Aciclovir

Aciclovir ist ein antivirales Arzneimittel zur Behandlung und Vorbeugung von Herpes-simplex- und Varizella-Zoster-Infektionen, darunter Lippenherpes, genitaler Herpes, Windpocken und Guertelrose.

Es hemmt selektiv die Virus-DNA-Replikation und ist bei fruehdem Therapiebeginn am wirksamsten. In Deutschland ist es je nach Darreichungsform und Konzentration verschreibungspflichtig oder rezeptfrei erhaeltlich.

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Einleitung

Aciclovir ist ein antivirales Arzneimittel aus der Gruppe der synthetischen Nukleosidanaloga und gehoert zu den meisteingesetzten Virostatika weltweit.

In Deutschland ist Aciclovir in verschiedenen Darreichungsformen erhaltlich: als Tabletten, Infusionsloesung und Creme.

Die orale und intravenoes Form ist verschreibungspflichtig, waehrend die Creme in bestimmten Konzentrationen rezeptfrei erhaltlich ist.

Aciclovir ist zur Behandlung und Prophylaxe von Infektionen durch Herpes-simplex-Viren (HSV-1 und HSV-2) sowie zur Therapie von Varizella-Zoster-Virus-Infektionen (Windpocken, Guertelrose) zugelassen.

Das Bundesinstitut fuer Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ueberwacht die Zulassung in Deutschland.

Wirkungsmechanismus

Aciclovir wirkt selektiv gegen Herpesviren und ist fuer menschliche Zellen deutlich weniger toxisch.

Der Wirkstoff gelangt in virusinfizierte Zellen und wird dort in einem dreistufigen Prozess aktiviert: Zunaechst phosphoryliert das virale Enzym Thymidinkinase Aciclovir zu Aciclovir-Monophosphat.

Dann ueberfuehren zellulaere Enzyme es zu Aciclovir-Triphosphat, dem eigentlich wirksamen Metaboliten.

Aciclovir-Triphosphat hemmt kompetitiv die virale DNA-Polymerase und wird als falsches Nukleotid in die Virus-DNA eingebaut, was zu einem Kettenabbruch bei der DNA-Replikation fuehrt.

Da die Aktivierung ueberwiegend in infizierten Zellen stattfindet und die virale Thymidinkinase Aciclovir wesentlich effizienter phosphoryliert als zellulaere Enzyme, ist die Selektivitaet fuer virusinfizierte Zellen hoch.

Indikationen

Aciclovir (oral und intravenoes) ist zugelassen zur:

  • Behandlung von Herpes-simplex-Infektionen der Haut und Schleimhaeute (einschliesslich genitaler Herpes)
  • Prophylaxe von Herpes-simplex-Rezidiven bei immungesunden und immungeschwaechten Patienten
  • Behandlung von Varizellen (Windpocken) bei Erwachsenen und gefaehrdeten Patienten
  • Behandlung von Herpes zoster (Guertelrose)
  • Behandlung schwerer Herpesinfektionen bei Immunsupprimierten
  • Therapie der Herpes-simplex-Enzephalitis (intravenoes Gabe)
  • Neonataler Herpes simplex (intravenoes)

Dosierung und Anwendung

Die Dosierung von Aciclovir variiert je nach Indikation, Darreichungsform und Patientengruppe. Die folgenden Angaben dienen der Orientierung; massgeblich ist stets die Verordnung des Arztes.

Orale Anwendung (Tabletten)

  • Herpes simplex (Erstmanifestation und Rezidive): 200 mg 5-mal taeglich im Abstand von etwa 4 Stunden (Nachtstunde auslassen) fuer 5-10 Tage
  • Suppressionstherapie: 400 mg 2-mal taeglich oder 200 mg 4-mal taeglich, Dauer nach aerztlicher Festlegung
  • Herpes zoster: 800 mg 5-mal taeglich fuer 7 Tage
  • Windpocken: 20 mg/kg Koerpergewicht (max. 800 mg) 4-mal taeglich fuer 5 Tage

Intravenoese Anwendung

Bei schweren Herpesinfektionen, Enzephalitis oder bei Immunsupprimierten wird Aciclovir intravenoees verabreicht. Die Dosis betraegt in der Regel 5-10 mg/kg alle 8 Stunden, bei Enzephalitis 10-15 mg/kg alle 8 Stunden. Die Infusion soll langsam ueber mindestens eine Stunde erfolgen.

Hinweise zur Anwendung

Aciclovir-Tabletten sollten zu oder nach den Mahlzeiten mit ausreichend Fluessigkeit eingenommen werden.

Waehrend der Therapie ist eine ausreichende Trinkmenge (mindestens 1,5 bis 2 Liter taeglich) wichtig, um eine Ausfaellung des Wirkstoffs in den Nierentubuli zu verhindern.

Bei Niereninsuffizienz sind Dosisanpassungen erforderlich.

