Campral
Campral (Acamprosat) ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur Rückfallprophylaxe bei Alkoholabhängigkeit nach abgeschlossenem Entzug.
Es gleicht neurobiologische Dysbalancen im Gehirn aus, reduziert das Verlangen nach Alkohol und wird stets in Kombination mit psychosozialer Betreuung angewendet.
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Campral – medikamentöse Unterstützung zur Alkoholentwöhnung
Campral ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur Rückfallprophylaxe bei alkoholabhängigen Patienten, die nach einer Entgiftung abstinent leben möchten.
Der Wirkstoff Acamprosat (Calciumacamprosat) unterstützt die Aufrechterhaltung der Abstinenz, indem er neurobiologische Dysbalancen ausgleicht, die durch chronischen Alkoholkonsum entstanden sind.
Campral ist kein Mittel zur Behandlung der akuten Alkoholvergiftung oder zur Entgiftung selbst; es wird erst nach Abschluss des körperlichen Entzugs begonnen und immer in Kombination mit psychosozialer und psychotherapeutischer Betreuung eingesetzt.
In Deutschland ist Campral für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen und wird von der GKV grundsätzlich erstattet, wenn die Voraussetzungen für eine Verordnung im Rahmen der Suchtbehandlung erfüllt sind.
Die Behandlung erfolgt üblicherweise über sechs Monate und sollte von einem Arzt mit Erfahrung in der Suchtmedizin begleitet werden.
Studiendaten belegen eine signifikante Reduktion der Rückfallquote bei regelmäßiger Einnahme in Kombination mit einem strukturierten Entwöhnungsprogramm.
Wirkungsmechanismus
Acamprosat, der Wirkstoff von Campral, ist ein strukturelles Analogon der Aminosäure Taurin und von Gamma-Aminobuttersäure (GABA). Es moduliert das Gleichgewicht zwischen dem hemmenden GABA-System und dem erregenden Glutamat-System im Gehirn, das durch chronischen Alkoholkonsum langfristig gestört wird.
Alkohol hat eine GABAerge (hemmende) Wirkung im Gehirn und unterdrückt gleichzeitig glutamaterge (erregende) Neurotransmission, insbesondere über NMDA-Rezeptoren (N-Methyl-D-Aspartat-Rezeptoren).
Bei chronischem Konsum passt sich das Gehirn an: Die hemmenden GABA-Rezeptoren werden herunterreguliert, während die erregenden NMDA-Rezeptoren hochreguliert werden.
Nach Absetzen des Alkohols resultiert daraus ein Ungleichgewicht mit überschießender Erregung, die sich als Entzugssymptome (Zittern, Angst, Schlafstörungen) und später als starkes Verlangen (Craving) nach Alkohol äußert.
Acamprosat wirkt als schwacher Antagonist an NMDA-Rezeptoren und moduliert möglicherweise auch GABA-A-Rezeptoren.
Durch diesen Mechanismus reduziert es die krankhafte neuronale Hyperexzitabilität und das damit verbundene Craving, ohne selbst ein Missbrauchs- oder Abhängigkeitspotenzial zu besitzen.
Es erzeugt keine Euphorie, keine Sedierung und keine körperliche Abhängigkeit.
Wichtig ist, dass Campral die Wirkung von Alkohol nicht blockiert (wie es Disulfiram tut) und keine unangenehmen Reaktionen bei Alkoholkonsum auslöst. Es reduziert lediglich das Verlangen nach Alkohol und erleichtert so die Aufrechterhaltung der Abstinenz.
Indikationen
Campral ist ausschließlich indiziert zur Aufrechterhaltung der Abstinenz bei erwachsenen Patienten mit Alkoholabhängigkeit im Rahmen eines umfassenden Entwöhnungsprogramms. Es ist kein Allheilmittel und entfaltet seine Wirksamkeit nur in Kombination mit:
- Psychotherapeutischer Begleitung (kognitive Verhaltenstherapie, motivationale Gesprächsführung)
- Psychosozialer Unterstützung (z.B. Selbsthilfegruppen wie Anonyme Alkoholiker, betreutes Wohnen)
- Regelmäßiger ärztlicher Kontrolle, insbesondere der Nierenfunktion
Die Behandlung beginnt unmittelbar nach dem körperlichen Entzug und sollte auch dann fortgesetzt werden, wenn es zu einem Rückfall kommt, sofern der Arzt die Weiterbehandlung befürwortet und der Patient die Abstinenz wieder anstrebt.
