Zyloric
Zyloric (Allopurinol) ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur Langzeitbehandlung von Gicht und Hyperurikamie, das durch Hemmung des Enzyms Xanthinoxidase die Harnsaureproduktion dauerhaft senkt.
Die Behandlung beginnt mit einer niedrigen Dosis und wird schrittweise erhoht; begleitende Diatmassnamen und regelmasige arztliche Kontrollen sind essenziell.
Zyloric ist nicht fur die Behandlung akuter Gichtanfalle geeignet und sollte erst nach deren Abklingen begonnen werden.
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Zyloric (Allopurinol), Medizinischer Leitfaden zur Behandlung von Gicht und Hyperurikamie in Deutschland
Zyloric ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das den Wirkstoff Allopurinol enthalt und zur Langzeitbehandlung von Gicht und anderen Erkrankungen im Zusammenhang mit erhotem Harnsaurespiegel (Hyperurikamie) eingesetzt wird.
Das Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat Zyloric fur den deutschen Markt zugelassen.
Allopurinol hemmt das Enzym Xanthinoxidase, das eine Schlusselrolle bei der Biosynthese von Harnsaure spielt, und senkt so den Harnsaurespiegel im Blut langfristig und wirksam.
In Deutschland ist Zyloric als Tablette in zwei Wirkstarkern erhaltlich: 100 mg und 300 mg.
Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der erhohte Harnsaurespiegel zur Ablagerung von Natriumurat-Kristallen in Gelenken, Weichteilen und Nieren fuhren.
In Deutschland leiden etwa 4 bis 5 Prozent der Erwachsenen an Gicht. Die Erkrankung verlauft in schmerzhaften Anfallen und fuhrt bei unbehandelter Langzeitverlauf zu Tophi, Gelenkzerstorung und Nierensteinen.
Die langfristige Harnsauresenkung ist die Grundlage der Gichtpravention.
Wirkungsmechanismus von Allopurinol (Zyloric)
Allopurinol ist ein strukturelles Analogon der Purinbase Hypoxanthin und wirkt als kompetitiver Hemmer des Enzyms Xanthinoxidase.
Dieses Enzym katalysiert im Stoffwechsel die Oxidation von Hypoxanthin zu Xanthin und von Xanthin zu Harnsaure.
Durch Hemmung wird die Harnsaureproduktion drastisch vermindert, wahrend die Vorstufen Hypoxanthin und Xanthin alternativ metabolisiert oder renal ausgeschieden werden.
Allopurinol wird in der Leber selbst zum aktiven Metaboliten Oxipurinol umgewandelt, der ein nicht-kompetitiver Inhibitor der Xanthinoxidase ist.
Oxipurinol hat eine wesentlich langere Halbwertszeit (18 bis 30 Stunden gegenuber 1 bis 2 Stunden fur Allopurinol), was eine einmal tagliche Einnahme ermoglicht.
Diese pharmakokinetischen Eigenschaften sind klinisch relevant bei Patienten mit Niereninsuffizienz, bei denen Oxipurinol kumulieren kann.
Die harnsauremindernde Wirkung setzt mit einigen Tagen Verzogerung ein und erreicht nach zwei bis vier Wochen ein Plateau.
Der angestrebte Zielwert liegt laut Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft fur Rheumatologie unter 6,0 mg/dl.
Indikationen und Anwendungsgebiete
Zyloric ist in Deutschland zugelassen fur: die Behandlung von Gicht und Hyperurikamie, wenn Diat allein nicht ausreicht; die Behandlung von Urolithiasis (Harnsauresteinen); die Vorbeugung einer Nephropathie durch Uratausfallung bei Tumorpatienten unter Chemotherapie (Tumor-Lyse-Syndrom); die Behandlung bestimmter Enzymdefekte wie dem Lesch-Nyhan-Syndrom; sowie die Behandlung von rezidivierenden Calcium-Oxalat-Steinen bei erhohtem Harnsaurespiegel.
