Bactroban
Bactroban ist ein topisches Antibiotikum mit dem Wirkstoff Mupirocin (2%), das zur Behandlung von Impetigo und infizierten Hautlaesionen eingesetzt wird.
Als Nasensalbe dient es zur Dekolonisierung von MRSA-Traegern. Bactroban ist in Deutschland verschreibungspflichtig und wird auf aerztliche Verschreibung abgegeben.
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Bactroban, Mupirocin-haltiges Antibiotikum zur topischen Behandlung bakterieller Hautinfektionen
Bactroban ist ein topisches Antibiotikum, das den Wirkstoff Mupirocin in einer Konzentration von 20 mg/g (2%) enthaelt.
Es ist als Salbe zur Anwendung auf der Haut sowie in einer gesonderten Nasenformulierung (Bactroban Nasal) erhaeltlich.
Mupirocin ist ein Naturstoff, der urspruenglich aus dem Bakterium Pseudomonas fluorescens isoliert wurde. Bactroban ist in Deutschland durch das BfArM zugelassen und wird von GlaxoSmithKline vertrieben.
Es ist seit den 1980er Jahren auf dem Markt und hat sich als wichtiges Mittel in der Behandlung von Impetigo, infizierten Wunden und zur Eradikation von Staphylococcus aureus aus der Nase (Dekolonisierung) bewaehrt.
Aufgrund seines einzigartigen Wirkmechanismus zeigt Mupirocin keine Kreuzresistenz mit anderen gaengigen Antibiotikaklassen.
Wirkmechanismus, einzigartiger Angriffspunkt
Mupirocin hemmt das Enzym Isoleucyl-tRNA-Synthetase, das fuer die korrekte Verknuepfung der Aminosaeure Isoleucin mit der entsprechenden Transfer-RNA (tRNA) waehrend der bakteriellen Proteinbiosynthese unverzichtbar ist.
Ohne funktionale Isoleucyl-tRNA kann Isoleucin nicht in wachsende Proteinketten eingebaut werden, was die Proteinsynthese zum Erliegen bringt und zum Bakterienstop und -tod fuehrt.
Dieser Wirkmechanismus ist einzigartig unter den klinisch eingesetzten Antibiotika, was bedeutet, dass Bakterien, die gegen andere Antibiotikaklassen (Beta-Laktame, Makrolide, Fluorchinolone, Tetracycline usw.) resistent sind, noch gegenueber Mupirocin empfindlich sein koennen.
Mupirocin wirkt bei niedrigen Konzentrationen bakteriostatisch und bei hoeheren Konzentrationen bakterizid.
Da es sich um ein topisches Praeparat handelt, werden auf der Hautoberflaeche und in den oberen Gewebeschichten sehr hohe Konzentrationen erreicht, die weit ueber der MHK fuer empfindliche Erreger liegen.
Die systemische Resorption nach topischer Anwendung ist gering; resorbiertes Mupirocin wird schnell zu inaktiver Mononicsaeure umgewandelt.
Antibakterielles Spektrum von Bactroban
Mupirocin ist besonders wirksam gegen gram-positive Kokken, die die haeufigsten Erreger von Hautinfektionen darstellen:
Staphylococcus aureus: Mupirocin ist hochwirksam gegen Methicillin-sensiblen Staphylococcus aureus (MSSA) und auch gegen Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA). Dies macht Bactroban zu einem wichtigen Mittel in der MRSA-Dekolonisierung.
Staphylococcus aureus ist der haeufigste Erreger von Impetigo, Folliculitis und anderen Haut- und Weichteilinfektionen.
Streptococcus pyogenes (Gruppe A): Mupirocin wirkt gut gegen Beta-hamolysierende Streptokokken der Gruppe A, wichtige Erreger von Impetigo und Erysipel.
Staphylococcus epidermidis: Koagulase-negative Staphylokokken sind ebenfalls empfindlich.
Nicht wirksam: Gramnegative Bakterien, Enterokokken, Anaerobier. Mupirocin hat keine relevante Wirkung gegen diese Erreger. Mupirocin-Resistenz bei Staphylokokken kann auftreten (plasmidvermittelte hochgradige Resistenz), weshalb ein verantwortungsvoller Einsatz wichtig ist.
Zugelassene Anwendungsgebiete
Impetigo: Impetigo ist eine haeufige und hochinfektiose bakterielle Hautinfektion, die vor allem Kinder betrifft.
Sie wird durch Staphylococcus aureus und/oder Streptococcus pyogenes verursacht und zeigt sich als goldgelb verkrustete oder bulloes e Hautlaesionen.
Bactroban ist ein Mittel der Wahl bei leichter bis mittelschwerer Impetigo und hat sich in klinischen Studien als genauso wirksam wie systemische Antibiotika erwiesen, bei deutlich weniger systemischen Nebenwirkungen.
