Seretide
Seretide ist ein kombiniertes Inhalationspraeparat, das die Wirkstoffe Salmeterol (ein langwirksamer Beta-2-Agonist) und Fluticasonpropionat (ein inhalatives Kortikosteroid) enthaelt und zur Langzeitbehandlung von Asthma bronchiale und COPD eingesetzt wird.
Das Medikament ist in Deutschland in verschiedenen Darreichungsformen erhaltlich (Diskus und Evohaler) und kann bei regelmaessiger Anwendung Asthmaanfaelle verhindern sowie COPD-Exazerbationen reduzieren.
In Deutschland ist Seretide ein GKV-erstattungsfaehiges Arzneimittel und wird haeufig vom Hausarzt oder Pneumologen verordnet.
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Seretide (Salmeterol/Fluticason), Umfassender medizinischer Ratgeber zu Asthma und COPD
Seretide ist ein festes Kombinationsarzneimittel zur Inhalation, das zwei Wirkstoffe enthaelt: Salmeterol (25 oder 50 Mikrogramm), einen langwirksamen Beta-2-Agonisten (LABA), und Fluticasonpropionat (50, 100, 125, 250 oder 500 Mikrogramm), ein inhalatives Kortikosteroid (ICS).
Es wird zur Langzeitbehandlung von Asthma bronchiale bei Erwachsenen und Kindern ab 4 Jahren sowie bei der Behandlung von COPD bei Erwachsenen eingesetzt.
In Deutschland ist Seretide als Seretide Diskus und Seretide Evohaler erhaeltlich und wird vom BfArM reguliert. Das Praeparat ist grundsaetzlich im Leistungskatalog der GKV verordnungsfaehig.
Wirkungsmechanismus
Die Wirkung von Seretide beruht auf der kombinierten Wirkung seiner beiden Wirkstoffe. Salmeterol als langwirksamer Beta-2-Agonist bindet selektiv an Beta-2-Adrenozeptoren in der glatten Muskulatur der Bronchien.
Durch diese Bindung wird die Adenylcyclase aktiviert, die intrazellulare zyklisches Adenosinmonophosphat (cAMP)-Konzentration erhoehen sich, und die glatte Muskulatur der Bronchien relaxiert.
Dieser bronchodilatatorische Effekt haelt 12 Stunden an, was die zweimal taegliche Anwendung begruendet.
Fluticasonpropionat ist ein synthetisches Kortikosteroid mit ausgepraegter entzuendungshemmender Aktivitaet. Es bindet mit hoher Affinitaet an intrazellulare Glukokortikoidrezeptoren und moduliert die Genexpression entzuendungsfoerdernder Mediatoren.
Die antientzuendliche Wirkung reduziert die Schleimhautschwellung, die Hypersekretion und die bronchiale Hyperreagibilitaet.
Da Fluticasonpropionat nach Inhalation einen ausgepraegte First-Pass-Metabolismus in der Lunge und Leber unterzieht, ist die systemische Belastung relativ gering.
Indikationen
Seretide ist indiziert fuer:
- Asthma bronchiale bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren, die nicht ausreichend auf inhalative Kortikosteroide und kurzwirkende Bronchospasmolytika als Bedarfsmedikation eingestellt sind
- Kinder ab 4 Jahren mit Asthma, das mit einem ICS und einem SABA als Bedarfsmedikation nicht ausreichend kontrolliert ist
- COPD bei Erwachsenen mit einem FEV1 unter 60 % des Sollwerts vor Bronchodilatation, mit wiederholten Exazerbationen in der Anamnese und signifikanten Symptomen trotz regelmaessiger Bronchodilatatorbehandlung
In Deutschland entscheidet der Hausarzt oder Pneumologe anhand der aktuellen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft fuer Pneumologie (DGP) und der Deutschen Atemwegsliga ueber die Indikation. Der G-BA hat die Nutzenbewertung fuer Salmeterol/Fluticason durchgefuehrt. Seretide ist als GKV-erstattungsfaehiges Arzneimittel gelistet.
Dosierung und Anwendung
Seretide wird zweimal taeglich (morgens und abends) inhaliert.
Die Wahl der Dosis richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung, dem Alter des Patienten und dem Ansprechen auf die Therapie.
Das Ziel ist, die niedrigste Dosis zu verwenden, die eine effektive Symptomkontrolle bietet.
Nach jeder Inhalation sollte der Mund mit Wasser gespuelt werden, ohne zu schlucken, um Candidainfektionen im Mundraum zu verhindern.
