Behandlungsratgeber Asthma
Verfügbare Behandlungsoptionen
Die medikamentöse Therapie ruht auf zwei Säulen: der Akutbehandlung und der Dauertherapie. Für die schnelle Linderung (Reliever) bei akuter Bronchokonstriktion verschreibe ich kurzwirksame Sprays wie Salbutamol (auch bekannt unter Markennamen wie Ventolin oder Salbubronch ), Bricanyl , Aerodur , Atrovent oder Kombinationspräparate wie Allergospasmin N .
Zur Unterdrückung der chronischen Entzündung (Controller) nutzen wir inhalative Kortikosteroide wie Budesonid (z.B. Pulmicort ), Flixotide , Flutide , Alvesco oder Qvar .
Am effektivsten ist oft eine Kombinationstherapie. Hier setze ich auf Inhalatoren, die Kortison und langwirksame Bronchodilatatoren vereinen, wie Symbicort , Foster , Flutiform , Relvar , Seretide oder Enriqa .
Für spezifische Fälle, manchmal in Überschneidung mit COPD, eignen sich Anoro , Kleodina , Onbrez , Serevent oder Spiriva . Ergänzend kann Montelukast in Tablettenform helfen, besonders wenn Allergien oder anstrengungsinduziertes Asthma eine Rolle spielen.
Mein wichtigster Rat hierbei: Die Inhalationstechnik ist oft entscheidend, nicht das spezifische Molekül. Das teuerste Spray nützt nichts, wenn der Wirkstoff an der Rachenwand landet statt in der Lunge. Lassen Sie Ihre Technik regelmäßig in der Praxis überprüfen!
Was Sie von der Behandlung erwarten können
Ein Notfallspray wirkt innerhalb von wenigen Minuten. Die entzündungshemmende Dauertherapie benötigt jedoch Zeit. Eine wichtige klinische Erkenntnis ist, dass die strukturelle Beruhigung der Atemwege (die Umkehrung des Remodelings der Schleimhaut) bis zu sechs Wochen konsequenter Inhalation dauern kann.
Viele Patienten setzen ihr Kortisonspray nach zwei Wochen ab, weil sie sich besser fühlen – das ist ein Fehler. Erwarten Sie eine stetige Besserung Ihrer Ausdauer und ruhigere Nächte, aber haben Sie Geduld mit dem Heilungsprozess Ihrer Bronchien.
Selbstfürsorge und Prävention
Medikamente sind nur die halbe Miete. Identifizieren und meiden Sie Ihre persönlichen Trigger, seien es Pollen, Hausstaubmilben oder kalte Luft. Ein praktischer Tipp aus meinem Praxisalltag für die Wintermonate ist der „Schal-Trick“: Binden Sie sich an kalten Tagen einen Schal locker vor Mund und Nase.
Dadurch atmen Sie in eine kleine Wärmekammer. Die eisige Luft wird angewärmt und befeuchtet, bevor sie Ihre empfindlichen Bronchien erreicht, was einen kälteinduzierten Krampf der Atemwege extrem effektiv verhindert.
Führen Sie zudem ein Peak-Flow-Tagebuch, um Verschlechterungen objektiv zu erkennen, bevor Sie sie subjektiv spüren.

























