Tamiflu
Tamiflu (Wirkstoff: Oseltamivir) ist ein antivirales Arzneimittel aus der Klasse der Neuraminidase-Hemmer, das zur Behandlung und Prophylaxe der Influenza (Grippe) bei Erwachsenen und Kindern ab einem Jahr eingesetzt wird.
Es hemmt die Virusvermehrung und kann bei fruehzeitiger Einnahme den Krankheitsverlauf verkuerzen und Komplikationen reduzieren.
In Deutschland ist Tamiflu verschreibungspflichtig und wird im Pandemiefall von Gesundheitsbehoerden als Reservemedikament bevorratet.
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Einleitung: Tamiflu als antivirales Mittel gegen Influenza
Tamiflu ist der Handelsname fuer den Wirkstoff Oseltamivir, einen oral anwendbaren Neuraminidase-Hemmer, der zur Behandlung und Vorbeugung der Influenza (Grippe) zugelassen ist.
Das Praeparat wird von Roche hergestellt und ist seit 2002 in der Europaeischen Union zugelassen.
In Deutschland unterliegt Tamiflu der Verschreibungspflicht und wird vom Bundesinstitut fuer Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) reguliert.
Das Institut fuer Qualitaet und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat die Wirksamkeit von Oseltamivir bewertet und festgestellt, dass es bei zeitgerechter Anwendung die Symptomdauer um etwa einen Tag verkuerzen kann und das Komplikationsrisiko, insbesondere Pneumonie und Krankenhauseinweisung, bei Hochrisikogruppen reduziert.
Influenza ist eine schwere Atemwegsinfektionskrankheit, die in Deutschland jedes Jahr saisonal auftritt und insbesondere aeltere Menschen, Kleinkinder, Schwangere und Immungeschwaeche gefaehrdet.
In Pandemiesituationen (wie 2009 mit dem H1N1-Virus) wird Tamiflu als Reservearzneimittel staatlich bevorratet. Die Staendige Impfkommission (STIKO) empfiehlt vorrangig die jaehrliche Influenzaimpfung als wichtigste Praeventionsmassnahme.
Tamiflu ist kein Ersatz fuer die Impfung, sondern erganzt sie therapeutisch. Dieser Artikel informiert Sie umfassend ueber Wirkung, korrekte Anwendung, Nebenwirkungen und Sicherheitsinformationen zu Tamiflu.
Wirkungsmechanismus: Neuraminidase-Hemmung und Virusausbreitung
Influenzaviren besitzen auf ihrer Oberflaeche zwei wichtige Glykoproteine: Haemaagglutinin (H) und Neuraminidase (N).
Die Neuraminidase spielt eine entscheidende Rolle bei der Freisetzung neu gebildeter Virionen aus infizierten Zellen: Sie spaltet Sialinsaeurebindungen, die die Viruspartikel an der Zelloberfaeche festhalten, und ermoeglichst so die Ausbreitung des Virus im Respirationstrakt.
Oseltamivir ist ein Prodrug, das nach oraler Einnahme in der Leber durch Esterasen in den aktiven Metaboliten Oseltamivir-Carboxylat umgewandelt wird.
Oseltamivir-Carboxylat hemmt kompetitiv und selektiv die Neuraminidase von Influenza-A- und Influenza-B-Viren, verhindert die Freisetzung neuer Viruspartikel aus infizierten Zellen und reduziert damit die weitere Ausbreitung der Infektion im Koerper.
Die antivirale Wirkung ist zeitabhaengig: Je frueher Tamiflu eingenommen wird, desto groesser der Nutzen.
Die groesste Wirksamkeit wird erzielt, wenn die Behandlung innerhalb von 48 Stunden nach Symptombeginn begonnen wird.
Bei einer reinen Prophylaxe (nach Exposition) sollte die Einnahme innerhalb von 48 Stunden nach dem Kontakt mit einem Erkrankten beginnen.