Nebenwirkungen
Die haeufigsten Nebenwirkungen von Seretide sind Kopfschmerzen, oropharyngeale Candidose (Soorpilz im Mund- und Rachenbereich) sowie Heiserkeit. Bei COPD-Patienten besteht ein erhoehtes Pneumonie-Risiko. Bei Langzeitanwendung koennen Knochendichteverminderung und Wachstumsverzoegerung bei Kindern auftreten. Kardiovaskulaere Nebenwirkungen wie Palpitationen und Herzrhythmusstorungen sind moeglich.
Kontraindikationen
Seretide ist kontraindiziert bei Patienten mit Ueberempfindlichkeit gegen Salmeterol oder Fluticasonpropionat sowie bei Kindern unter 4 Jahren. Salmeterol als Monotherapie ohne gleichzeitige ICS-Gabe ist bei Asthma kontraindiziert.
Wechselwirkungen
Folgende klinisch relevante Wechselwirkungen sind bekannt:
- Starke CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Ritonavir, Ketoconazol): Koennen die systemische Exposition gegenueber Fluticasonpropionat stark erhoehen und eine Nebennierensuppression verursachen. Gleichzeitige Anwendung wird nicht empfohlen.
- Beta-Blocker (einschliesslich Augentropfen): Koennen die Wirkung von Salmeterol abschwaechen oder aufheben. Selektive Betablocker sollten bei Asthma nur mit groesster Vorsicht eingesetzt werden.
- Andere sympathomimetische Arzneimittel: Additive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System moeglich.
- Diuretika und Kortikosteroide: Koennen das Risiko einer Hypokalaemie erhoehen.
Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit
Die Behandlung von Asthma in der Schwangerschaft ist wichtig, da unkontrolliertes Asthma das Risiko fuer Komplikationen fuer Mutter und Kind erhoehen kann.
Seretide sollte in der Schwangerschaft nur verwendet werden, wenn der Nutzen das Risiko ueberwiegt. Bisherige klinische Erfahrungen mit dem Wirkstoffkombination deuten auf kein erhoehtes Missbildungsrisiko hin.
Salmeterol und Fluticasonpropionat koennen in die Muttermilch uebergehen, wobei die Mengen nach Inhalation sehr gering sind. Eine aerztliche Nutzen-Risiko-Abwaegung ist erforderlich.
Aufbewahrung
Seretide Diskus ist bei Raumtemperatur bis 30 Grad Celsius aufzubewahren. Seretide Evohaler sollte kuehl (2 bis 25 Grad Celsius) gelagert werden und nicht eingefroren werden.
Die Druckkanister des Evohalers enthalten ein unter Druck stehendes Gas; sie duerfen nicht durchstochen, zerbrochen oder verbrannt werden. Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
Nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr verwenden.
Haeufig gestellte Fragen
Ist Seretide ein Notfallspray?
Nein. Seretide ist ein Dauerpraeparat zur regelmaessigen Anwendung und kein Notfallspray. Fuer die Behandlung akuter Asthmaanfaelle benoetigen Sie ein kurzwirkendes Beta-2-Sympathomimetikum (z.B. Salbutamol oder Terbutalin).
Dieses Notfallspray sollten Sie stets griffbereit haben. Bei einem schweren Asthmaanfall mit starker Atemnot rufen Sie sofort den Notruf 112.
Warum muss ich nach der Seretide-Inhalation den Mund spuelen?
Das enthaltene inhalative Kortikosteroid Fluticasonpropionat kann sich im Mund- und Rachenraum absetzen und dort das Wachstum von Hefepilzen (Candida albicans) foerdern, was zu Mundsoor fuehrt.
Durch gruendliches Spuelen des Mundes mit Wasser nach jeder Inhalation wird das verbleibende Kortikosteroid weggespuelt und das Risiko einer oralen Candidose deutlich reduziert.
Wie lange dauert es, bis Seretide wirkt?
Der bronchodilatatorische Effekt von Salmeterol setzt langsamer ein als bei kurzwirksamen Beta-2-Agonisten (SABA) und beginnt erst nach etwa 10-20 Minuten.
Die antientzuendliche Wirkung von Fluticasonpropionat baut sich ueber Wochen auf. Eine deutliche Verbesserung der Asthmakontrolle kann erst nach 1 bis 2 Wochen regelmaessiger Anwendung spuerbar sein.
Daher darf Seretide nicht als Notfalltherapie eingesetzt werden.
Kann ich Seretide und Symbicort gleichzeitig nehmen?
Die gleichzeitige Anwendung von Seretide (Salmeterol/Fluticason) und Symbicort (Formoterol/Budesonid) ist in der Regel nicht sinnvoll, da beide Praeparate ICS/LABA-Kombinationen darstellen und eine solche Kombination zu einer Ueberdosierung beider Wirkstoffe fuehren kann.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie beide Praeparate verwenden oder wechseln moechten.
Wann sollte ich Seretide absetzen oder die Dosis reduzieren?