Dosierung und Anwendung
Die empfohlene Tagesdosis für Erwachsene mit einem Körpergewicht über 60 kg beträgt dreimal täglich 2 Tabletten (2 x 333 mg), also 1998 mg Acamprosat pro Tag.
Für Patienten mit einem Körpergewicht unter 60 kg wird eine reduzierte Dosis von zweimal täglich 2 Tabletten morgens und mittags sowie einmal täglich 1 Tablette abends empfohlen (insgesamt 1332 mg/Tag).
Die Tabletten werden zu den Mahlzeiten mit ausreichend Wasser eingenommen, da die Nahrung die Bioverfügbarkeit leicht verbessert. Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel 6 Monate.
Campral kann auch bei einem Rückfall weiter eingenommen werden, wenn der Arzt die Therapie befürwortet.
Bei Niereninsuffizienz ist eine Dosisanpassung erforderlich: Bei einer Kreatinin-Clearance von 30 bis 60 ml/min sollte die Tagesdosis auf 1332 mg reduziert werden.
Bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min) ist Campral kontraindiziert. Die Nierenfunktion sollte daher vor Behandlungsbeginn und während der Therapie regelmäßig kontrolliert werden.
Nebenwirkungen
Campral wird in der Regel gut vertragen.
Die häufigste Nebenwirkung ist Diarrhoe (Durchfall), die bei einem relevanten Teil der Patienten insbesondere zu Behandlungsbeginn auftritt und sich häufig von selbst bessert.
Weitere gastrointestinale Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Flatulenz können ebenfalls auftreten.
Hautreaktionen wie Juckreiz, Rötung und seltener Urtikaria wurden berichtet. In sehr seltenen Fällen wurden schwere Hautreaktionen (bullöse Reaktionen) dokumentiert.
Psychiatrische Nebenwirkungen wie gedrückte Stimmung, Angstgefühle, Schlafstörungen und Libidoveränderungen wurden bei einem Teil der Patienten beobachtet; es ist jedoch zu beachten, dass diese Symptome auch im Rahmen der Alkoholentwöhnung selbst häufig sind.
Bei Auftreten suizidaler Gedanken oder schwerwiegender psychischer Veränderungen muss sofort der Arzt oder bei akuter Gefahr der Notruf 112 kontaktiert werden.
Selten wurden erhöhte Leberenzymwerte, veränderte Libido und periphere Ödeme berichtet. Allergische Reaktionen einschließlich Angioödem sind sehr selten.
Kontraindikationen
Campral darf nicht angewendet werden bei:
- Schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min)
- Schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh Klasse C)
- Überempfindlichkeit gegen Acamprosat oder einen der Hilfsstoffe
- Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren (keine ausreichenden Studiendaten)
Bei mittelschwerer Niereninsuffizienz (GFR 30 bis 60 ml/min) ist eine Dosisreduktion erforderlich und eine engmaschige Überwachung notwendig.
Wechselwirkungen
Acamprosat weist ein günstiges Wechselwirkungsprofil auf, da es nicht über das Cytochrom-P450-System metabolisiert wird und keine nennenswerte Proteinbindung aufweist.
Klinisch bedeutsame Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind bisher nicht bekannt.
Die gleichzeitige Einnahme von Naltrexon (ebenfalls ein Mittel zur Alkoholentwöhnungstherapie) ist möglich und wird in manchen Studien sogar als vorteilhaft beschrieben (Kombination zur Steigerung der Abstinenzrate).
Die gleichzeitige Einnahme mit Nahrung beeinflusst die Bioverfügbarkeit nur geringfügig positiv und ist empfehlenswert. Tetracyclin kann die Resorption von Acamprosat leicht vermindern.
Alkohol selbst interagiert nicht pharmakologisch mit Acamprosat (kein Disulfiram-ähnlicher Effekt), schränkt aber die Wirksamkeit der Therapie ein.
Schwangerschaft und Stillzeit
Campral ist während der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert. Tierstudien haben Reproduktionstoxizität gezeigt. Das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht vollständig geklärt.
Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Campral-Therapie eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Falls eine Schwangerschaft eintritt, ist das Arzneimittel sofort abzusetzen und ein Arzt aufzusuchen.
Acamprosat geht wahrscheinlich in die Muttermilch über; Stillen ist daher während der Therapie zu vermeiden.
