Alles über Psoriasis
Psoriasis, auch Schuppenflechte genannt, ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung der Haut, von der in Deutschland etwa 2-3% der Bevölkerung betroffen sind. Bei Psoriasis beschleunigt das Immunsystem die Hauterneuerung dramatisch – statt etwa 28 Tage dauert der Prozess nur 3-4 Tage, was zur Bildung der charakteristischen silbrig-weißen Schuppen führt.
Erscheinungsbild
Typische Merkmale der Psoriasis sind:
- Plaques: Scharf begrenzte, erhabene, rötliche Hautareale, bedeckt mit silbrig-weißen Schuppen
- Bevorzugte Stellen: Ellbogen, Knie, Kreuzbein, Kopfhaut, hinter den Ohren
- Nagelpsoriasis: Tüpfelnägel, Ölflecken, Krumelnägel
- Psoriasis-Arthritis: Bei etwa 30% der Patienten sind auch die Gelenke betroffen
Formen der Psoriasis
- Psoriasis vulgaris: Die häufigste Form (ca. 80-90%) mit klassischen Plaques
- Psoriasis guttata: Viele kleine, tropfenförmige Herde, oft nach Streptokokken-Infekt
- Inverse Psoriasis: In Hautfalten (Achseln, Leisten), ohne Schuppen
- Psoriasis pustulosa: Mit sterilen Pusteln
- Erythrodermische Psoriasis: Schwere Form mit generalisierter Rötung
Behandlungsmöglichkeiten
Topische Therapie (zum Auftragen):
- Kortikosteroide: Entzündungshemmend, verschiedene Stärken je nach Körperregion. Nicht für Daueranwendung.
- Vitamin-D-Analoga: Calcipotriol, Tacalcitol – normalisieren die Zellteilung. Oft in Kombination mit Kortikosteroiden (z.B. Daivobet, Enstilar).
- Dithranol (Cignolin): Sehr wirksam, muss exakt angewendet werden (verursacht Verfärbungen).
- Tazaroten: Topisches Retinoid.
- Salicylsäure: Zum Ablösen der Schuppen vor der eigentlichen Therapie.
Lichttherapie (Phototherapie):
- UVB-Therapie: Schmalband-UVB ist Standard, mehrmals wöchentlich
- PUVA: Psoralen + UVA, bei schweren Fällen
- Bade-PUVA: Psoralen wird im Bad zugeführt
Systemische Therapie (zum Einnehmen/Spritzen):
- Methotrexat: Immunsuppressivum, einmal wöchentlich. Regelmäßige Blutkontrollen nötig.
- Ciclosporin: Schnell wirksam, aber nur für begrenzte Zeit.
- Acitretin: Retinoid, besonders bei pustulöser Psoriasis. Strenge Verhütungspflicht!
- Fumarsäureester (Fumaderm): Gut verträglich, aber Magen-Darm-Nebenwirkungen.
- Apremilast: PDE-4-Hemmer, relativ wenig Nebenwirkungen.
Biologika:
- TNF-alpha-Blocker: Adalimumab, Etanercept, Infliximab
- IL-17-Hemmer: Secukinumab, Ixekizumab, Brodalumab – sehr wirksam
- IL-23-Hemmer: Guselkumab, Risankizumab – neueste Generation, sehr effektiv
Trigger und Lebensstil
Verschiedene Faktoren können Psoriasis-Schübe auslösen:
- Stress: Häufiger Trigger, Stressmanagement wichtig
- Infektionen: Besonders Streptokokken-Infekte (Mandelentzündung)
- Medikamente: Lithium, Betablocker, ACE-Hemmer, NSAR
- Alkohol und Rauchen: Verschlechtern den Verlauf
- Verletzungen: Köbner-Phänomen (neue Herde an verletzten Stellen)
Empfehlungen: Nicht rauchen, Alkohol meiden, Normalgewicht anstreben, regelmäßige Hautpflege.
Psoriasis und Begleiterkrankungen
Psoriasis ist mit verschiedenen Erkrankungen assoziiert:
- Psoriasis-Arthritis
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Metabolisches Syndrom
- Depression
Psoriasis-Medikamente online erhalten
Über seriöse Online-Arztdienste können Sie topische Psoriasis-Medikamente wie Vitamin-D-Analoga oder Kombinationspräparate erhalten. Sie füllen einen medizinischen Fragebogen aus und laden ggf. Fotos hoch. Ein EU-lizenzierter Arzt prüft Ihre Angaben und stellt bei Eignung ein Rezept aus. Für systemische Therapien und Biologika ist eine persönliche Betreuung beim Dermatologen erforderlich.