Es ist wichtig zu verstehen, dass Allopurinol nicht fur die Behandlung akuter Gichtanfalle geeignet ist.
Im Gegenteil: Eine Einleitung der Therapie wahrend oder kurz nach einem Gichtanfall kann diesen verlangernen oder verschlimmern, da die Harnsaureabsenkung zur Mobilisierung abgelagerter Uratkristalle fuhren kann.
Zur Akutbehandlung werden Colchicin, NSARs oder Glukokortikoide eingesetzt.
Zyloric sollte erst zwei bis vier Wochen nach Abklingen des Anfalls begonnen werden, begleitet von prophylaktischer Gabe von Colchicin oder NSARs fur mindestens sechs Monate.
Dosierung und Anwendung von Zyloric
Die Anfangsdosis betragt in der Regel 100 mg Allopurinol einmal taglich. Die Dosis wird schrittweise uber mehrere Wochen erhoht, bis der Zielwert unter 6,0 mg/dl erreicht ist.
Die ubliche Erhaltungsdosis liegt zwischen 100 mg und 300 mg taglich; bei schwerer Gicht sind Dosen bis zu 600 mg moglich.
Zyloric Tabletten sollten nach den Mahlzeiten mit ausreichend Flussigkeit (mindestens 200 ml Wasser) eingenommen werden.
Eine tagliche Flussigkeitszufuhr von 2 bis 3 Litern fordert die Harnsaureausscheidung und verhindert Nierensteine.
Bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion muss die Dosis entsprechend der GFR (glomerulare Filtrationsrate) angepasst werden, da Oxipurinol renal eliminiert wird und akkumulieren kann.
Bei schwerer Niereninsuffizienz (GFR unter 30 ml/min) sind stark reduzierte Dosierungen erforderlich. Regelmasige Blutuntersuchungen (Harnsaure, Nierenfunktion, Blutbild) sind notwendig.
Zyloric ist eine Langzeittherapie; abruptes Absetzen kann einen Gichtanfall provozieren.
Nebenwirkungen von Zyloric
Die meisten Patienten vertragen Zyloric gut.
Haufigste Nebenwirkung ist ein Hautausschlag (bei 1 bis 2 Prozent der Patienten); bei Auftreten muss Zyloric sofort abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden.
Weitere mogliche Nebenwirkungen umfassen Magen-Darm-Beschwerden (Ubelkeit, Erbrechen, Diarrhoe) und gelegentlich Schlafrigkeit oder Kopfschmerzen.
Schwerwiegendste und gefurchtetste Nebenwirkung ist das seltene Auftreten des Stevens-Johnson-Syndroms (SJS) oder der toxischen epidermalen Nekrolyse (TEN), lebensbedrohlicher Hautreaktionen mit blasiger Ablosung der Haut und Schleimhautentzundungen.
Die Haufigkeit liegt unter 1 von 10.000 Behandelten, aber die Sterblichkeit ist hoch.
Das Risiko ist bei Patienten asiatischer Herkunft mit dem Marker HLA-B*58:01 erheblich erhoht; eine genetische Testung vor Therapiebeginn wird bei dieser Gruppe empfohlen.
Bei Hautblasen, Schleimhautveranderungen, Fieber oder Allgemeinsymptomen sofort Zyloric absetzen und Notruf 112 wahlen. Weitere seltene schwerwiegende Nebenwirkungen: Hepatotoxizitat, Vaskulitis, Agranulozytose.
Kontraindikationen
Zyloric ist kontraindiziert bei: bekannter Uberempfindlichkeit gegen Allopurinol und bei akuten Gichtanfallen (Therapiebeginn erst nach vollstandigem Abklingen).
Patienten, die fruher eine schwere allergische Reaktion auf Allopurinol entwickelt haben (SJS, TEN, allergische Vaskulitis), durfen Zyloric nie wieder einnehmen.
