Terbinafin
Terbinafin ist ein hochwirksames Antimykotikum zur Behandlung von Nagelpilz (Onychomykose) und Hautpilzinfektionen durch Dermatophyten.
Als Tablette (250 mg/Tag) uber 6-12 Wochen eingenommen, erreicht es deutlich hohere Heilungsraten als Azol-Antimykotika.
In deutschen Apotheken ist Terbinafin als GKV-erstattetes Generikum und als topische Zubereitung fur die Selbstmedikation erhaltlich.
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Terbinafin, Systemisches Antimykotikum gegen Pilzinfektionen der Nagel und Haut
Terbinafin ist ein synthetisches Antimykotikum aus der Klasse der Allylamine, das in Deutschland sowohl als Tablette zur systemischen Behandlung als auch als Creme oder Gel zur lokalen Anwendung erhaltlich ist.
Das Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat Terbinafin fur die Behandlung von Dermatophytosen, insbesondere von Nagelpilzinfektionen (Onychomykosen) und Hautpilzinfektionen (Tinea), zugelassen.
Terbinafin gilt laut Institut fur Qualitat und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) als Mittel der ersten Wahl bei der Behandlung der Onychomykose durch Dermatophyten, da es hohere Heilungsraten erzielt als Azol-Antimykotika wie Fluconazol oder Itraconazol.
Dieser umfassende Patientenleitfaden erklart Ihnen alles Wissenswerte uber Terbinafin, von der Wirkungsweise bis zur richtigen Einnahme und den wichtigsten Sicherheitshinweisen.
Wirkungsmechanismus von Terbinafin
Terbinafin wirkt fungistatisch und fungizid durch Hemmung der Squalenepoxidase, eines Schlusselenzyms in der Ergosterolbiosynthese der Pilzzellmembran.
Ergosterol ist ein essentieller Bestandteil der Pilzzellmembran und erfullt ahnliche Funktionen wie Cholesterin in menschlichen Zellmembranen.
Durch die Hemmung der Squalenepoxidase wird einerseits die Ergosterolsynthese blockiert, andererseits akkumuliert Squalen intrazellular auf toxische Werte.
Dieser duale Wirkungsmechanismus, Ergosterolmangel plus Squalentoxizitat, fuhrt zu einer besonders schnellen und zuverlassigen Abtotung der Pilzzellen (fungizide Wirkung).
Im Gegensatz dazu wirken Azol-Antimykotika wie Fluconazol uberwiegend fungistatisch, da sie nur die Ergosterolsynthese hemmen, ohne gleichzeitig toxische Substanzen anzusammeln.
Die fungizide Aktivitat von Terbinafin erklart die hoheren Heilungsraten bei Onychomykosen.
Terbinafin weist ein breites Wirkspektrum gegen Dermatophyten (Trichophyton rubrum, T. mentagrophytes, Epidermophyton floccosum), Hefen (Candida albicans, C. parapsilosis) und einige Schimmelpilze auf.
Bei Nagelpilzinfektionen durch Dermatophyten, die fur mehr als 90% aller Onychomykosen in Deutschland verantwortlich sind, ist Terbinafin die wirksamste orale Therapieoption.
Terbinafin akkumuliert stark in keratingewebehaltigem Gewebe wie Nageln, Haaren und Haut, was seine Wirksamkeit bei Nagelinfektionen erklart.
Indikationen, Wann wird Terbinafin eingesetzt?
Terbinafin ist in Deutschland fur folgende Pilzinfektionen zugelassen:
- Onychomykose (Nagelpilz): Behandlung von Pilzinfektionen der Finger- und Zehenagel durch Dermatophyten. Dies ist die Hauptindikation fur die systemische Tabletten-Therapie. Terbinafin-Tabletten werden uber 6 Wochen (Fingernagelinfektionen) bis 12 Wochen (Zehennagelinfektionen) eingenommen.
