Solifenacin
Solifenacin ist ein selektiver Muskarin-Rezeptorantagonist (Anticholinergikum), der zur Behandlung der ueberaktiven Blase (OAB) eingesetzt wird.
Es reduziert Harndrang, Harninkontinenz und Miktionshaeufigkeit durch Hemmung des M3-Muskarinrezeptors in der Blasenmuskulatur.
Solifenacin wird einmal taeglich oral eingenommen und ist in Deutschland als Generikum und als Originator-Praeparat (Vesicare) erhaeltlich.
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Einleitung: Solifenacin bei ueberaktiver Blase in Deutschland
Solifenacin ist ein selektiver Muskarin-M3-Rezeptorantagonist, der zur pharmakologischen Behandlung der ueberaktiven Blase (Overactive Bladder, OAB) zugelassen ist.
In Deutschland ist Solifenacin sowohl als Originalpraeparat Vesicare als auch in zahlreichen Generika-Formaten erhaeltlich, was es zu einer kostenguenstigen Therapieoption fuer Kassenpatientinnen und -patienten macht.
Das Bundesinstitut fuer Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat Solifenacin fuer die Indikation der ueberaktiven Blase mit den Symptomen imperativem Harndrang, Drangharninkontinenz und erhoehter Miktionshaeufigkeit zugelassen.
Die ueberaktive Blase ist ein haeufiges urologisches Syndrom, von dem in Deutschland Millionen Menschen betroffen sind, vorwiegend Frauen und aeltere Menschen.
Der G-BA und das IQWiG haben Solifenacin bewertet und eine positive Nutzenbewertung im Rahmen der fruehen Nutzenbewertung nach AMNOG erteilt.
Solifenacin wird in den urологischen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft fuer Urologie (DGU) sowie der Deutschen Kontinenzgesellschaft als Therapieoption der zweiten Linie nach nicht-pharmakologischen Massnahmen (Blasentraining, Beckenbodentraining) empfohlen.
Wirkungsmechanismus: Wie Solifenacin die Blase beruhigt
Solifenacin blockiert selektiv die Muskarin-M3-Rezeptoren in der glatten Muskulatur des Blasendetrusors. Diese Rezeptoren werden normalerweise durch den Neurotransmitter Acetylcholin stimuliert, was zur Kontraktion der Blasenmuskulatur fuehrt.
Durch die kompetitive Hemmung dieser Rezeptoren reduziert Solifenacin die unwillkuerlichen Detrusorkontraktionen, die fuer den imperativen Harndrang und die Drangharninkontinenz verantwortlich sind.
Im Vergleich zu aelteren nicht-selektiven Anticholinergika wie Oxybutynin hat Solifenacin eine hoehere Selektivitaet fuer den M3-Rezeptor und eine laengere Halbwertszeit (ca.
45 bis 68 Stunden), was eine einmal taegliche Dosierung ermoeglicht. Die Selektivitaet fuer den Blasenrezeptor gegenueber anderen Muskarinrezeptoren (z. B.
im Speicheldruesengewebe, in der Herzmuskulatur) ist relativ, nicht absolut, was das anticholinerge Nebenwirkungsprofil (Mundtrockenheit, Obstipation) erklaert.
Solifenacin wird oral verabreicht und im Magen-Darm-Trakt gut absorbiert. Die Bioverfuegbarkeit betraegt ca. 90 %.
Es wird hauptsaechlich ueber die Leber (CYP3A4) metabolisiert und ueber Urin und Faeces ausgeschieden. Die maximale Plasmakonzentration wird nach ca.
3 bis 8 Stunden erreicht; der Steady State wird nach ca. 10 bis 20 Tagen erzielt.
Indikationen: Fuer welche Erkrankungen ist Solifenacin zugelassen?
Solifenacin ist in Deutschland zur symptomatischen Behandlung von imperativem Harndrang, Dranginkontinenz und/oder erhoehter Miktionshaeufigkeit bei Erwachsenen mit dem Syndrom der ueberaktiven Blase zugelassen. Vor Beginn der medikamentoesen Therapie sollten nicht-pharmakologische Massnahmen ausgeschoepft worden sein (Blasentraining, Beckenbodentraining, Trink- und Toilettenprotokoll).
Die Diagnose der ueberaktiven Blase sollte durch einen Urologen oder eine Urologin gestellt werden, da aehnliche Symptome auch auf andere urologische Erkrankungen (z. B.
Harnwegsinfektion, Blasenkrebs, Prostatahyperplasie) hinweisen koennen, die eine andere Behandlung erfordern. Ein Ausschluss organischer Ursachen ist vor der Therapieeinleitung notwendig.
