Behandlungsleitfaden für Allergien
Verfügbare Behandlungsoptionen
Die Auswahl an Medikamenten ist groß, und ich passe die Therapie immer individuell an. Bei den Tabletten setze ich bevorzugt auf moderne Wirkstoffe der zweiten Generation, die kaum noch müde machen.
Dazu gehören Ebastin (auch bekannt als das Markenprodukt Ebastel ), Desloratadin (wie Aerius ) und Fexofenadin (bekannt als Telfast ). Für schnelle Hilfe bei akuten Schüben nutzen wir manchmal Präparate wie Arlin Rapid .
Wenn die Nase das Hauptproblem ist, reichen Tabletten oft nicht aus. Hier verschreibe ich kortisonhaltige Nasensprays wie Avamys . Bei extrem hartnäckigen, verstopften Nasen ist Dymista (eine Kombination aus Antihistaminikum und Kortison) mein absoluter Favorit, da es doppelt angreift.
Gegen juckende Augen helfen lokale Tropfen wie Opatanol hervorragend. Bei allergischem Asthma oder starken Atemwegsbeschwerden greife ich auf Allergospasmin N zurück.
Ältere, stark sedierende Mittel wie Promethazin verschreibe ich heutzutage fast ausschließlich, wenn extremer nächtlicher Juckreiz den Patienten um den Schlaf bringt. Ein interessanter Sonderfall in meiner Praxis: Manchmal triggert die massive allergische Verstopfung der Nebenhöhlen echte Migräneattacken, für die eigentlich Triptane wie Ascotop gedacht sind.
Hier müssen wir zwingend die zugrundeliegende Allergie behandeln, um die Migräneanfälle dauerhaft zu stoppen.
Was Sie von der Behandlung erwarten können
Die Erwartungshaltung ist entscheidend für den Therapieerfolg. Tabletten wirken meist innerhalb von ein bis zwei Stunden und lindern Niesen und Juckreiz zuverlässig. Bei Nasensprays sieht das anders aus: Viele Patienten setzen ihr Kortisonspray nach drei Tagen frustriert ab, weil 'nichts passiert'.
Aus meiner klinischen Erfahrung muss ich betonen: Lokales Kortison braucht oft fünf bis sieben Tage kontinuierlicher Anwendung, bis der volle entzündungshemmende Spiegel im Gewebe aufgebaut ist. Bitte haben Sie hier etwas Geduld.
Selbstfürsorge und Prävention
Medikamente sind nur die halbe Miete. Die Reduzierung der Allergenlast in Ihrem direkten Umfeld ist genauso wichtig. Ein Tipp, den Sie selten im Lehrbuch finden, der aber bei meinen Patienten Wunder wirkt: Wenn Sie Haustiere haben und Pollenallergiker sind, wischen Sie Ihren Hund oder Ihre Katze mit einem feuchten Tuch ab, wenn das Tier von draußen hereinkommt.
Tiere sind wandelnde Pollenstaubsauger, die die Allergene direkt in Ihr Wohnzimmer und Ihr Bett tragen. Zudem sollten Sie abends immer die Haare waschen und Ihre Straßenkleidung niemals im Schlafzimmer ausziehen.