Besondere Vorsicht ist erforderlich bei eingeschrankter Nieren- oder Leberfunktion (erhohte Anfalligkeit fur Nebenwirkungen; Dosisanpassung erforderlich).
Bei Patienten mit Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck, die mit ACE-Hemmern oder Thiazid-Diuretika behandelt werden, ist das Risiko fur Uberempfindlichkeitsreaktionen auf Allopurinol erhoht.
Eine HLA-B*58:01-Genotypisierung wird bei Patienten aus asiatischen Hochrisikoethni en vor Therapiebeginn empfohlen.
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Azathioprin und 6-Mercaptopurin: Allopurinol hemmt den Abbau dieser Immunsuppressiva, was zu stark erhohten Plasmakonzentrationen und Toxizitat (Knochenmarksuppression) fuhrt.
Bei unvermeidlicher Kombination muss die Dosis auf ein Viertel der ublichen Dosis reduziert werden. Ampicillin und Amoxicillin: erhohen die Haufigkeit von Hautausschlagen erheblich; wenn moglich vermeiden.
Cyclosporin: Allopurinol kann Cyclosporin-Spiegel erhohen, was nephrotoxische Wirkungen verstarken kann; regelmasige Spiegelkontrollen erforderlich. Warfarin: Allopurinol verstarkt die gerinnungshemmende Wirkung; INR-Kontrollen notwendig.
Informieren Sie Ihren Arzt und Apotheker uber alle eingenommenen Medikamente.
Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit
Zyloric sollte wahrend der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Tierexperimentelle Studien zeigten bei hohen Dosen teratogene Effekte; beim Menschen sind die Daten begrenzt.
Nicht-pharmakologische Massnahmen (Diatanpassung, ausreichende Flussigkeitszufuhr) sollten bevorzugt werden. Allopurinol und Oxipurinol gehen in die Muttermilch uber; aus Vorsicht sollte Zyloric wahrend der Stillzeit nicht angewendet werden.
Das Beratungszentrum fur Embryonaltoxikologie unter embryotox.de bietet spezifische Informationen.
Aufbewahrung und Haltbarkeit
Zyloric Tabletten sollten bei Raumtemperatur zwischen 15 und 25 Grad Celsius aufbewahrt werden, vor Feuchtigkeit und direktem Sonnenlicht geschutzt, ausserhalb der Sicht- und Reichweite von Kindern.
Tabletten in der Originalverpackung aufbewahren, nicht in Badezimmer oder feuchtigkeitsreichen Bereichen lagern. Beachten Sie das Verfallsdatum und verwenden Sie Zyloric nicht danach.
Da Zyloric eine Langzeittherapie ist, ist es ratsam, stets ausreichend vorratig zu haben, um Therapieunterbrechungen zu vermeiden. Entsorgen Sie nicht mehr benotigtes Arzneimittel ordnungsgemas, Ihre Apotheke hilft dabei.
Nicht in das Abwasser oder den Haushaltsabfall werfen, um Umweltbelastungen zu vermeiden.
Haufig gestellte Fragen zu Zyloric (FAQ)
Frage 1: Kann ich Zyloric wahrend eines akuten Gichtanfalls einnehmen?
Nein, Zyloric sollte nicht wahrend eines akuten Gichtanfalls eingenommen werden.
Die Einleitung einer harnsauremindernden Therapie kann den Anfall verlangernen, da die Senkung des Harnsaurespiegels zur Mobilisierung abgelagerter Uratkristalle fuhrt und weitere Entzundungsreaktionen auslosen kann.
Zur Akutbehandlung werden Colchicin, NSARs oder Glukokortikoide eingesetzt. Zyloric sollte erst zwei bis vier Wochen nach dem vollstandigen Abklingen des Anfalls begonnen werden.
Frage 2: Muss ich als Gichtpatient eine spezielle Diat einhalten?
Ja, die Diat spielt bei Gicht eine wichtige Rolle. Schranken Sie den Konsum purinreicher Lebensmittel wie Innereien, Fleischextrakte, Sardinen, Hering und Makrele ein.
