Behandlungsratgeber: Cholesterinsenker
Verfügbare Behandlungsoptionen
Die Basis der medikamentösen Therapie bilden die sogenannten Statine . Ich verschreibe heute in der Regel zuerst Atorvastatin , da es eine lange Halbwertszeit hat und – im Gegensatz zu älteren Präparaten – zu jeder Tageszeit eingenommen werden kann.
Simvastatin ist ein bewährter Klassiker, den ich jedoch oft abends empfehlen muss, da die Cholesterinproduktion nachts am höchsten ist und der Wirkstoff schneller im Körper abgebaut wird. Wenn wir eine sehr starke Senkung benötigen, greife ich oft zu Rosuvastatin (auch bekannt unter dem Markennamen Crestor ).
Es ist extrem effektiv und paradoxerweise oft verträglicher für Patienten, die bei anderen Statinen Muskelschmerzen entwickeln. Fluvastatin ist eine mildere Alternative, die ich gelegentlich bei sehr empfindlichen Patienten einsetze.
Ein Sonderfall ist Omacor : Hierbei handelt es sich um hochkonzentrierte Omega-3-Fettsäuren. Ich erkläre meinen Patienten immer ganz deutlich, dass Omacor nicht das LDL-Cholesterin senkt, sondern gezielt gegen extrem hohe Triglyceride (eine andere Art von Blutfetten) eingesetzt wird.
Was Sie von der Behandlung erwarten können
Geduld ist bei dieser Therapie der Schlüssel. Cholesterinsenker wirken zwar sofort im Körper, aber bis wir die volle Wirkung in Ihren Blutwerten sehen, vergehen meist 4 bis 6 Wochen.
Eine der häufigsten Sorgen, die ich in der Sprechstunde höre, betrifft Muskelschmerzen. Hier ist meine ehrliche klinische Erfahrung: Ja, sie können auftreten, aber in vielen Fällen handelt es sich um den sogenannten Nocebo-Effekt – die pure Erwartung von Nebenwirkungen führt dazu, dass man sie tatsächlich spürt.
Wenn Sie Schmerzen entwickeln, setzen Sie das Medikament bitte nicht einfach ab. Rufen Sie mich an! Oft reicht es schon, die Dosis zu reduzieren oder das Präparat zu wechseln.
Ein kleiner Geheimtipp aus meiner Praxis: Manche Patienten berichten von einer Besserung leichter Muskelbeschwerden, wenn sie zusätzlich Coenzym Q10 einnehmen, auch wenn die wissenschaftliche Studienlage dazu noch gemischt ist.
Selbstfürsorge und Prävention
Medikamente sind immer nur ein Teil des Puzzles. Die Ernährung spielt eine massive Rolle, aber vergessen Sie restriktive Diäten. Konzentrieren Sie sich stattdessen darauf, lösliche Ballaststoffe in Ihre Routine einzubauen.
Mein Lieblingsratschlag für meine Patienten: Essen Sie jeden Morgen eine Schale Haferbrei (Porridge). Die darin enthaltenen Beta-Glucane wirken im Darm wie ein biologischer Schwamm und binden die Gallensäuren.
Das zwingt die Leber, Cholesterin aus dem Blut zu ziehen, um neue Gallensäure zu produzieren – ein fantastischer, natürlicher cholesterinsenkender Effekt. Achten Sie zudem auf regelmäßige Bewegung: Ein täglicher strammer Spaziergang von 30 Minuten erhöht nachweislich Ihr "gutes" HDL-Cholesterin, was aktiv dabei hilft, das schlechte Cholesterin aus den Gefäßen abzutransportieren.






