torasemid kontraindiziert. Falls eine Diuretikatherapie in der Schwangerschaft unvermeidbar ist, sollte dies nur unter strenger arztlicher Uberwachung mit der niedrigstmoglichen wirksamen Dosis erfolgen.
Torasemid geht in die Muttermilch uber. Da Diuretika die Milchproduktion hemmen konnen und mogliche Auswirkungen auf den Saugling bestehen, wird das Stillen unter Torasemid-Therapie nicht empfohlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt uber Alternativen, wenn Sie stillen mochten.
Aufbewahrung von Torasemid
Torasemid-Tabletten sind bei Raumtemperatur (nicht uber 25 Grad Celsius), trocken und lichtgeschutzt aufzubewahren. Das Arzneimittel ist ausserhalb der Reichweite von Kindern zu lagern.
Entsorgen Sie Torasemid nicht uber das Abwasser oder den Hausmull; geben Sie nicht mehr benotigte Packungen in die Apotheke zuruck.
Tagliches Selbstmonitoring bei Torasemid-Therapie
Patienten unter Torasemid-Therapie, insbesondere mit chronischer Herzinsuffizienz, sollten folgende Selbstkontrollmassnahmen durchfuhren: Tagliche Gewichtsmessung unter gleichen Bedingungen (morgens nach dem Wasserlassen, vor dem Fruhstuck). Fuhren eines Gewichtstagebuchs.
Kontrolle auf Zeichen der Odeme (geschwollene Beine, Knochel). Beobachtung der Urinmenge und -farbe. Notieren Sie Ihre Befunde und bringen Sie das Tagebuch zu jedem Arzttermin mit.
Ihr Arzt wird in regelmasigen Abstanden Blutkontrollen durchfuhren (Elektrolyte, Kreatinin, Harnstoff, Blutzucker, Harnsaure). Die Haufigkeit der Kontrollen richtet sich nach der Stabilitat Ihrer Erkrankung.
Haufig gestellte Fragen zu Torasemid
Warum wird Torasemid morgens eingenommen? .
Torasemid wird aus praktischen Grunden morgens eingenommen, um die verstarte Harnproduktion auf den Tag zu konzentrieren und nachtliche Harndrangepisoden zu vermeiden, die den Schlaf storen wurden.
Wenn Ihr Arzt eine zweimal tagliche Einnahme verordnet hat, nehmen Sie die zweite Dosis spatestens am fruhenn Nachmittag ein.
Kann ich Torasemid bei Niereninsuffizienz nehmen? .
Ja, Torasemid ist eines der wenigen Diuretika, das auch bei deutlich eingeschrankter Nierenfunktion (GFR unter 30 ml/min) noch wirksam ist und eingesetzt werden kann, wahrend Thiaziddiuretika bei solch eingeschrankter Nierenfunktion weitgehend unwirksam sind.
Die Dosierung muss jedoch angepasst und die Nierenfunktion engmaschig uberwacht werden.
Was soll ich tun, wenn ich mich sehr schwindelig fuhle? . Schwindel kann ein Zeichen fur zu niedrigen Blutdruck oder Dehydratation sein.
Stehen Sie langsam auf (nicht abrupt), trinken Sie ausreichend (aber beachten Sie eventuelle Flussigkeitsbeschrankungen Ihres Arztes) und informieren Sie Ihren Hausarzt.
Bei starkem Schwindel, Ohnmachtsneigung oder Brustschmerzen rufen Sie sofort den Notruf 112 an.
Darf ich bei Torasemid-Therapie normal trinken? . Ja, eine ausreichende Flussigkeitszufuhr ist wichtig. Ihr Arzt wird Ihnen individuelle Empfehlungen geben, die von Ihrer Grunderkrankung abhangen.
Bei schwerer Herzinsuffizienz kann eine Flussigkeitsbeschrankung auf 1,5 bis 2 Liter taglich empfohlen werden. Folgen Sie immer den spezifischen Anweisungen Ihres Arztes.
Warum muss ich Elektrolyte kontrollieren lassen?
Torasemid steigert die Ausscheidung von Kalium, Natrium und Magnesium. Ein Kaliummangel kann zu gefahrlichen Herzrhythmusstorungen fuhren, insbesondere wenn Sie gleichzeitig Herzglykoside einnehmen. Regelmasige Blutkontrollen sind daher lebensnotwendig.
Unterschied zu Furosemid: Warum Torasemid? . Torasemid hat eine zuverlassigere und konstante Resorption im Darm (Bioverfugbarkeit 80-90% gegenuber 50-60% bei Furosemid). Dies fuhrt zu einer gleichmasigeren Wirkung.
Ausserdem hat Torasemid eine langere Wirkdauer, was einmal tagliche Einnahme ermoglicht. Studien zeigen tendenziell weniger Hospitalisierungen aufgrund von Herzinsuffizienz-Dekompensationen unter Torasemid im Vergleich zu Furosemid.
Quellen und weiterfuhrende Informationen
- Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): www.bfarm.de
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): www.g-ba.de
- Institut fur Qualitat und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.iqwig.de
- Gelbe Liste Pharmindex: www.gelbe-liste.de
- Deutsche Gesellschaft fur Kardiologie (DGK): Leitlinien zur Herzinsuffizienz
- European Society of Cardiology (ESC): Heart Failure Guidelines
Im Notfall wahlen Sie den Notruf 112 oder fahren Sie in die nachste Notaufnahme. Bei Zeichen einer Herzinsuffizienz-Dekompensation (starke Atemnot, schnelle Gewichtszunahme, ausgepragte Odeme) sofort arztliche Hilfe suchen.
Vergleichen Sie ähnliche Medikamente
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Es wird einmal taglich eingenommen, ist als Generikum erhaltlich und Atacand Plus Atacand Plus ist ein verschreibungspflichtiges Kombinationspräparat aus Candesartan und Hydrochlorothiazid zur Behandlung von Bluthochdruck, wenn eine Monotherapie nicht Atenolol Atenolol ist ein cardioselektiver Betablocker zur Behandlung von Bluthochdruck, Angina pectoris und bestimmten Herzrhythmusstörungen.
Das verschreibungspflichtige Medikam Atorvastatin Atorvastatin ist ein hochpotentes Statin zur Senkung erhöhter Cholesterin- und Triglyzeridwerte sowie zur Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall.
Als verschreibungsp Bisohexal Bisohexal enthält den Wirkstoff Bisoprololfumarat, einen kardioselektiven Beta-1-Blocker, der zur Behandlung von arteriellem Bluthochdruck, stabiler Angina pectoris und c Bisoprolol Bisoprolol ist ein kardioselektiver Betablocker zur Behandlung von Bluthochdruck, Angina pectoris und stabiler chronischer Herzinsuffizienz.
Der Wirkstoff blockiert selek Candesartan Candesartan ist ein verschreibungspflichtiger AT1-Rezeptorblocker zur Behandlung von Bluthochdruck und chronischer Herzinsuffizienz.
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