Solifenacin ist nicht zugelassen fuer Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Bei maennlichen Patienten mit benigner Prostatahyperplasie (BPH) muss eine Harnwegsobstruktion ausgeschlossen werden, bevor Solifenacin verordnet wird, da die Hemmung der Blasenkontraktilitaet eine Harnretention begtinstigen koennte.
Dosierung und Anwendung: Einnahme von Solifenacin
Solifenacin wird als Filmtablette einmal taeglich oral eingenommen, mit oder ohne Nahrung. Die Tabletten sollen im Ganzen mit ausreichend Fluessigkeit geschluckt werden; sie duerfen nicht zerkaut, zerbrochen oder zerkauen werden.
Die empfohlene Anfangsdosis betraegt 5 mg einmal taeglich.
Bei unzureichendem therapeutischen Ansprechen nach mindestens 4 Wochen kann die Dosis auf 10 mg einmal taeglich erhoehrt werden, sofern dies aerztlich abgestimmt ist und keine Kontraindikationen vorliegen.
Die maximale Tagesdosis betraegt 10 mg.
Bei Patienten mit eingeschraenkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance weniger als 30 ml/min) oder eingeschraenkter Leberfunktion (mittelschwere Leberinsuffizienz, Child-Pugh B) sollte die Dosis 5 mg taeglich nicht ueberschreiten.
Bei schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh C) ist Solifenacin kontraindiziert. Bei gleichzeitiger Einnahme starker CYP3A4-Hemmer (z. B. Ketoconazol, Ritonavir) sollte die Tagesdosis ebenfalls auf 5 mg begrenzt werden.
Nehmen Sie Solifenacin immer zur gleichen Tageszeit ein, um einen gleichmaessigen Wirkstoffspiegel aufrechtzuerhalten.
Falls Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie diese so bald wie moeglich nach, es sei denn, die naechste planmaessige Einnahme steht kurz bevor.
Nehmen Sie nie eine doppelte Dosis ein.
Nebenwirkungen: Unerwuenschte Wirkungen von Solifenacin
Solifenacin kann anticholinerge Nebenwirkungen verursachen, die auf die Hemmung von Muskarinrezeptoren in anderen Organen zurueckzufuehren sind. Die haeufigste Nebenwirkung ist Mundtrockenheit.
Sehr haeufig (mehr als 1 von 10 Behandelten):
- Mundtrockenheit (Xerostomie)
Haeufig (1 bis 10 von 100 Behandelten):
- Obstipation (Verstopfung)
- Uebelkeit und Dyspepsie (Verdauungsbeschwerden)
- Unscharfes Sehen (Akkommodationsstoerungen)
- Harnwegsinfektion
- Harnretention (Harnverhaltung), selten, aber klinisch bedeutsam
- Muedigkeit und Schwindel
Weniger haeufige und seltene Nebenwirkungen:
- Verlangsamung des Herzschlags oder Herzrhythmusstorungen (QT-Verlaengerung in seltenen Faellen)
- Halluzinationen und Verwirrtheitszustaende (besonders bei aelteren Patienten)
- Allergische Reaktionen, einschliesslich Angiooedem
- Leberfunktionsstoerungen (sehr selten)
Bei Auftreten von Harnretention (Unmoeglichkeit zu urinieren), starken Bauchschmerzen oder Zeichen einer allergischen Reaktion (Atemnot, starke Schwellungen) rufen Sie sofort den Notruf 112 an.
Kontraindikationen: Wer darf Solifenacin nicht einnehmen?
Solifenacin ist kontraindiziert bei: Ueberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile der Tabletten; Harnretention (Harnverhalt); schwerer Magenentleerungsstoerung (Gastroparese) oder gastrointestinaler Obstruktion; Engwinkelglaukom; Myasthenia gravis; schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh C); Dialysepflichtigkeit oder stark eingeschraenkter Nierenfunktion in Kombination mit maessiger Leberinsuffizienz; gleichzeitiger Einnahme von starken CYP3A4-Inhibitoren bei eingeschraenkter Nieren- oder Leberfunktion.
Besondere Vorsicht ist geboten bei aelteren Patienten mit kognitiver Beeintraechtigung (Demenzrisiko durch anticholinerge Last), bei Patienten mit angeborener QT-Verlaengerung oder anderen Herzrhythmusstorungen sowie bei Patienten mit benigner Prostatahyperplasie.
Wechselwirkungen: Solifenacin und andere Medikamente
Solifenacin wird ueber das Enzym CYP3A4 in der Leber metabolisiert. Starke CYP3A4-Hemmer (wie Ketoconazol, Itraconazol, Ritonavir, Clarithromycin) erhoehen den Solifenacin-Plasmaspiegel erheblich und koennen zu einem verstaerkten Nebenwirkungsprofil fuehren. In diesen Faellen sollte die Tagesdosis auf 5 mg begrenzt werden.