- Tinea pedis (Fusspilz): Infektionen zwischen den Zehen und an der Fusssohle. Oft mit Terbinafin-Creme oder -Gel behandelt, bei schweren Fallen auch systemisch.
- Tinea corporis und Tinea cruris: Scherpilzflechte am Korper und in der Leistenregion. In der Regel mit topischer Therapie behandelbar.
- Tinea capitis (Kopfhautpilz): Pilzinfektionen der Kopfhaut und Haare, insbesondere bei Kindern. Systemische Behandlung mit Terbinafin erforderlich.
- Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte): Obwohl Malassezia-Hefen weniger gut auf Terbinafin ansprechen als Dermatophyten, kann Terbinafin topisch eingesetzt werden.
Ihr Hausarzt wird durch Inspektion, ggf. durch eine Nagel- oder Hautprobe (Mykologischer Abstrich, Pilzkultur) die genaue Art der Pilzinfektion bestimmen, um die optimale Therapie einzuleiten. Eine korrekte Diagnose ist wichtig, da nicht alle Nagelveranderungen durch Pilze verursacht werden.
Dosierung und Anwendung von Terbinafin
Die Dosierung von Terbinafin richtet sich nach der Art und Lokalisation der Pilzinfektion sowie nach dem Korpergewicht des Patienten:
- Erwachsene (systemisch): 250 mg Terbinafin einmal taglich, unabhangig von den Mahlzeiten.
- Onychomykose der Fingernagelinfektionen: 6 Wochen Behandlungsdauer.
- Onychomykose der Zehennagelinfektionen: 12 Wochen Behandlungsdauer. Bei langsam wachsenden Nageln oder schwerer Infektion konnen langere Behandlungszeiten notwendig sein.
- Tinea capitis bei Kindern (Gewicht uber 40 kg): 250 mg/Tag. Bei 20-40 kg: 125 mg/Tag. Bei unter 20 kg: 62,5 mg/Tag. Behandlungsdauer: 2-4 Wochen.
- Topische Anwendung (Creme/Gel): Einmal taglich dunnschichtig auf die gereinigte und getrocknete Haut auftragen. Behandlungsdauer: 1-2 Wochen bei Tinea pedis, 2-4 Wochen bei anderen Tinea-Infektionen.
Wichtig: Auch wenn Ihre Beschwerden bereits verschwunden sind, muss die vollstandige Behandlungsdauer eingehalten werden, um Ruckfalle und Resistenzentwicklung zu vermeiden.
Die klinische Heilung (Verschwinden der Symptome) tritt oft fruher ein als die mykologische Heilung (vollstandige Pilzfreiheit des Nagels).
Der Nagel wachst erst langsam gesund nach, das vollstandige Ergebnis ist erst Monate nach Therapieende sichtbar.
Nebenwirkungen von Terbinafin
Terbinafin-Tabletten sind im Allgemeinen gut vertraglich. Dennoch konnen folgende Nebenwirkungen auftreten:
- Haufig (1-10%): Kopfschmerzen, Magenprobleme (Ubelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall), Hautausschlage, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen.
- Gelegentlich (0,1-1%): Geschmacksstorungen (Dysgeusie), Verlust des Geruchssinns, Leberwerterhohungen, Prazipitation der Psoriasis, depressive Stimmungsschwankungen.
- Selten (0,01-0,1%): Schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse), Leberversagen (potentiell lebensbedrohlich), Agranulozytose (Mangel an weissen Blutkorperchen), systemischer Lupus erythematodes.
Geschmacksverlust: Eine besonders unangenehme, aber meist reversible Nebenwirkung ist die Verminderung oder der vollstandige Verlust des Geschmackssinns (Dysgeusie oder Ageusie).
Diese tritt typischerweise in den ersten Wochen der Behandlung auf. Bitte informieren Sie Ihren Arzt sofort, da das Medikament dann moglicherweise abgesetzt werden muss.
