Behandlungsleitfaden für Ekzeme und Dermatitis
Verfügbare Behandlungsoptionen
Die Wahl der richtigen Behandlung hängt von der Körperstelle und der Schwere des Schubs ab. Für milde Beschwerden oder empfindliche Bereiche wie das Gesicht beginne ich oft mit Hydrocortison oder Locoid .
Bei mittelschweren Ekzemen am Körper verschreibe ich häufig Advantan , Elocon , Ecural oder Betnovate . Diese topischen Steroide wirken hervorragend entzündungshemmend und stoppen den Juckreiz schnell.
Für sehr hartnäckige, stark verdickte Ekzeme (z.B. an Händen oder Füßen) benötigen wir stärkere Wirkstoffe wie Diprosone , Clobetasol , Dermovate oder Dermoxin . Speziell für die Kopfhaut eignen sich Tropfen wie Betnesol oder Shampoos wie Clobex , da sie die Haare nicht verkleben.
Wenn das Ekzem mit einer Rosazea einhergeht oder von chronischen Rötungen im Gesicht begleitet wird, setze ich oft Mirvaso oder Soolantra ein. Eine hervorragende cortisonfreie Alternative für extrem empfindliche Bereiche (wie die Augenlider) oder zur Langzeittherapie ist Protopic (ein Calcineurininhibitor).
Ein Tipp aus meiner Praxis: Salben (die fettig sind) ziehen deutlich tiefer in extrem trockene Haut ein als wasserbasierte Cremes und sind bei chronischen Ekzemen fast immer die bessere Wahl, auch wenn sie sich auf der Haut schwerer anfühlen.
Was Sie von der Behandlung erwarten können
Bei der Verwendung von topischen Steroiden sollten Sie innerhalb von 3 bis 5 Tagen eine deutliche Linderung des Juckreizes und einen Rückgang der Rötung bemerken. Eine extrem wichtige Erkenntnis aus meiner Praxis: Viele Patienten setzen die Creme sofort ab, wenn die Haut wieder normal aussieht.
Das führt fast immer zu einem Rückfall (Rebound-Effekt), da die Entzündung noch unsichtbar unter der Hautoberfläche brodelt. Ich empfehle das "Ausschleichen": Reduzieren Sie die Anwendung langsam auf jeden zweiten Tag, dann zweimal wöchentlich, bevor Sie ganz aufhören.
Für chronische Patienten hat sich die "Wochenend-Therapie" bewährt – die Anwendung des Medikaments nur an zwei aufeinanderfolgenden Tagen pro Woche erhält den beschwerdefreien Zustand oft über viele Monate.
Selbstfürsorge und Prävention
Medikamente sind nur die halbe Miete. Ihre tägliche Pflegeroutine ist absolut entscheidend. Verzichten Sie auf Schaumbäder und Seifen, die der Haut Fette entziehen. Nutzen Sie stattdessen seifenfreie Duschöle.
Mein wichtigster Ratschlag zur Selbstfürsorge ist die "3-Minuten-Regel": Tragen Sie Ihre rückfettende Basispflege innerhalb von drei Minuten nach dem Duschen auf die noch leicht feuchte Haut auf. So schließen Sie die Feuchtigkeit wie in einem Tresor ein.
Noch ein kleiner, aber sehr effektiver Trick: Bewahren Sie Ihre wirkstofffreien Cremes und leichten Steroidcremes im Kühlschrank auf. Die Kälte beim Auftragen überlagert die Juckreizsignale in den Nervenbahnen fast sofort und stoppt den Drang zu kratzen viel schneller als der Wirkstoff allein.