Lokale bakterielle Sekundaerinfektionen: Bactroban wird auch bei sekundaer infizierten Hautlaesionen eingesetzt, z.B. bei infizierten Ekzemen, Wundinfektionen nach kleineren chirurgischen Eingriffen oder nach Traumata, infizierten Insektenstichen und Kratzwunden. In diesen Situationen verhuetet oder behandelt Bactroban die bakterielle Besiedlung des verletzten Gewebes.
MRSA-Dekolonisierung (Bactroban Nasal): Die nasale Formulierung wird zur Eradikation von Staphylococcus aureus (einschliesslich MRSA) aus der Nasenhoehle eingesetzt.
MRSA-Traeger, insbesondere in Krankenhaeusern, Pflegeeinrichtungen und vor operativen Eingriffen, werden mit Bactroban Nasal dekolonisiert, um das Risiko einer Selbstinfektion und Uebertragung auf andere zu verringern.
Die nasale Dekolonisierung ist Teil umfassender Hygienestrategien gemaess den Empfehlungen der KRINKO (Kommission fuer Krankenhaushygiene und Infektionspraevention beim RKI).
Dosierung und Anwendungshinweise fuer Bactroban Salbe
Bactroban Salbe wird dreimal taeglich auf die betroffenen Hautbereiche aufgetragen. Die Behandlungsdauer betraegt bei Impetigo in der Regel 5 bis 7 Tage, bei anderen Indikationen ebenfalls nicht laenger als 10 Tage. Laengere Anwendungsdauern erhoehen das Risiko einer Resistenzentwicklung.
Die Anwendung erfolgt nach Reinigung der betroffenen Hautpartie. Eine kleine Menge Salbe wird auf die Infektionsstelle aufgetragen und leicht eingerieben oder mit einem Verband bedeckt, falls gewuenscht.
Der okklusivverband kann die Wirksamkeit erhoehen. Nach der Anwendung sollten die Haende gewaschen werden.
Bei Impetigo ist das gruendliche Entfernen von Krusten vor der Anwendung hilfreich, um den Kontakt des Antibiotikums mit den Bakterien zu verbessern.
Krusten koennen durch Einweichen mit warmen Umschlaegen geloest werden.
Bactroban Salbe sollte nicht in den Augen, im Mund, auf den Schleimhaeuten oder in offenen Wunden mit tiefer Gewebeschaedigung angewendet werden. Es ist ausschliesslich zur Hautanwendung bestimmt.
Bactroban Nasal, Anwendung und Dosierung
Bactroban Nasal (22 mg/g Nasensalbe) wird zur intranasalen Anwendung verwendet.
Die empfohlene Dosierung bei Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren betraegt das Auftragen einer erbsengro ssen Menge Nasensalbe in jedes Nasenloch zweimal taeglich ueber 5 Tage.
Nach dem Auftragen sollten die Nasenfluegelein gegeneinanderdrueckt werden, um die Salbe zu verteilen.
Bactroban Nasal ist ausschliesslich zur nasalen Anwendung bestimmt und darf nicht in den Augen oder anderen Schleimhaeuten angewendet werden. Die Dekolonisierung sollte ideally im Rahmen eines strukturierten MRSA-Managementprogramms erfolgen, das auch Hygieneschulungen und Screenings umfasst.
Resistenzsituation bei Mupirocin
Mupirocin-Resistenz bei Staphylococcus aureus wird in zwei Kategorien unterschieden:
Niedriggradige Resistenz (Low-level resistance, MIC 8-256 mg/l): Diese Form wird durch chromosomale Mutationen verursacht und fuehrt zu einer relativen Verringerung der Empfindlichkeit, wobei die therapeutische Anwendung von Mupirocin moeglicherweise noch wirksam ist.
Hochgradige Resistenz (High-level resistance, MIC > 256 mg/l): Diese Form wird durch das mupA-Gen auf Plasmiden kodiert und fuehrt zu vollstaendiger Resistenz gegen Mupirocin.
Diese Resistenz kann zwischen Staemmen und auch zwischen Staphylococcus-aureus-Staemmen und koagulase-negativen Staphylokokken uebertragen werden. Hochgradige Mupirocin-Resistenz macht die Dekolonisierungstherapie mit Bactroban Nasal wirkungslos.
Um die Resistenzentwicklung zu minimieren, sollte Bactroban nur fuer die zugelassenen Indikationen, fuer die empfohlene Therapiedauer und nicht prophylaktisch eingesetzt werden. Bei Verdacht auf Therapieversagen sollte eine mikrobiologische Resistenzpruefung erfolgen.
Wechselwirkungen
Aufgrund der minimalen systemischen Resorption sind relevante systemische Wechselwirkungen von Bactroban Salbe mit anderen Arzneimitteln nicht bekannt.
