Alles über Allergien
Allergien gehören zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland. Etwa 30% der Bevölkerung leidet an einer oder mehreren Allergien – Tendenz steigend. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem übermäßig auf eigentlich harmlose Substanzen aus der Umwelt (Allergene) und löst unangenehme bis gefährliche Symptome aus. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Medikamenten lassen sich die meisten allergischen Beschwerden gut kontrollieren.
Häufige Allergiearten
Allergien können durch verschiedene Auslöser entstehen:
- Heuschnupfen (allergische Rhinitis): Reaktion auf Blütenpollen von Gräsern, Bäumen oder Kräutern. Saisonale Beschwerden: Niesen, laufende oder verstopfte Nase, juckende/tränende Augen, Müdigkeit. In Deutschland leiden etwa 15% der Bevölkerung an Heuschnupfen.
- Hausstauballergie: Reaktion auf Kot der Hausstaubmilben, die in Matratzen, Polstern und Teppichen leben. Ganzjährige Beschwerden, besonders morgens und nachts. Oft mit Asthma verbunden.
- Tierhaarallergie: Allergene befinden sich in Speichel, Hautschuppen und Urin von Tieren. Katzen lösen häufiger Allergien aus als Hunde.
- Nahrungsmittelallergien: Häufig: Nüsse, Milch, Eier, Weizen, Soja, Fisch, Schalentiere. Können von leichten Symptomen bis zur lebensbedrohlichen Anaphylaxie reichen.
- Insektengiftallergien: Reaktion auf Bienen- oder Wespenstiche. Können schwere anaphylaktische Reaktionen auslösen.
- Kontaktallergien: Reaktion auf Hautkontakt mit Nickel, Latex, Duftstoffen oder bestimmten Chemikalien.
- Nesselsucht (Urtikaria): Juckende Quaddeln auf der Haut, oft durch Allergene, aber auch durch Kälte, Wärme oder Stress ausgelöst.
Symptome einer Allergie
Die Symptome variieren je nach Allergieart und betroffenem Organ:
- Atemwege: Niesen, laufende oder verstopfte Nase, Husten, Atemnot, pfeifende Atmung
- Augen: Rötung, Jucken, Tränen, Schwellung der Augenlider
- Haut: Juckreiz, Rötung, Quaddeln, Ekzeme, Schwellungen
- Magen-Darm: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall (bei Nahrungsmittelallergien)
- Allgemein: Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen
Achtung: Bei schweren Reaktionen wie Atemnot, Kreislaufbeschwerden, Schwellung im Hals- oder Gesichtsbereich sofort den Notruf wählen – es könnte sich um eine lebensbedrohliche Anaphylaxie handeln!
Behandlung von Allergien
Die Allergiebehandlung basiert auf drei Säulen:
- Allergenvermeidung: Wenn möglich, den Kontakt mit dem Allergen minimieren
- Medikamentöse Therapie: Linderung der Symptome durch verschiedene Wirkstoffe
- Hyposensibilisierung: Langfristige Behandlung, die an der Ursache ansetzt
Allergiemedikamente im Überblick
Verschiedene Medikamentengruppen helfen bei allergischen Beschwerden:
- Antihistaminika (H1-Blocker): Blockieren die Wirkung von Histamin. Moderne Präparate wie Cetirizin, Loratadin, Fexofenadin und Desloratadin machen im Gegensatz zu älteren Wirkstoffen kaum müde. Sie lindern Niesen, Juckreiz, laufende Nase und Augenreizung effektiv.
- Kortikosteroid-Nasensprays: Fluticason, Mometason und Beclomethason sind äußerst wirksam bei chronischer Nasenverstopfung und nasalen Allergiesymptomen. Sie wirken entzündungshemmend und müssen regelmäßig angewendet werden für optimale Wirkung.
- Antiallergische Augentropfen: Cromoglicinsäure, Azelastin oder Ketotifen lindern juckende, tränende Augen.
- Leukotrien-Antagonisten: Montelukast wird bei allergischem Asthma und schwerer allergischer Rhinitis eingesetzt.
- Abschwellende Nasensprays: Xylometazolin oder Oxymetazolin helfen bei akuter Verstopfung, sollten aber maximal 7 Tage angewendet werden (Gefahr der Abhängigkeit).
- Notfallmedikamente: Adrenalin-Autoinjektoren (z.B. EpiPen) für Menschen mit Risiko für Anaphylaxie.
Hyposensibilisierung (Allergie-Impfung)
Die spezifische Immuntherapie ist die einzige Behandlung, die an der Ursache der Allergie ansetzt. Dabei wird der Körper über einen längeren Zeitraum (3-5 Jahre) an steigende Dosen des Allergens gewöhnt. Die Therapie kann als Spritzen (subkutan) oder als Tabletten/Tropfen unter der Zunge (sublingual) verabreicht werden. Sie ist besonders wirksam bei Pollen-, Hausstaubmilben- und Insektengiftallergien und kann das Fortschreiten zu Asthma verhindern.
Tipps zur Allergenvermeidung
Je nach Allergieart helfen verschiedene Maßnahmen:
- Bei Pollenallergie: Pollenflugkalender beachten, Fenster während der Hochsaison geschlossen halten (lüften morgens oder nach Regen), Pollenfilter für Auto und Wohnung, abends Haare waschen, Kleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen
- Bei Hausstauballergie: Allergen-undurchlässige Bettbezüge (Encasings), regelmäßig Bettwäsche bei 60°C waschen, Staubfänger entfernen, Luftfeuchtigkeit unter 50% halten
- Bei Tierhaarallergie: Idealerweise kein Haustier halten. Falls doch: Tier nicht ins Schlafzimmer lassen, häufig Staubsaugen mit HEPA-Filter, regelmäßig Hände waschen nach Tierkontakt
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