Oseltamivir wirkt nicht gegen andere Atemwegserreger wie Rhinoviren (Erkaltungsviren), Adenoviren oder SARS-CoV-2; es ist ausschliesslich gegen Influenza A und B wirksam.
Indikationen: Wann ist Tamiflu indiziert?
Tamiflu ist in Deutschland fuer zwei Hauptindikationen zugelassen.
Erstens zur Behandlung der Influenza bei Erwachsenen, Jugendlichen, Kindern und Saeuglingen ab einem Jahr (ein Neugeborenen-Einsatz existiert als ausserordentliche Indikation in Panden).
Zweitens zur Postexpositionsprophylaxe und saisonalen Prophylaxe bei Erwachsenen und Kindern ab einem Jahr nach Kontakt mit einem Influenzaerkrankten, insbesondere bei Personen, bei denen die Impfung nicht ausreichend schuetzt oder kontraindiziert ist.
Die GKV erstattet Tamiflu fuer Risikogruppen (aeltere Patienten, Immungeschwaeche, Schwangere, Grunderkrankungen) auf Rezept des Hausarztes.
In der Allgemeinbevoelkerung ist die routinemaessige Verschreibung ausserhalb von Risikogruppen aufgrund der relativ begrenzten Wirksamkeit und der Kosten kritisch zu sehen.
Der G-BA und das IQWiG haben betont, dass Tamiflu kein "Wundermittel" ist und die Indikation sorgfaeltig gestellt werden sollte. Die jaehrliche Influenzaimpfung bleibt die wichtigste Praeventionsmassnahme.
Dosierung und Anwendung: Kapseln und Saft fuer alle Altersgruppen
Tamiflu ist in Deutschland als Hartkapseln (30 mg, 45 mg, 75 mg) und als Granulat zur Herstellung einer Suspension (6 mg/ml nach Zubereitung) erhaeltlich.
Die empfohlene Behandlungsdauer betraegt 5 Tage. Fuer die Behandlung bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 13 Jahren: 75 mg zweimal taeglich fuer 5 Tage (Gesamtdosis: 750 mg).
Fuer Kinder 1 bis 12 Jahre richtet sich die Dosis nach dem Koerpergewicht: unter 15 kg: 30 mg zweimal taeglich; 15 bis 23 kg: 45 mg zweimal taeglich; 23 bis 40 kg: 60 mg zweimal taeglich; ueber 40 kg wie Erwachsene 75 mg zweimal taeglich.
Fuer Saeuglingsdosierungen (0 bis unter 1 Jahr) existieren Sonderregelungen in Pandemiefaellen.
Fuer die Prophylaxe betraegt die Dosis bei Erwachsenen 75 mg einmal taeglich fuer 10 Tage (postexpositionell) oder bis zu 6 Wochen (saisonal).
Die Kapseln koennen mit oder ohne Nahrung eingenommen werden, wobei die Einnahme mit einer Mahlzeit die Magenvertraeglichkeit verbessern kann.
Bei eingeschraenkter Nierenfunktion sind Dosisanpassungen erforderlich: bei einer Kreatinin-Clearance von 10 bis 30 ml/min: 75 mg einmal taeglich zur Behandlung bzw. 75 mg jeden zweiten Tag zur Prophylaxe.
Bei haemodyalysepflichtigen Patienten sind spezielle Dosierungsempfehlungen zu beachten. Die Tamiflu-Suspension (Granulat aufgeloest) muss nach Zubereitung im Kuehlschrank aufbewahrt und innerhalb von 10 Tagen verbraucht werden.
Nebenwirkungen: Unerwuenschte Wirkungen von Oseltamivir
Die haeufigsten Nebenwirkungen von Tamiflu (mehr als 1 von 10 Patienten) sind Uebelkeit und Erbrechen, die besonders zu Beginn der Behandlung auftreten und durch Einnahme mit Nahrung deutlich reduziert werden koennen.
Kopfschmerzen, Magenschmerzen und Diarrhoe treten bei 1 bis 10 Prozent der Patienten auf.