Alkohol, besonders Bier und Spirituosen, hemmt die renale Harnsaureausscheidung und erhoht die Harnsaureproduktion. Fructose in grossen Mengen fuhrt ebenfalls zu erhohter Harnsaureproduktion.
Eine ausreichende Flussigkeitszufuhr von 2 bis 3 Litern taglich fordert die Ausscheidung.
Frage 3: Warum habe ich zu Beginn der Zyloric-Therapie noch Gichtanfalle?
Es ist typisch: Zu Beginn der harnsauremindernden Therapie kann die Haufigkeit von Gichtanfallen vorubergehend zunehmen.
Die Senkung des Harnsaurespiegels fuhrt zur Mobilisierung bereits abgelagerter Uratkristalle, was Entzundungsreaktionen auslosen kann.
Um diesen Effekt zu minimieren, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft fur Rheumatologie (DGRh), zu Beginn der Allopurinoltherapie fur mindestens sechs Monate eine prophylaktische Medikation mit Colchicin oder NSARs einzunehmen.
Frage 4: Wie oft muss ich Blutuntersuchungen durchfuhren lassen?
Zu Beginn der Therapie und nach jeder Dosisanpassung sollten Harnsaurespiegel, Nierenfunktionswerte und Blutbild uberpruft werden.
Nach Erreichen des Zielwerts und stabiler Dosis genugen Kontrollen alle drei bis sechs Monate. Patienten mit Niereninsuffizienz oder anderen Risikofaktoren benotigen haufigere Kontrollen.
Ihr Arzt wird das geeignete Uberwachungsintervall fur Sie festlegen.
Frage 5: Kann ich Zyloric zusammen mit Diuretika einnehmen?
Thiazid- und Schleifendiuretika erhohen den Harnsaurespiegel und konnen Gichtanfalle provozieren. Wenn Sie aus medizinischen Grunden auf Diuretika angewiesen sind, kann Zyloric notwendig sein, um den Harnsaurespiegel zu kontrollieren.
Diuretika in Kombination mit ACE-Hemmern erhohen jedoch das Risiko fur Uberempfindlichkeitsreaktionen auf Allopurinol. Sprechen Sie ausfuhrlich mit Ihrem Arzt uber die optimale Medikamentenkombination.
Frage 6: Wie lange muss ich Zyloric einnehmen?
Zyloric ist eine Langzeittherapie, die in der Regel dauerhaft eingenommen werden muss.
Gicht ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, und ein Absetzen fuhrt in der Regel zu erneutem Harnsaureanstieg und Gichtanfallen.
Abruptes Absetzen kann einen Anfall provozieren; wenn die Therapie unterbrochen werden muss, schrittweise und unter arztlicher Aufsicht vorgehen.
Viele Gichtpatienten nehmen Zyloric dauerhaft ein, wenn es gut vertragen wird.
Quellen und weiterfuhrende Informationen
Das Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) unter bfarm.de stellt offizielle Fachinformationen zu Zyloric bereit.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) unter g-ba.de informiert uber Nutzenbewertung und Erstattungsfahigkeit durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV).
Das Institut fur Qualitat und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) unter iqwig.de hat Berichte zur Therapie der Gicht und Hyperurikamie erstellt.
Die Gelbe Liste unter gelbe-liste.de bietet Fachinformationen zu Zyloric und vergleichbaren Praparaten. Die Deutsche Gesellschaft fur Rheumatologie (DGRh) hat evidenzbasierte Leitlinien zur Gichtbehandlung unter dgrh.de veroffentlicht.
Im Notfall: Notruf 112. Arztlicher Bereitschaftsdienst: 116117. Ihr Arzt und Apotheker sind Ihre wichtigsten Ansprechpartner fur alle Fragen rund um Zyloric und die Behandlung von Gicht und Hyperurikamie.
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