CYP3A4-Induktoren (wie Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin) koennen den Solifenacin-Spiegel senken und die Wirksamkeit vermindern. Eine Dosisanpassung kann erforderlich sein.
Die kombinierte Einnahme mit anderen Anticholinergika (z. B. Darifenacin, Trospiumchlorid, trizyklische Antidepressiva, Antihistaminika) erhoehrt das Risiko anticholinerger Nebenwirkungen erheblich. Informieren Sie Ihren Arzt ueber alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, einschliesslich frei kauflicher Praeparate und pflanzlicher Praeparate.
Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit
Solifenacin ist in der Schwangerschaft kontraindiziert. Tierstudien haben reproduktionstoxische Effekte gezeigt, und es liegen keine ausreichenden Daten zur Anwendung beim Menschen vor. Frauen im gebaerfaehigen Alter muessen waehrend der Therapie eine zuverlaessige Verhuetungsmethode anwenden.
Solifenacin darf in der Stillzeit nicht eingenommen werden, da nicht bekannt ist, ob Solifenacin in die Muttermilch uebergeht. Wenn die Therapie zwingend notwendig ist, muss das Stillen unterbrochen werden. Besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt oder Ihrer Aerztin.
Aufbewahrung: So lagern Sie Solifenacin richtig
Solifenacin-Tabletten sollen bei Raumtemperatur (15 bis 30 Grad Celsius) und vor Feuchtigkeit geschuetzt aufbewahrt werden. Halten Sie das Arzneimittel ausserhalb der Sicht- und Reichweite von Kindern.
Verwenden Sie das Praeparat nicht nach dem auf der Verpackung angegebenen Verfallsdatum.
Entsorgen Sie abgelaufene oder nicht mehr benoetitge Arzneimittel in der Apotheke, nicht im Hausmuell oder in der Toilette.
Haeufig gestellte Fragen zu Solifenacin
Wie schnell wirkt Solifenacin? . Die ersten Verbesserungen der OAB-Symptome koennen bereits nach 1 bis 2 Wochen auftreten.
Der volle therapeutische Effekt stellt sich in der Regel nach 4 bis 8 Wochen Dauertherapie ein. Ein Steady-State-Plasmaspiegel ist nach ca. 10 bis 20 Tagen erreicht.
Kann ich Solifenacin bei Bedarf einnehmen?
Nein. Solifenacin ist zur Dauertherapie konzipiert und muss taeglich eingenommen werden, um eine konstante Hemmung der Blasenueberaktivitaet zu gewaehrleisten. Eine Bedarfsmedikation ist nicht sinnvoll.
Ist Solifenacin fuer aeltere Patienten geeignet?
Aeltere Patienten koennen Solifenacin einnehmen, muessen aber engmaessiger auf anticholinerge Nebenwirkungen wie kognitive Beeintraechtigung, Verwirrtheit und Obstipation ueberwacht werden. Die anticholinerge Last bei Polypharmazie muss beachtet werden.
Kann Solifenacin Demenz foerdern? . Langzeitige Einnahme von Anticholinergika, insbesondere bei aelteren Patienten, wird in einigen epidemiologischen Studien mit einem erhoehten Demenzrisiko in Verbindung gebracht.
Der Kausalzusammenhang ist nicht endgueltig bewiesen, aber Ihr Arzt sollte bei aelteren Patienten das Nutzen-Risiko-Verhaeltnis sorgfaeltig abwaegen.
Wird Solifenacin von der GKV erstattet?
Generika-Praeparate von Solifenacin sind in der Regel GKV-erstattet, sofern eine entsprechende Indikation vorliegt und der Arzt oder die Aerztin ein Rezept ausstellt. Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Krankenkasse nach den aktuellen Erstattungsmodalitaeten.
Was muss ich meinem Arzt vor der Verschreibung mitteilen? . Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie unter Glaukom (Gruener Star), Blasenausgangsstoerungen, Darmtraegheit, Herzrhythmusstorungen oder kognitiven Problemen leiden.
Informieren Sie ihn auch ueber alle anderen Medikamente, die Sie einnehmen, da Wechselwirkungen moeglich sind.
Quellen und weiterfuehrende Informationen
- Bundesinstitut fuer Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): www.bfarm.de
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): www.g-ba.de
- Institut fuer Qualitaet und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.iqwig.de
- Gelbe Liste Pharmindex: www.gelbe-liste.de
- Deutsche Gesellschaft fuer Urologie (DGU): www.urologenportal.de
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