Diese Nebenwirkungen sind in der Regel mild bis maessig und klingen nach ein bis zwei Tagen ab. Schlaflosigkeit und Schwindel sind gelegentliche Nebenwirkungen.
Besonderes Augenmerk verdienen neuropsychiatrische Nebenwirkungen, die insbesondere bei Kindern und Jugendlichen beobachtet wurden: Verwirrtheit, ungewoehnliches Verhalten, Halluzinationen, Angstzustaende und in seltenen Faellen selbstgefaehrdende Handlungen.
Auch wenn ein kausaler Zusammenhang mit Oseltamivir nicht endgueltig bewiesen ist (Influenza selbst kann neuropsychiatrische Symptome verursachen), empfiehlt das BfArM, Kinder und Jugendliche waehrend der Tamiflu-Einnahme sorgfaeltig zu beobachten.
Sehr selten wurden Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse) und anaphylaktische Reaktionen berichtet. Bei schweren allergischen Reaktionen sofort Notruf 112 rufen.
Kontraindikationen: Wann darf Tamiflu nicht eingesetzt werden?
Die einzige absolute Kontraindikation ist eine bekannte Ueberempfindlichkeit gegen Oseltamivir oder einen der sonstigen Bestandteile.
Bei eingeschraenkter Nierenfunktion sind Dosisanpassungen erforderlich, aber keine absolute Kontraindikation (ausser bei terminaler Niereninsuffizienz, fuer die keine ausreichenden Daten vorliegen).
Tamiflu sollte bei Patienten mit Psychosen oder anderen schweren psychiatrischen Erkrankungen in der Vorgeschichte nur nach sorgfaeltiger Abwaegung eingesetzt werden, angesichts der beschriebenen neuropsychiatrischen Nebenwirkungen.
Bei Kindern unter einem Jahr ausserhalb von Pandemiebedingungen ist Tamiflu nicht zugelassen; der Arzt entscheidet im Einzelfall.
Wechselwirkungen: Interaktionen mit anderen Arzneimitteln
Tamiflu hat ein ueberschaubares Wechselwirkungsprofil. Probenecid (ein Gichtmittel) hemmt die renale Elimination von Oseltamivir-Carboxylat und verdoppelt naeherungsweise den Plasmaspiegel; die Kombination sollte vermieden werden.
Eine gleichzeitige Einnahme von Tamiflu mit dem Lebendimpfstoff gegen Influenza (FluMist/Fluenz) sollte vermieden werden, da Tamiflu die Replikation des Impfvirus hemmen und die Immunantwort beeintraechtigten kann (Abstand: 2 Wochen vor bis 48 Stunden nach Tamiflu-Einnahme).
Clinisch relevante Interaktionen mit anderen gaengigen Arzneimitteln sind nicht bekannt, da Oseltamivir nicht ueber das CYP450-System metabolisiert wird.
Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit
Die Anwendung von Tamiflu in der Schwangerschaft sollte nur nach sorgfaeltiger Nutzen-Risiko-Abwaegung erfolgen.
Influenza in der Schwangerschaft kann schwerwiegende Komplikationen fuer Mutter und Kind haben; die Behandlung einer schweren Influenzainfektion mit Tamiflu kann daher gerechtfertigt sein.
Tierexperimentelle Studien zeigen keine teratogenen Effekte. Klinische Daten aus Schwangerschaften, insbesondere aus der Pandemieerfahrung 2009/2010, deuten nicht auf ein erhoehtes Fehlbildungsrisiko hin.
In der Stillzeit geht Oseltamivir in geringen Mengen in die Muttermilch ueber; das Risiko fuer den Saeugling gilt als gering.
Die Entscheidung sollte individuell mit dem behandelnden Arzt getroffen werden. Die Influenzaimpfung ist in der Schwangerschaft sicher und wird von der STIKO empfohlen.