Ein Absetzen oder eine Dosisreduktion sollte immer in Absprache mit Ihrem Arzt erfolgen.
Wenn Ihr Asthma ueber laengere Zeit gut kontrolliert ist (keine Symptome, kein Bedarf an Notfallspray), kann Ihr Arzt eine schrittweise Dosisreduktion in Erwaegung ziehen.
Ein abruptes Absetzen ohne aerztliche Begleitung kann zu einer Verschlechterung der Asthmakontrolle fuehren.
Kann Seretide bei Kindern angewendet werden?
Ja.
Seretide Diskus 50/100 mcg und Seretide Evohaler 25/50 mcg sind fuer Kinder ab 4 Jahren zugelassen, wenn das Asthma nicht ausreichend mit einem ICS und einem SABA als Bedarfsmedikation kontrolliert wird.
Bei Kindern sollte regelmaessig die kleinste wirksame Dosis verwendet werden, und das Wachstum der Kinder sollte ueberwacht werden, da inhalative Kortikosteroide bei einigen Kindern das Wachstum verlangsamen koennen.
Gibt es einen Unterschied zwischen Seretide Diskus und Seretide Evohaler?
Beide Praeparate enthalten dieselben Wirkstoffe in aequivalenten Dosierungen, unterscheiden sich aber im Inhalationsgeraet. Der Diskus ist ein atemzuggekoppelter Trockenpulverinhalator, der keine Koordination zwischen Einatmen und Drucken erfordert.
Der Evohaler (Dosieraerosol) erfordert eine Koordination zwischen dem Drucken des Sprays und dem Einatmen, kann aber mit einem Spacer (Inhalationshilfe) verwendet werden, was besonders fuer Kinder und aeltere Patienten vorteilhaft ist.
Asthma-Stufentherapie in Deutschland
Die Behandlung von Asthma in Deutschland erfolgt gemaess der Nationalen Versorgungsleitlinie (NVL) Asthma, die von der Bundesaerztekammer, der Kassenlaerztlichen Bundesvereinigung und der AWMF gemeinsam herausgegeben wird.
Die Therapie wird in Stufen eingeteilt: Auf Stufe 1 und 2 wird primaer ein kurzwirksamer Beta-2-Agonist (SABA) und bei Bedarf ein inhalatives Kortikosteroid (ICS) in niedriger Dosis eingesetzt.
Ab Stufe 3 kommen ICS/LABA-Kombinationen wie Seretide zum Einsatz, wenn die Asthmakontrolle mit ICS allein unzureichend ist.
In Deutschland kann Seretide als GKV-erstattungsfaehiges Arzneimittel verordnet werden. Der G-BA entscheidet im Rahmen der fruehen Nutzenbewertung ueber den Zusatznutzen von Arzneimitteln; das IQWiG erstellt die entsprechenden Bewertungsberichte.
Patienten mit Asthma bronchiale sind oft in Disease-Management-Programme (DMP Asthma) eingeschrieben, die eine strukturierte Langzeitversorgung sicherstellen. Im Rahmen des DMP erhalten Patienten regelmaessige Schulungen, Lungenfunktionstests und aerztliche Verlaufskontrollen.
Asthmanotfall: Was ist zu tun?
Ein akuter schwerer Asthmaanfall ist ein medizinischer Notfall.
Zeichen eines schweren Anfalls sind: kaum noch sprechen koennen, Atemsynchrones Einziehen der Atemhilfsmuskulatur, Zyanose (Blaufaerbung der Lippen), Sauerstoffentsaettigung unter 92 %, Herzfrequenz ueber 120 Schlaege pro Minute und Atemfrequenz ueber 30 pro Minute.
In einem solchen Fall ist sofort der Notruf 112 zu waehlen.
Erste-Hilfe-Massnahmen bei einem Asthmaanfall umfassen: Aufrechte Sitzposition einnehmen, Notfallspray (SABA, z.B. Salbutamol) 2 bis 4 Huebbe inhalieren und bei fehlender Besserung nach 15 Minuten erneut anwenden.
Das Notfallspray sollte stets griffbereit sein. Seretide ist kein Notfallmedikament und ersetzt nicht das kurzwirksame Reliever-Spray.
Patienten sollten einen schriftlichen Asthma-Aktionsplan vom Arzt erhalten, der genau festlegt, was bei einer Verschlechterung zu tun ist.
Quellen und weiterfuehrende Informationen
- Bundesinstitut fuer Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Nutzenbewertung Salmeterol/Fluticason
- Institut fuer Qualitaet und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
- Gelbe Liste, Salmeterol/Fluticasonpropionat
- Europaeische Arzneimittelagentur (EMA), Seretide EPAR
- AWMF, Nationale Versorgungsleitlinie Asthma
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