Alles über Ekzeme und Dermatitis
Ekzeme und Dermatitis sind entzündliche Hauterkrankungen, die mit Rötung, Juckreiz und Schuppung einhergehen. Der Begriff Ekzem wird oft synonym mit Dermatitis verwendet. In Deutschland ist etwa jeder zehnte Mensch im Laufe seines Lebens von einem Ekzem betroffen. Mit der richtigen Behandlung und Pflege lassen sich die Beschwerden gut kontrollieren.
Arten von Ekzemen
- Atopisches Ekzem (Neurodermitis): Die häufigste Form, genetisch bedingt, oft mit Asthma und Heuschnupfen assoziiert. Beginnt meist im Säuglingsalter.
- Kontaktekzem: Reaktion auf Hautkontakt mit allergenen (allergisch) oder reizenden (irritativ) Substanzen. Häufig an Händen.
- Seborrhoisches Ekzem: Fettige, gelbliche Schuppen auf Kopfhaut, Gesicht, Brust. Zusammenhang mit Hefepilzen.
- Nummäres Ekzem: Münzförmige Herde, oft an Beinen und Armen.
- Dyshidrotisches Ekzem: Kleine Bläschen an Händen und Füßen, stark juckend.
- Stauungsekzem: An Unterschenkeln bei chronischer Venenschwäche.
Symptome
- Akute Phase: Rötung, Schwellung, nässende Bläschen, starker Juckreiz
- Subakute Phase: Schuppung, Krusten, nachlassende Nässung
- Chronische Phase: Verdickte Haut (Lichenifikation), Risse, Trockenheit
Atopisches Ekzem (Neurodermitis)
Die Neurodermitis ist eine chronische Erkrankung mit schubweisem Verlauf:
- Säuglinge: Milchschorf auf der Kopfhaut, Ekzeme im Gesicht
- Kinder: Ellenbeugen, Kniekehlen, Handgelenke, Hals
- Erwachsene: Oft Gesicht, Hals, Hände betroffen
Auslöser für Schübe: Stress, Infekte, Allergene, Schwitzen, Klimawechsel, reizende Stoffe.
Behandlung
Basistherapie (immer):
- Reichhaltige, rückfettende Pflege mindestens 2x täglich
- Feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe: Urea (Harnstoff), Glycerin, Ceramide
- Keine parfumierte Kosmetik, seifenfreie Reinigung
Topische Therapie:
- Kortikosteroide: Hydrocortison (mild), Mometason, Betamethason (stärker). Wirksam bei Schüben. Nicht dauerhaft an empfindlichen Stellen.
- Calcineurin-Inhibitoren: Tacrolimus (Protopic), Pimecrolimus (Elidel). Steroidfrei, für empfindliche Stellen und proaktive Therapie geeignet.
Systemische Therapie (bei schweren Fällen):
- Ciclosporin: Immunsuppressivum für schwere Schübe
- Dupilumab (Dupixent): Biologikum, sehr wirksam bei mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis
- JAK-Inhibitoren: Baricitinib, Upadacitinib, Abrocitinib – neue orale Therapieoption
Kontaktekzem
- Allergisches Kontaktekzem: Häufige Auslöser: Nickel (Schmuck, Gürtelschnallen), Duftstoffe, Konservierungsmittel, Latex, Haarfarben. Epikutantest beim Allergologen.
- Irritatives Kontaktekzem: Durch wiederholten Kontakt mit reizenden Substanzen (Reinigungsmittel, häufiges Händewaschen). Häufig berufsbedingt.
- Behandlung: Auslöser identifizieren und meiden, Kortikosteroid-Cremes, Barriereschutz
Juckreiz lindern
- Kühlende Umschläge
- Antihistaminika (sedierende bei Nacht)
- Polidocanol-haltige Cremes
- Kratzen vermeiden (Juck-Kratz-Kreislauf durchbrechen)
- Nägel kurz halten
Ekzem-Medikamente online erhalten
Über seriöse Online-Arztdienste können Sie verschreibungspflichtige Ekzem-Medikamente erhalten. Sie füllen einen medizinischen Fragebogen aus und laden ggf. Fotos der betroffenen Hautstellen hoch. Ein EU-lizenzierter Arzt bewertet Ihren Fall und stellt bei Eignung ein Rezept aus. Das Medikament wird von einer zugelassenen Apotheke direkt zu Ihnen geliefert.