Aufbewahrung: Lagerungshinweise fuer Tamiflu
Tamiflu Kapseln sollten bei Raumtemperatur (nicht ueber 25 Grad Celsius), trocken und in der Originalverpackung gelagert werden.
Die zubereitete Suspension muss im Kuehlschrank (2 bis 8 Grad Celsius) aufbewahrt und innerhalb von 10 Tagen verbraucht werden. Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Nicht verwendete oder abgelaufene Kapseln nicht im Hausmull oder Abwasser entsorgen; Rueckgabe an die Apotheke.
Haeufig gestellte Fragen zu Tamiflu
Wann muss ich Tamiflu spaetestens einnehmen, damit es wirkt? .
Tamiflu ist am wirksamsten, wenn es innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der ersten Grippesymptome (plotzliches hohes Fieber, Muskelschmerzen, schweres Krankheitsgefuehl) eingenommen wird.
Spaetere Einnahme kann bei Hochrisikopatienten noch einen Nutzen haben, ist aber bei leichten Verlaeufen nicht mehr indiziert.
Kann ich Tamiflu bei einer normalen Erkaltung einnehmen? . Nein. Tamiflu wirkt ausschliesslich gegen Influenza A und B. Bei Erkaltungen (Rhinoviren, Adenoviren etc.) hat es keinen Effekt.
Eine klare Differenzierung zwischen Grippe und Erkaltung ist klinisch wichtig: Grippe beginnt plotzlich mit hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefuehl, waehrend Erkaltungen schleichend beginnen und milder verlaufen.
Muss ich die vollen 5 Tage einnehmen, auch wenn es mir nach 2 Tagen besser geht? . Ja.
Wie bei Antibiotika gilt auch bei Tamiflu, dass die vollstaendige Therapiedauer einzuhalten ist, um Resistenzentwicklungen zu minimieren und ein Rueckfallen in die Erkrankung zu verhindern.
Brechen Sie die Einnahme nicht vorzeitig ab.
Schuetzt Tamiflu gegen alle Grippeviren, auch gegen neue Varianten? . Tamiflu wirkt gegen alle bekannten Influenza-A- und -B-Staemme mit Neuraminidase-Aktivitaet. Es gibt jedoch resistente Staemme (z.B.
durch H275Y-Mutation bei H1N1), die gegen Oseltamivir resistent sein koennen. In diesem Fall ist Zanamivir (Relenza, inhalativ) eine Alternative.
Die Resistenzlage wird von der WHO und dem RKI kontinuierlich ueberwacht.
Ist Tamiflu sicher fuer aeltere Patienten? . Ja, bei aelteren Patienten ist Tamiflu besonders wertvoll, da diese ein hohes Risiko fuer Grippekomplikationen (Pneumonie, Herzversagen) haben.
Dosisanpassungen sind bei eingeschraenkter Nierenfunktion erforderlich, die bei aelteren Menschen haeufig vorliegt. Der Arzt prueft die Nierenfunktion und passt die Dosierung entsprechend an.
Kann Tamiflu die Weitergabe von Grippe an andere verhindern? .
Tamiflu reduziert die Virusausscheidung und damit potenziell die Ansteckungsgefahr, aber es ist kein Ersatz fuer Hygienemassnahmen (Haendewaschen, Husten in die Armbeuge, bei Influenza zuhause bleiben).
Die wichtigste Massnahme zur Unterbrechung der Uebertragung ist und bleibt die Impfung.
Quellen und weiterfuehrende Informationen
- Bundesinstitut fuer Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): www.bfarm.de
- Institut fuer Qualitaet und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Oseltamivir-Bericht 2012 und Folgeberichte: www.iqwig.de
- Robert Koch-Institut (RKI), Influenza-Saisonberichte: www.rki.de
- Gelbe Liste Pharmindex: www.gelbe-liste.de
- Staendige Impfkommission (STIKO), Empfehlungen zur Influenzaimpfung
- Fachinformation Tamiflu (Oseltamivir), Roche Pharma AG, aktuelle Fassung
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