Es sollte jedoch nicht zusammen mit anderen topischen Praeparaten auf denselben Hautstellen angewendet werden, da Interaktionen zwischen Hilfsstoffen moeglich sind und die Wirksamkeit beider Produkte beeinflusst werden koennte.
Polyethylenglykol-basierte Formulierungen (die Basis von Bactroban) koennen bei Anwendung in grossen Mengen auf geschaedigter Haut in geringen Mengen resorbiert werden; bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz sollte dies beachtet werden.
Anwendung bei besonderen Patientengruppen
Kinder: Bactroban ist fuer Kinder aller Altersgruppen geeignet, einschliesslich Neugeborener und Saeuglingen, wobei die Anwendung unter aerztlicher Aufsicht erfolgen sollte. Bei Fruehgeborenen und Neugeborenen sollte der Einsatz groesserer Mengen auf ausgedehnten Hautflaechen vermieden werden.
Schwangerschaft und Stillzeit: Die topische Anwendung von Mupirocin auf begrenzten Hautflaechen fuer kurze Zeitraeume gilt als sicher in der Schwangerschaft, da die systemische Resorption minimal ist.
Waehrend der Stillzeit sollte Bactroban nicht auf der Brust oder den Brustwarzen angewendet werden, um eine orale Aufnahme durch den Saeugling zu vermeiden.
Aeltere Patienten: Es gibt keine spezifischen Einschraenkungen fuer den Einsatz von Bactroban bei aelteren Patienten. Bei weit verbreiteten Hautlaesionen oder eingeschraenkter Nierenfunktion sollte der Arzt jedoch die Behandlung engmaschiger ueberwachen.
Nebenwirkungsprofil
Bactroban Salbe wird generell gut vertragen. Die meisten Nebenwirkungen sind lokal und betreffen die Applikationsstelle.
Gelegentlich (bei 1 bis 10 von 1000 Patienten) treten Brennen, Stechen oder Juckreiz an der Applikationsstelle auf; diese Reaktionen sind meist mild und vorubergehend.
Kontaktdermatitis auf Mupirocin oder die Salbengrundlage Polyethylenglykol wurde in seltenen Faellen berichtet; ein Allergietest kann bei Verdacht durchgefuehrt werden. Systemische Nebenwirkungen sind aufgrund der geringen Resorption extrem selten.
Bei grossflaechiger Anwendung auf geschaedigter Haut kann Polyethylenglykol in relevanten Mengen resorbiert werden, was bei Patienten mit Niereninsuffizienz relevant sein kann.
Hygiene und Infektionsvermeidung bei Impetigo
Impetigo ist sehr ansteckend.
Bei der Behandlung mit Bactroban sollten folgende Hygienenmassnahmen beachtet werden: Haende regelmaessig waschen, insbesondere nach dem Beruehren der Hautlaesionen; keine Handtuecher, Waschlappen oder Kleidung mit anderen Personen teilen; Naegel kurz halten; erkrankte Kinder sollten die Schule oder Kindertagesstaette erst nach Abklingen der Infektiositat (in der Regel nach 24 Stunden effektiver Therapie) wieder besuchen; Bettwasche und Kleidung regelmaessig bei mindestens 60 Grad Celsius waschen.
Einordnung in die Leitlinien
Die deutsche S2k-Leitlinie zur Behandlung der Impetigo (AWMF) empfiehlt Bactroban (Mupirocin) als topisches Mittel der ersten Wahl bei leichter bis mittelschwerer unkomplizierter Impetigo.
Systemische Antibiotika (Penicillinase-feste Penicilline, Cephalosporine der ersten Generation) sind bei ausgedehnter Impetigo, bei Impetigo mit Komplikationen und bei Systemzeichen wie Fieber erforderlich.
Das IQWiG hat in einer Bewertung topischer Antibiotika fuer Impetigo Mupirocin als gut wirksam eingestuft.
Verordnung und Erstattung
Bactroban Salbe unterliegt in Deutschland der Verschreibungspflicht und ist nur auf aerztliche Verschreibung erhaeltlich. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) im Rahmen des Leistungskataloges erstattet.
Bactroban Nasal ist ebenfalls verschreibungspflichtig und wird bei dokumentierter MRSA-Besiedlung und im Rahmen eines Dekolonisierungsprogramms erstattet. Privatversicherte sollten die Erstattungsmodalitaeten mit ihrer privaten Krankenversicherung klaeren.
Quellen und weiterfuehrende Informationen
- Bundesinstitut fuer Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): www.bfarm.de
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): www.g-ba.de
- Institut fuer Qualitaet und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.iqwig.de
- Gelbe Liste Pharmindex: www.gelbe-liste.de
- Robert Koch-Institut (RKI), KRINKO-Empfehlungen: www.rki.de
- AWMF-Leitlinien Dermatologie: www.awmf.org
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