Alles über Hormontherapie
Hormontherapie (HRT – Hormone Replacement Therapy) bezeichnet den medizinischen Einsatz von Hormonen, um einen Hormonmangel auszugleichen. Am häufigsten wird der Begriff für die Behandlung von Wechseljahresbeschwerden bei Frauen verwendet, aber auch Männer können von einer Hormonersatztherapie profitieren.
Hormontherapie in den Wechseljahren
Die Wechseljahre (Klimakterium) sind eine natürliche Lebensphase, in der die Produktion von Östrogen und Progesteron in den Eierstöcken nachlässt. Viele Frauen erleben dabei Beschwerden, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können.
Typische Wechseljahresbeschwerden:
- Hitzewallungen und Schweißausbrüche
- Schlafstörungen
- Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, depressive Verstimmung
- Scheidentrockenheit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Blasenprobleme
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Gelenkschmerzen
Arten der Hormontherapie
- Systemische Östrogentherapie: Als Tabletten, Pflaster, Gel oder Spray. Lindert die meisten Wechseljahresbeschwerden effektiv.
- Lokale Östrogentherapie: Vaginale Cremes, Zäpfchen oder Ringe bei Scheidentrockenheit. Geringe systemische Aufnahme.
- Kombinationstherapie: Östrogen + Gestagen. Notwendig für Frauen mit Gebärmutter, um diese vor Östrogeneinfluss zu schützen.
- Nur Östrogen: Nach Gebärmutterentfernung (Hysterektomie).
Verabreichungsformen
- Tabletten: Tägliche Einnahme, bequem
- Pflaster: 1-2x wöchentlich wechseln, umgeht die Leber (weniger Thromboserisiko)
- Gel: Täglich auf die Haut auftragen
- Vaginalcreme/-ring: Nur bei vaginalen Beschwerden
Nutzen der Hormontherapie
- Sehr effektiv gegen Hitzewallungen und Schweißausbrüche
- Verbessert Schlaf und Stimmung
- Lindert Scheidentrockenheit
- Schützt vor Osteoporose
- Möglicherweise positive Effekte auf Herz-Kreislauf bei früher Anwendung
Risiken und Nebenwirkungen
- Thrombosen: Leicht erhöhtes Risiko bei Tabletten, geringer bei Pflastern/Gel
- Brustkrebs: Geringfügig erhöhtes Risiko bei längerer Kombinationstherapie (Östrogen + Gestagen)
- Schlaganfall: Leicht erhöhtes Risiko
- Gallensteine: Bei oraler Einnahme
Die Risiken sind individuell verschieden und hängen von Alter, Gesundheitszustand und Darreichungsform ab. Eine transdermale Anwendung (Pflaster, Gel) ist in der Regel sicherer.
Alternativen zur Hormontherapie
- Pflanzliche Präparate (Soja-Isoflavone, Traubensilberkerze, Rotklee)
- Antidepressiva in niedriger Dosis (bei Hitzewallungen)
- Verhaltensänderungen (Kühlung, Stressreduktion, Bewegung)
- Lokale Östrogene bei rein vaginalen Beschwerden
Hormontherapie online erhalten
Über seriöse Online-Arztdienste können Sie Ihre Hormontherapie nachbestellen. Sie füllen einen medizinischen Fragebogen aus, in dem Sie Ihre Beschwerden, Vorerkrankungen und Risikofaktoren angeben. Ein EU-lizenzierter Arzt prüft Ihre Angaben und stellt bei Eignung ein Rezept aus. Die Ersteinstellung sollte jedoch idealerweise beim Gynäkologen erfolgen.



