Nebenwirkungen

Aciclovir ist im Allgemeinen gut vertraeglich. Die wichtigsten Nebenwirkungen sind:

Haeufig

  • Kopfschmerzen, Schwindel
  • Uebelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen
  • Hautausschlag, Juckreiz, Lichtempfindlichkeit (Photosensibilitaet)
  • Muedigkeit

Gelegentlich bis selten

  • Reversible Erhoehung der Nierenwerte (Kreatinin, Harnstoff), besonders bei schneller Infusion oder unzureichender Fluessigkeitszufuhr
  • Leberenzymerhohungen (transient)
  • Neurologische Symptome wie Unruhe, Verwirrtheit, Halluzinationen (haeufiger bei intravenoeer Gabe und Niereninsuffizienz)
  • Anaemie, Leukopenie, Thrombozytopenie

Sehr selten

  • Schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie)
  • Akutes Nierenversagen
  • Hepatitis, Ikterus

Kontraindikationen

Aciclovir darf nicht verwendet werden bei Ueberempfindlichkeit gegen Aciclovir, Valaciclovir oder einen der sonstigen Bestandteile. Bei Nierenfunktionsstoerungen ist besondere Vorsicht geboten und eine Dosisanpassung notwendig. Das Praeparat sollte in der Schwangerschaft nur nach sorgfaeltiger aerztlicher Abwaegung eingesetzt werden.

Wechselwirkungen

Wichtige Wechselwirkungen von Aciclovir umfassen:

  • Probenecid und Cimetidin: Vermindern die renale Ausscheidung von Aciclovir und erhoehen dessen Plasmakonzentration
  • Nephrotoxische Substanzen: Gleichzeitige Gabe von Aminoglykosiden, Ciclosporin oder anderen nierenschaedigenden Mitteln erhoet das Risiko einer Nierenschaedigung
  • Mycophenolat-Mofetil: Wechselwirkung moeglich, da beide Substanzen renal eliminiert werden
  • Lithium: Erhoehte Lithiumspiegel moeglich

Schwangerschaft und Stillzeit

Aciclovir ist eines der am besten untersuchten antiviralen Arzneimittel in der Schwangerschaft. Aus einem grossen Schwangerschaftsregister ergaben sich keine Hinweise auf ein erhoehtes Fehlbildungsrisiko.

Dennoch sollte die Anwendung in der Schwangerschaft, insbesondere im ersten Trimester, nur nach aerztlicher Empfehlung erfolgen, wenn der Nutzen das Risiko ueberwiegt.

Aciclovir tritt in die Muttermilch ueber; eine klinisch relevante Schaedigung des Saeuglings ist bei ueblichen oralen Dosen der Mutter jedoch unwahrscheinlich. Aerztlichen Rat einholen.

Aufbewahrung

Aciclovir-Tabletten bei Raumtemperatur (15-25 Grad C), trocken und vor Licht geschuetzt aufbewahren. Ausser Reichweite und Sichtweite von Kindern lagern. Nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr verwenden.

Haeufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie schnell wirkt Aciclovir bei Herpes?
Aciclovir hemmt die Virusvermehrung, kann aber einen bestehenden Ausbruch nicht sofort stoppen. Am wirksamsten ist die Einnahme bei ersten Anzeichen eines Rezidivs (Kribbeln, Brennen). Symptome koennen sich innerhalb von 2-3 Tagen bessern.

Kann man bei Herpes genitalis dauerhaft Aciclovir einnehmen? . Ja, eine Suppressionstherapie ist moeglich und sinnvoll bei haeufigen Rezidiven (6 oder mehr pro Jahr) oder bei immungeschwaechten Patienten.

Die Dauertherapie senkt die Haeufigkeit von Rueckfaellen und die Uebertragungsrate auf Partner erheblich. Die Notwendigkeit sollte regelmaessig aerztlich ueberprueft werden.

Hilft Aciclovir auch gegen andere Viren wie Influenza oder COVID-19?
Nein. Aciclovir ist ausschliesslich gegen Herpesviren (HSV-1, HSV-2, VZV) wirksam und hat keinen Effekt gegen Influenza, SARS-CoV-2 oder andere Virusgruppen.

Was passiert, wenn ich eine Dosis vergessen habe? . Nehmen Sie die vergessene Dosis so schnell wie moeglich ein.

Wenn es jedoch fast Zeit fuer die naechste Dosis ist, lassen Sie die vergessene Dosis aus und setzen Sie die Therapie planmaessig fort.

Nehmen Sie niemals die doppelte Dosis.

Kann ich Aciclovir-Tabletten mit Alkohol kombinieren?
Es bestehen keine direkten Wechselwirkungen zwischen Aciclovir und Alkohol. Alkohol kann jedoch das Immunsystem schwaerchen und die Genesung verzoegern. Eine Kombination ist nicht empfehlenswert.

Ist Aciclovir in der GKV erstattungsfaehig?
Aciclovir ist verschreibungspflichtig und wird bei entsprechender Indikation in der Regel von der gesetzlichen Krankenversicherung erstattet. Ihr Hausarzt oder Facharzt kann Ihnen zu den Erstattungsmodalitaeten Auskunft geben. Es koennen Zuzahlungen gemaess GKV-Regelungen anfallen.