Aufbewahrung
Campral ist bei Raumtemperatur (nicht über 30 Grad Celsius) zu lagern. Das Arzneimittel ist in der Originalverpackung und vor Feuchtigkeit geschützt aufzubewahren.
Es ist außerhalb der Reichweite von Kindern zu lagern. Nach Ablauf des Verfallsdatums auf der Packung darf das Medikament nicht mehr angewendet werden.
Nicht mehr benötigte Arzneimittel sind sachgerecht zu entsorgen; die Apotheke nimmt alte Medikamente zurück.
Campral im Kontext der Alkoholismustherapie in Deutschland
In Deutschland wird die Behandlung von Alkoholabhängigkeit durch ein Netz aus niedergelassenen Ärzten, Suchtberatungsstellen, Suchtfachkliniken und ambulanten Entwöhnungsbehandlungen unterstützt.
Der Hausarzt ist häufig erste Anlaufstelle und kann eine Therapie mit Campral einleiten sowie begleiten. Die GKV übernimmt die Kosten für Campral bei gegebener Indikation.
Ergänzend stehen Naltrexon und Nalmefene als weitere pharmakologische Optionen zur Verfügung, die ebenfalls verschreibungspflichtig sind und vom Arzt je nach individuellem Profil verordnet werden.
Psychosoziale Dienste und Selbsthilfegruppen (z.B. Anonyme Alkoholiker, Blaues Kreuz, Kreuzbund) sind integraler Bestandteil jeder Entwöhnungsbehandlung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich Campral auch nehmen, wenn ich noch trinke? . Campral ist für abstinente Patienten nach dem Entzug konzipiert.
Es kann jedoch auch bei einem Rückfall weitergenommen werden, wenn der Behandlungsplan dies vorsieht und die Abstinenz weiterhin das Ziel ist.
Sprechen Sie bei einem Rückfall sofort mit Ihrem Arzt.
Wie lange muss ich Campral nehmen?
Die empfohlene Behandlungsdauer beträgt sechs Monate. In Absprache mit dem Arzt kann die Therapie auch länger fortgesetzt werden, wenn die Abstinenz instabil ist oder das Craving weiterhin hoch ist.
Macht Campral selbst abhängig?
Nein. Acamprosat besitzt kein Missbrauchs- oder Abhängigkeitspotenzial. Es erzeugt keine Euphorie und keine psychoaktiven Effekte.
Was passiert, wenn ich eine Dosis vergesse?
Nehmen Sie die vergessene Dosis so bald wie möglich nach, sofern die nächste Einnahme noch nicht kurz bevorsteht. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, um eine vergessene Dosis nachzuholen.
Kann ich Campral mit anderen Suchtmitteln kombinieren?
Campral ist spezifisch für die Alkoholentwöhnung zugelassen. Bei gleichzeitigem Konsum anderer Suchtmittel (Benzodiazepine, Opioide) ist eine ärztliche Beratung unbedingt erforderlich, da komplexe Wechselwirkungen und Sicherheitsrisiken bestehen können.
Welche Erfolgsaussichten hat die Behandlung mit Campral? . Studien zeigen, dass Campral in Kombination mit psychosozialer Unterstützung die Abstinenzrate im Vergleich zu Placebo signifikant erhöht.
Etwa 30 bis 50 Prozent der Patienten bleiben nach einem Jahr abstinent – deutlich mehr als ohne medikamentöse Unterstützung.
Der Erfolg hängt jedoch wesentlich von der Compliance, der Qualität der psychosozialen Begleitung und der Motivation des Patienten ab.
Gibt es Alternativen zu Campral? . Ja. Naltrexon (Opioidantagonist) und Nalmefene (Opioidrezeptor-Modulator) sind weitere zugelassene Arzneimittel zur Unterstützung der Alkoholentwöhnung bzw. zur Reduktion des Alkoholkonsums.
Disulfiram (Antabus) erzeugt unangenehme Reaktionen bei Alkoholkonsum und wird zur Abschreckung eingesetzt. Welches Mittel geeignet ist, entscheidet der Arzt individuell.
Quellen
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): www.bfarm.de
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): www.g-ba.de
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.iqwig.de
- Gelbe Liste Pharmindex: www.gelbe-liste.de
- Fachinformation Campral (Acamprosat), Merck Healthcare Germany GmbH, aktuell gültige Fassung
- Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN): S3-Leitlinie Alkoholbezogene Störungen
- AWMF-Leitlinie: Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen
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