Alles über Diabetes
Diabetes mellitus ist eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen weltweit. In Deutschland leben etwa 8-9 Millionen Menschen mit diagnostiziertem Diabetes, die Dunkelziffer wird auf weitere 2 Millionen geschätzt. Bei Diabetes kann der Körper den Blutzucker nicht mehr richtig regulieren, was ohne Behandlung zu schwerwiegenden Komplikationen führen kann. Mit der richtigen Therapie und Lebensstilführung können Diabetiker jedoch ein weitgehend normales Leben führen.
Typen von Diabetes
Es gibt verschiedene Diabetesformen mit unterschiedlichen Ursachen:
- Typ-1-Diabetes: Eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse zerstört. Tritt meist im Kindes- oder Jugendalter auf und erfordert lebenslange Insulintherapie. Etwa 5-10% aller Diabetiker haben Typ 1.
- Typ-2-Diabetes: Die häufigste Form (90-95%). Der Körper produziert noch Insulin, aber die Zellen sind dagegen resistent (Insulinresistenz). Die Bauchspeicheldrüse erschöpft sich mit der Zeit. Risikofaktoren sind Übergewicht, Bewegungsmangel, Alter und genetische Veranlagung.
- Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes): Entwickelt sich während der Schwangerschaft und verschwindet meist nach der Geburt. Betroffene haben jedoch ein erhöhtes Risiko, später Typ-2-Diabetes zu entwickeln.
- LADA (Latent Autoimmune Diabetes in Adults): Eine Form von Typ-1-Diabetes, die erst im Erwachsenenalter auftritt und oft zunächst als Typ 2 fehldiagnostiziert wird.
- MODY (Maturity Onset Diabetes of the Young): Seltene genetisch bedingte Diabetesformen.
Symptome von Diabetes
Die typischen Warnsignale für Diabetes sind:
- Häufiges Wasserlassen, auch nachts
- Starker Durst
- Unerwünschter Gewichtsverlust trotz normalem Appetit
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Verschwommenes Sehen
- Schlecht heilende Wunden
- Häufige Infektionen (Haut, Harnwege, Pilzinfektionen)
- Kribbeln oder Taubheit in Händen oder Füßen
Bei Typ-1-Diabetes treten die Symptome oft plötzlich und ausgeprägt auf. Typ-2-Diabetes entwickelt sich schleichend und wird oft zufällig bei Routineuntersuchungen entdeckt.
Behandlung von Typ-2-Diabetes
Die Behandlung erfolgt stufenweise und wird an die individuellen Bedürfnisse angepasst:
- Lebensstiländerungen: Grundlage jeder Diabetestherapie. Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und Gewichtsreduktion können den Blutzucker erheblich verbessern.
- Metformin: Das Standardmedikament der ersten Wahl. Verbessert die Insulinempfindlichkeit, reduziert die Glukoseproduktion der Leber und fördert keine Gewichtszunahme. Wird meist gut vertragen.
- SGLT-2-Hemmer (z.B. Empagliflozin, Dapagliflozin): Fördern die Glukoseausscheidung über den Urin. Haben zusätzlich schützende Wirkung auf Herz und Nieren und fördern Gewichtsverlust.
- GLP-1-Agonisten (z.B. Semaglutid/Ozempic, Liraglutid, Dulaglutid/Trulicity): Spritzen, die die körpereigene Insulinproduktion verstärken, den Appetit zügeln und zu signifikantem Gewichtsverlust führen. Schützen auch das Herz.
- DPP-4-Hemmer (z.B. Sitagliptin, Linagliptin): Tabletten, die die körpereigenen Inkretine verstärken. Gewichtsneutral und gut verträglich.
- Sulfonylharnstoffe (z.B. Glimepirid): Regen die Bauchspeicheldrüse zur Insulinproduktion an. Älterere Medikamente mit Risiko für Unterzuckerung und Gewichtszunahme.
- Insulin: Bei fortgeschrittenem Typ-2-Diabetes, wenn andere Medikamente nicht mehr ausreichen. Verschiedene Insulintypen: kurz-, mittel- und langwirksam.
Komplikationen von unbehandeltem Diabetes
Dauerhaft erhöhter Blutzucker schädigt Blutgefäße und Nerven:
- Diabetische Retinopathie: Schädigung der Netzhaut, kann zur Erblindung führen. Regelmäßige Augenuntersuchungen sind wichtig.
- Diabetische Nephropathie: Nierenschaden bis hin zum Nierenversagen.
- Diabetische Neuropathie: Nervenschäden mit Kribbeln, Taubheit oder Schmerzen, besonders in den Füßen. Kann zu unerkannten Verletzungen führen.
- Diabetisches Fußsyndrom: Kombination aus Durchblutungsstörungen und Nervenschaden kann zu schlecht heilenden Wunden und im schlimmsten Fall zu Amputationen führen.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Diabetiker haben ein 2-4-fach erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.
Die gute Nachricht: Durch gute Blutzuckereinstellung lassen sich diese Komplikationen weitgehend verhindern oder hinauszögern.
Lebensstilmaßnahmen bei Diabetes
Lebensstiländerungen sind bei Typ-2-Diabetes ebenso wichtig wie Medikamente:
- Ernährung: Vollwertige, ballaststoffreiche Kost mit wenig Zucker und einfachen Kohlenhydraten. Komplexe Kohlenhydrate (Vollkorn) bevorzugen. Gemüse, Hülsenfrüchte und gesunde Fette integrieren.
- Bewegung: Mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche. Bewegung verbessert die Insulinempfindlichkeit und senkt den Blutzucker.
- Gewicht: Bei Übergewicht kann schon eine Reduktion um 5-10% die Blutzuckerwerte deutlich verbessern. Bei starkem Übergewicht kann eine Gewichtsreduktion den Diabetes sogar in Remission bringen.
- Rauchstopp: Rauchen verschlechtert die Durchblutung und erhöht das ohnehin erhöhte Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Alkohol: In Maßen möglich, aber Vorsicht vor Unterzuckerung, besonders bei Insulintherapie.
Blutzuckerselbstkontrolle
Regelmäßige Blutzuckermessungen helfen, die Therapie zu optimieren:
- Nüchternblutzucker: Morgens vor dem Frühstück. Zielwert: 80-130 mg/dl
- Postprandialer Blutzucker: 1-2 Stunden nach dem Essen. Zielwert: unter 180 mg/dl
- HbA1c-Wert: Langzeitwert, der die durchschnittliche Blutzuckereinstellung der letzten 2-3 Monate widerspiegelt. Zielwert für die meisten Diabetiker: unter 7%
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