Der Geschmackssinn erholt sich nach Absetzen in der Regel innerhalb einiger Wochen bis Monate.
Leberprobleme: Selten kann Terbinafin schwere Leberschaden verursachen. Symptome sind Gelbfarbung der Haut oder Augen (Ikterus), dunkler Urin, Appetitlosigkeit, Mudigkei und Bauchschmerzen. Bei solchen Symptomen Therapie sofort abbrechen und unverzuglich Arzt aufsuchen oder im Notfall 112 rufen.
Kontraindikationen, Wer darf Terbinafin nicht einnehmen?
Systemisches Terbinafin ist kontraindiziert bei:
- Uberempfindlichkeit gegen Terbinafin oder Hilfsstoffe
- Schwerer Leber- oder Nierenfunktionsstorung (GFR unter 50 ml/min)
- Chronischen oder aktiven Lebererkrankungen (z.B. Hepatitis, Leberzirrhose)
- Kinder unter 2 Jahren (Sicherheit nicht belegt)
- Chronischer oder aktiver Lebererkrankung (vor Beginn der Therapie Leberwerte prufen!)
Wechselwirkungen von Terbinafin
Terbinafin kann mit verschiedenen Arzneimitteln interagieren:
- Rifampicin: Beschleunigt den Abbau von Terbinafin, Wirksamkeit kann reduziert sein.
- Cimetidin: Hemmt den Abbau von Terbinafin, Terbinafin-Spiegel konnen ansteigen.
- Trizyklische Antidepressiva und selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI): Terbinafin hemmt CYP2D6 und kann die Plasmaspiegel dieser Medikamente erhohen.
- Ciclosporin: Terbinafin kann Ciclosporinspiegel senken. Regelmassige Spiegelkontrollen erforderlich.
- Koffein: Terbinafin kann den Koffeinabbau hemmen und so die Wirkung von Koffein verstarken.
- Cumarin-Antikoagulanzien (Warfarin, Phenprocoumon): Wechselwirkungen moglich. INR engmaschig kontrollieren.
Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit
Fur systemisches Terbinafin liegen keine ausreichenden klinischen Studien zur Sicherheit wahrend der Schwangerschaft vor.
Da die Behandlung einer Onychomykose in der Regel keinen Notfall darstellt, sollte die systemische Behandlung mit Terbinafin bis nach der Entbindung aufgeschoben werden.
Terbinafin wird in die Muttermilch ausgeschieden. Daher darf Terbinafin wahrend der Stillzeit nicht systemisch eingenommen werden.
Die topische Anwendung auf kleinen Hautarealen ist unter strengem Vermeiden des Brustwarzenhofes und unter arztlicher Abwagung moglichweise vertretbar, Rucksprache mit dem Arzt ist zwingend erforderlich.
Aufbewahrung von Terbinafin
Terbinafin-Tabletten bei Raumtemperatur (bis 25 Grad Celsius), trocken und vor Licht geschutzt aufbewahren. Terbinafin-Creme und -Gel sollten ebenfalls bei Raumtemperatur aufbewahrt und nicht eingefroren werden.
Aufbewahrung ausser Sicht- und Reichweite von Kindern ist zwingend erforderlich. Verwenden Sie das Arzneimittel nicht nach dem Verfallsdatum.
Geben Sie nicht mehr benotige Arzneimittel in die Apotheke zuruck, niemals in den Ausguss oder Hausmull.
Haufig gestellte Fragen zu Terbinafin
Wie lange dauert die Behandlung einer Zehennagelonychomykose?
Die ubliche Behandlungsdauer mit Terbinafin-Tabletten bei Zehennagelonychomykose betragt 12 Wochen. Das vollstandige kosmetische Ergebnis, also das Ausgewachsensein des gesunden Nagels, ist jedoch erst 9 bis 12 Monate nach Therapiebeginn sichtbar, da Zehennagel sehr langsam wachsen (ca. 1,5 mm pro Monat).