Quellen

Klinische Studien und Evidenz

Aciclovir ist das historisch erste und nach wie vor klinisch bedeutsamste antivirale Mittel gegen Herpes-simplex-Viren und Varizella-Zoster-Virus.

Die klinische Evidenz umfasst Jahrzehnte an Erfahrung: Kontrollierte Studien aus den 1980er- und 1990er-Jahren belegen die Wirksamkeit bei genitalen Herpes-Infektionen, Herpes-Enzephalitis, Varizellen und Herpes zoster.

Eine wesentliche Studie (Skoldenberg et al., NEJM 1984) etablierte intravenöses Aciclovir als Goldstandard bei Herpes-Enzephalitis, einer seltenen, aber ohne Behandlung in der Regel tödlichen Erkrankung.

Bei rezidivierendem genitalen Herpes zeigen Suppressionsstudien, dass die tägliche Einnahme von 400 mg Aciclovir zweimal täglich die Anzahl der Rezidive um 70 bis 80 % reduziert und auch die asymptomatische virale Ausscheidung (Shedding) signifikant senkt, wodurch das Übertragungsrisiko auf Partner verringert wird.

Praktische Hinweise für Patienten

  • Frühzeitige Einnahme: Der Therapiebeginn innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten erster Symptome (bei Herpes zoster: Bläschenausschlag) ist entscheidend für den Therapieerfolg. Warten Sie nicht zu lange.
  • Ausreichend trinken: Aciclovir kann bei unzureichender Hydration in den Nierentubuli kristallisieren und eine Nephropathie auslösen. Trinken Sie während der Therapie mindestens 2 Liter Flüssigkeit pro Tag.
  • Regelmäßige Einnahme: Nehmen Sie Aciclovir in gleichmäßigen Abständen ein (z. B. alle 4 bis 8 Stunden). Stellen Sie sich ggf. Erinnerungen auf dem Mobiltelefon ein.
  • Schwangerschaft und Stillen: Besprechen Sie die Anwendung mit Ihrem Arzt. Bei schwerwiegender Indikation (z. B. Herpes-Enzephalitis) kann Aciclovir auch in der Schwangerschaft eingesetzt werden; das Risiko für das Ungeborene gilt als gering.
  • Sexueller Kontakt bei Herpes genitalis: Aciclovir reduziert das Übertragungsrisiko, eliminiert es aber nicht vollständig. Informieren Sie Ihren Partner und verwenden Sie bei Symptomen konsequent Kondome.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist Aciclovir bei Windpocken sinnvoll?
Bei immunkompetenten Kindern ist eine Aciclovir-Behandlung bei Windpocken in Deutschland nicht routinemäßig empfohlen, da der Verlauf in der Regel selbstlimitierend ist. Bei Erwachsenen, Schwangeren, Neugeborenen und immungeschwächten Personen wird Aciclovir empfohlen, da bei diesen Gruppen schwere Verläufe häufiger sind.
Kann Aciclovir das Herpesvirus dauerhaft aus dem Körper entfernen?
Nein. Herpesviren verbleiben lebenslang in den sensorischen Ganglien des Nervensystems im Ruhezustand (Latenz). Aciclovir hemmt die aktive Virusvermehrung, kann aber die Latenz nicht beseitigen. Rezidive sind deshalb trotz Behandlung möglich.
Was ist der Unterschied zwischen Aciclovir und Valaciclovir?
Valaciclovir ist ein Prodrug von Aciclovir mit einer deutlich höheren oralen Bioverfügbarkeit (ca. 55 % vs. ca. 15-20 %). Nach Resorption wird Valaciclovir rasch zu Aciclovir umgewandelt. Valaciclovir ermöglicht durch die höhere Bioverfügbarkeit seltenere Dosierungsintervalle (z. B. 2 mal täglich statt 5 mal täglich), was die Therapietreue verbessert.
Wann muss ich bei Aciclovir-Therapie sofort zum Arzt?
Suchen Sie sofort den Notarzt (Notruf 112) auf bei: starken Kopfschmerzen mit Fieber und Bewusstseinsveränderungen (Verdacht auf Herpes-Enzephalitis), Sehveränderungen (Verdacht auf Herpes-Keratitis), Verwirrung oder neurologischen Symptomen während der Therapie, sowie Zeichen einer schweren Nierenfunktionsstörung (kein Urin, starke Flankenschmerzen).

Quellen und weiterführende Informationen

  • BfArM: Fachinformation Aciclovir Tabletten/Infusion, aktuelle Fassung
  • AWMF-Leitlinie: Diagnostik und Therapie von Herpes-simplex-Virusinfektionen (Registernummer 013-009)
  • S1-Leitlinie: Herpes zoster und postzosterische Neuralgie (AWMF-Registernummer 013-023)
  • Skoldenberg B et al.: Acyclovir versus vidarabine in herpes simplex encephalitis. Lancet 1984
  • Tyring S et al.: Famciclovir for the treatment of acute herpes zoster. Ann Intern Med 1995

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