Ist Terbinafin von der GKV erstattet?
Systemisches Terbinafin (Tabletten) wird bei GKV-Versicherten grundsatzlich auf Rezept erstattet, wenn ein Arzt die Verordnung ausgestellt hat.
Topische Terbinafin-Praparate (Creme, Gel) werden bei Erwachsenen jedoch oft nicht erstattet, da sie als Selbstmedikation gelten. Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Krankenkasse nach den aktuellen Erstattungsregeln.
Was kann ich tun, um einem Ruckfall vorzubeugen?
Nach erfolgreicher Behandlung helfen folgende Massnahmen: Tragen Sie in offentlichen Duschen, Schwimmbaden und Umkleidekabinen immer Badeschuhe. Wechseln Sie Socken taglich und waschen Sie sie bei mindestens 60 Grad.
Verwenden Sie antimykotische Fussspuher oder -puder in Schuhen. Trocknen Sie die Zehenzwischenraume nach dem Duschen sorgfaltig ab. Bei Neuauftreten von Symptomen fruhzeitig den Arzt aufsuchen.
Kann ich Terbinafin zusammen mit Lebererkrankungen einnehmen?
Nein. Bei aktiven oder chronischen Lebererkrankungen ist systemisches Terbinafin kontraindiziert. Vor Beginn der Behandlung sollten Leberwerte (GOT, GPT, Gamma-GT) bestimmt werden. Wahrend der Langzeittherapie sind Leberwert-Kontrollen in regelmasigen Abstanden empfohlen.
Wie unterscheidet sich Terbinafin von Fluconazol bei der Nagelpilzbehandlung?
Terbinafin wirkt fungizid (pilzabtotend) und ist speziell gegen Dermatophyten hochwirksam, die haufigste Ursache von Nagelonychomykosen. Fluconazol wirkt uberwiegend fungistatisch und ist besser gegen Hefen (Candida) geeignet.
Studien zeigen, dass Terbinafin bei Dermatophyten-Onychomykosen hohere Heilungsraten und niedrigere Ruckfallraten erzielt als Fluconazol. Ihr Arzt wahlt das geeignete Antimykotikum nach dem Ergebnis der mykologischen Diagnostik aus.
Kann die Behandlung mit Terbinafin meinen Geschmackssinn dauerhaft beeintrachtigen?
In seltenen Fallen kann es zu Geschmacksstorungen (Dysgeusie) oder Geschmacksverlust (Ageusie) kommen.
Diese Nebenwirkungen sind in der Regel reversibel und bilden sich nach Absetzen des Medikaments innerhalb von Wochen bis Monaten zuruck. In sehr seltenen Fallen wurden dauerhafte Geschmacksstorungen berichtet.
Informieren Sie Ihren Arzt sofort, wenn Sie Geschmacksveranderungen bemerken.
Kann Terbinafin Wechselwirkungen mit meiner Blutverdunnungstherapie haben?
Ja. Wenn Sie Phenprocoumon (Marcumar) oder andere Cumarin-Antikoagulanzien einnehmen, kann Terbinafin die Wirkung dieser Medikamente beeinflussen. Engmaschige INR-Kontrollen sind wahrend der Terbinafin-Therapie unbedingt erforderlich. Informieren Sie Ihren behandelnden Arzt und Ihren Hausarzt uber alle Ihre Medikamente.
Quellen und weiterfuhrende Informationen
- Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): www.bfarm.de, Zulassungsinformationen und Fachinformationen zu Terbinafin
- Institut fur Qualitat und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.iqwig.de, Evidenzbewertung der Onychomykose-Therapie
- Gelbe Liste Pharmindex: www.gelbe-liste.de, Arzneimittelinformationen zu Terbinafin
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG): Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der Onychomykosen
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): www.g-ba.de, Verordnungsfahigkeit antimykotischer Praparate
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